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Polizei mit Nachwuchssorgen – und keiner will nach Hiddensee

Bergen Polizei mit Nachwuchssorgen – und keiner will nach Hiddensee

Fünf Pensionierungen im Polizeidienst stehen auf der Insel Rügen bis 2017 an / Der Polizeiberuf müsse attraktiver gemacht werden, fordert Bergens Revierleiter

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Vincent Kokert (Mitte) und Burkhard Lenz im Gespräch mit Bergens Revierleiter Mario Ullrich (links).

Quelle: Christian Niemann

Bergen. Bei der Polizei auf Rügen läuten die Alarmglocken. Grund: Immer weniger junge Menschen interessieren sich für den Polizeidienst, es wird immer schwerer die Stellen auf Rügen und Hiddensee zu besetzen. Bei einem Besuch des CDU-Fraktionsvorsitzenden Vincent Kokert und Landtagsabgeordneten Burkhard Lenz (CDU) im Bergener Revier berichtete der Erste Polizeihauptkommissar Mario Ullrich über die aktuelle Situation. Er äußerte Bedenken, wie sich die Personallage auf der Insel Rügen in den kommenden Jahren entwickeln wird. Fünf anstehende Pensionierungen von Polizeibeamten bis März 2017 müssten kompensiert werden.

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Fünf Pensionierungen im Polizeidienst stehen auf der Insel Rügen bis 2017 an / Der Polizeiberuf müsse attraktiver gemacht werden, fordert Bergens Revierleiter

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„Der Nachersatz für diese frei werdenden Stellen ist sehr dünn“, machte der Revierleiter deutlich. Mit einem Altersdurchschnitt von 48 Jahren stehe das Revier in der Inselhauptstadt im bundesweiten Ranking ganz gut da. Vincent Kokert weiß, dass es Dienststellen gibt, die einen weitaus höheren Altersdurchschnitt haben. Trotzdem: Gerade einmal 12 von 52 Mitarbeitern in Bergen sind unter 50

Jahre. „Auf lange Sicht stellt dies ein enormes Problem dar. Dem Nachwuchs müssen Perspektiven und Anreize im Streifendienst der Polizei geboten werden“, unterstrich Mario Ullrich. Auch die Beförderungszeiträume wären große Hürden. „Wenn ein Polizist nach 40 Dienstjahren im mittleren Dienst als Polizeiobermeister pensioniert wird, dann finden junge Polizisten wenig Ansporn bei der Polizei hier auf der Insel und im Land zu bleiben“, so Ullrich.

Vincent Kokert kennt die Vorgaben aus eigener Erfahrung. Er selbst hat bei der Polizeischule in Berlin eine Prüfung abgelegt und meint, dass im Vergleich zu anderen Bundesländern die Hürden in der Polizeischule in Güstrow sehr hoch gesetzt werden. „In Berlin waren die vergleichsweise gering“, so Kokert weiter. Er weiß, dass viele Abiturienten weiter als nur bis zum mittleren Dienst kommen wollen. „Man muss Perspektiven schaffen. Viele gute Leute kehren Mecklenburg-Vorpommern den Rücken und arbeiten in den Nachbarbundesländern“, sagte Kokert.

Für die Polizisten in der Region sind die Nachwuchssorgen akut: Auf der Insel Hiddensee ist im nächsten Frühjahr ein Dienstposten neu zu besetzen. „Wir haben eine Interessenabfrage in der Polizeiinspektion Stralsund gemacht. Es hat sich niemand gefunden, der auf Rügens Schwesterinsel arbeiten will“, ließ Mario Ullrich wissen. Anfang der neunziger Jahre gab es auf Hiddensee zwei Mitarbeiter, die dort mit ihren Familien lebten und wohnten. Ullrich fürchtet, dass im Lichte der anstehenden Pensionierungen diese Dienststelle und andere Dienstposten unbesetzt bleiben werden. Und deshalb fordert er, dass man die jungen Mitarbeiter an das Land binden muss. Das kann man nur erreichen, wenn eine lange Verweildauer in den jeweiligen Dienststellen vereinbart wird. Die Attraktivität des Polizeiberufes muss gesteigert werden und dafür ist die Politik zuständig.

„Wir sind soweit gut ausgestattet, mit Digitalfunk, neuen Einsatzfahrzeugen und der entsprechenden Computertechnik“, sagte Ullrich. Was fehle sind einfach die Nachwuchskräfte, die die Politik an unser Bundesland binden muss. Vincent Kokert gibt dem Revierleiter vollkommen Recht. „Bei den Lehrern haben wir zu spät reagiert. Jetzt fehlen die Fachkräfte in den Schulen. Bei der Polizei darf uns das nicht passieren“, so Kokert. „Für uns steht fest, wir gehen nicht weiter runter mit den Stellen“, versprach der CDU-Mann.

Mario Ullrich wünscht sich von der Politik, dass Anreize geschaffen werden, damit vor allem junge Menschen die Laufbahn im Polizeidienst antreten, eine gute Ausbildung absolvieren und anschließend bis zur Pension die Stellen, die frei werden, dauerhaft besetzen. Nur so könne die Sicherheit der Bürger gewährleistet werden. „Den Beamten im Streifendienst gebührt höchste Wertschätzung“, machte Mario Ullrich abschließend deutlich.

Christian Niemann

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