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Prachtallee soll Charakter nicht verlieren

Sellin Prachtallee soll Charakter nicht verlieren

Selliner Gemeinderat hat B-Plan für die Wilhelmstraße aufgestellt und eine Veränderungssperre erlassen

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Wir haben den Geltungsbereich des B-Planes um die komplette August-Bebel- Straße erweitert.“Bürgermeister Reinhard Liedtke

Sellin. Der historische Charakter von Sellins Vorzeigemagistrale droht verloren zu gehen. Damit die zukünftige Entwicklung der Wilhelmstraße, die zur Seebrücke führt, in geordnete städtebauliche Bahnen gelenkt werden kann, hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Zusätzlich zu diesem B-Plan Nr. 7 „Wilhelmstraße/August-Bebel-Straße“ haben die Volksvertreter eine Veränderungssperre erlassen. Sie tritt am Tag nach der Bekanntmachung am 4. November in Kraft und gilt vorerst für zwei Jahre.

„Die Beschlussfassung war wie schon im Bauausschuss einstimmig, aber mehrere Gemeindevertreter, die dort zum Teil selbst Häuser besitzen, hatten zuvor ihre Befangenheit bekundet und nicht mit abgestimmt“, informiert Bürgermeister Reinhard Liedtke.

Das Plangebiet hat eine Größe von rund 21 Hektar und umfasst den Bereich der Wilhelmstraße zwischen Granitzer Straße und Hochufer von der August Bebel Straße bis zur Waldgrenze östlich der Wilhelmstraße. Ursprünglich war nur eine Seite der Bebel-Straße mit vorgesehen. „Wir haben jetzt die komplette Bebel-Straße mit einbezogen,“ so Liedtke. Zum einen gehe es dabei auch um die „Grundzüge der Planung“ für die künftige Entwicklung des Parkplatzes (Areal ehemals Kaufhaus Rationell an der Ecke Kirchstraße), wo ein Parkhaus entstehen soll. Zum anderen habe die Gemeinde die Mehrfamilienhäuser dort im Blick. „Wir haben deren Bestand festgeschrieben, damit nicht einfach abgerissen und neugebaut werden kann“, betont Liedtke.

Denn abgerissen und neu gebaut wurde und wird in Sellin häufig, wenn Häuser den Besitzer wechseln. Vor allem in der Prachtallee des Ostseebades, wo derzeit wieder Abrisse geplant sind – unter anderem die Hotels Kurhaus und „Xenia“ und die Pension „Tatjana“.

Ein weiteres Problem: Der Nutzungswechsel. Immer mehr – vor allem familiengeführte – Hotels und Pensionen verschwinden und werden durch „gesichtslose“ Eigentums- und Ferienwohnungen oder Appartementhäuser ersetzt, deren Besitzer nicht vor Ort sind. Hintergrund ist der enorme Investitionsdruck in der Wilhelmstraße mit ihren 25 Häusern auf jeder Seite. Bürgermeister Reinhard Liedtke schätzt das Investitionsvolumen auf rund 500 Millionen Euro.

Neben dem neuen B-Plan soll auch eine Gestaltungssatzung erarbeitet werden. Zu DDR-Zeiten hatte das gesamte Straßenensemble der Wilhelmstraße, die seinerzeit Wilhelm-Pieck-Straße hieß, unter Denkmalschutz gestanden. Mit dem ersten Denkmalschutzgesetz von Mecklenburg-Vorpommern 1993 verschwand plötzlich der Ensembleschutz. Lediglich 12 Gebäude wurden noch als Einzeldenkmale ausgewiesen.

Von denen sind inzwischen zwei gestrichen worden: die Villen „Fernsicht“ und „Seerose“. In der mit Linden gesäumten Allee gibt es heute 10 denkmalgeschützte Häuser: „Miramar“, „Windrose“, „Finja“, „Granitz“, „Vineta“, Haus am Meer“, „Eintracht“, „Ingeborg“, „Sellin“ und „Johanneshorst“.

Die Wilhelmstraße in Gänze wieder unter Denkmalschutz zu stellen, sei nicht unmöglich, hatte Dr. Markus Sommer-Scheffler, Denkmalpfleger des Landkreises Vorpommern-Rügen, jüngst erklärt. Dies ginge jetzt aber nur im Einvernehmen mit der Gemeinde. Diese müsste dazu einen Bauhistoriker beauftragen und eine Satzung erarbeiten und beschließen – unter Federführung der Unteren Denkmalschutzbehörde (die OZ berichtete).

„Das ist vom Tisch, weil die Straße das nicht mehr hergibt“, gibt Liedtke die Meinung im Gemeinderat wieder.

Gerit Herold

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