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„Ratskeller“ für die nächsten drei Jahre Flüchtlingsunterkunft

Bergen „Ratskeller“ für die nächsten drei Jahre Flüchtlingsunterkunft

Das Landkreis hat das ehemalige Hotel vom Eigentümer gemietet und informierte darüber während einer Einwohnerversammlung / Derzeit leben 330 Flüchtlinge in Bergen

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Wir kennen die Menschen seit mittlerweile vier Monaten und vertrauen ihnen auf der ganzen Linie.“Oliver Lutz, Geschäftsführer Arbeiter-Samariter-Bund, Regionalverband Nord-Ost

Bergen. Das ehemalige Hotel „Ratskeller“ in Bergens Stadtmitte ist für die nächsten drei Jahre zentrale Flüchtlingsunterkunft. „Einen entsprechenden Mietvertrag haben wir mit dem Eigentümer geschlossen und wir zahlen nun einen normalen Kaltmietpreis von monatlich 80 bis 100 Euro pro Person, der ebenso wie die Nebenkosten zu hundert Prozent durch das Land getragen wird“, erläuterte Carmen Schröter, Fachdienstleiterin Soziales beim Landkreis, am Donnerstagabend während einer Einwohnerversammlung in Bergen. Die war vor 180 Einwohnern in weitestgehend sachlicher Atmosphäre verlaufen.

Noch Plätze frei in Bergen

45 Flüchtlinge lebten noch 2012 im Kreis Vorpommern-Rügen. Die Zahl stieg über rund 500 (2013) und 800 (2014) auf fast 3000 im vergangenen Jahr.

In Bergen stehen 263 Plätze zur Verfügung, von denen 211 besetzt sind. Hinzu kam der „Ratskeller“ mit 150 Plätzen von denen 119 belegt sind.

Zu Beginn hatte Carmen Schröter in die aktuelle Situation eingeführt. Demnach stünden in Bergen ohne den „Ratskeller“ aktuell 263 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung, von denen 211 besetzt seien.

Zusammen mit den 119 Flüchtlingen, die am selben Tag in den „Ratskeller“ eingezogen sind, würden somit 330 überwiegend aus Syrien kommende Menschen in Bergen leben. Die soziale und medizinische Betreuung nimmt der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wahr, der bei Ämtergängen hilft und Sprachunterricht organisiert, erklärte dessen Geschäftsführer Oliver Lutz. Dafür stelle seine Organisation vier weibliche und einen männlichen Kollegen ab. „Wir kennen die Menschen seit vier Monaten und wenn wir uns das trauen, beruhigt es sie hoffentlich auch“, so Lutz zu den Einwohnern.

„Wir hatten seit Beginn der Flüchtlingskrise kaum Berührungspunkte mit Zuwanderern“, beschwichtigte auch Matthias Kliemchen von der Bergener Polizei. Das gelte für Diebstähle und andere Straftaten.

„Sie müssen sich keine Sorgen um ihre Frauen und Töchter machen.“ Alle Vorkommnisse würden täglich landesweit ausgewertet. Zudem würden seine Beamten alle Unterkünfte regelmäßig anfahren. Was Sicherheit und Brandschutz angeht, riet Kliemchen: „Halten Sie die Augen auf und geben Sie uns Hinweise.“

„Wie kann man helfen?“, fragte eine junge Frau und Manfred Schittko vom Seniorenbeirat regte an, Patenschaften zu übernehmen. „Wer helfen möchte, kann das gerne tun“, ermunterte Dennis B

rosseit, Leiter der Jugendherberge in Prora, in der die Flüchtlinge zuvor untergebracht waren. „Uns war es ein Vergnügen, diese Menschen zu Gast zu haben, die allesamt motiviert sind und fleißig lernen.“

Das Argument von etwaiger Konkurrenz um Arbeitsplätze entkräftete der Bergener Wolfgang Kannengießer: „Wir haben 5000 Arbeitslose und 7000 offene Stellen, da kann von Konkurrenz wohl keine Rede sein.“ Rolf Hoffmann von der Firma Kabel+Sat Bergen wollte wissen: „Wie viele der Menschen möchten dauerhaft hier bleiben und können wir Beschäftigte akquirieren?“ Der Landkreis solle die lokale Wirtschaft bei seinen Integrationsbemühungen einbinden. Den Hinweis auf ein Projekt der Greifswalder Nachbarn, die einen Runden Tisch mit Jobcenter und Wirtschaft bilden, versprach Carmen Schröter aufzugreifen. Ihren Worten zufolge sei etwa die Hälfte der Syrer bereits jetzt entschlossen, nach dem Ende des Bürgerkriegs zurückzukehren, um ihr Land wieder aufzubauen. „Vielleicht können Sie ja von der anderen Hälfte einige motivieren, hier zu bleiben“, antwortete ASB-Mitarbeiterin Ilka Natzius in Hoffmanns Richtung.

 



Uwe Driest

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