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Rügens erste Mitfahrbank in Putbus?

Putbus Rügens erste Mitfahrbank in Putbus?

Christdemokraten wollen das Projekt für mehr Mobilität in den Ausschüssen der Stadtvertretung diskutieren lassen.

Putbus. Hilferuf eines Insulaners auf der Facebook-Seite „Rüganer helfen Rüganern“: Sein Auto ist in der Werkstatt, wird aber erst zum Nachmittag des nächsten Tages fertig, zuvor muss er allerdings zur Arbeit nach Stralsund. Per Zug geht es nicht, weil die Bahn den Verkehr eingestellt hat, der Bus braucht zu lange. „Wer kann mich mitnehmen?“ Eine Antwort könnten die Putbusser liefern. „Wir wollen das Thema Tramperbank in den Fachausschüssen der Stadtvertretung diskutieren lassen“, kündigt Julia Präkel, Vorsitzende der Fraktion „CDU Putbus, Denk mal!“, an.

OZ-Bild

Christdemokraten wollen das Projekt für mehr Mobilität in den Ausschüssen der Stadtvertretung diskutieren lassen.

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Rückfahrbänke ideal

Die erste Mitfahrerbank in Deutschland wurde in der Gemeinde Speicher im Eifelkreis Bitburg-Prüm vor dem Rathaus aufgestellt.

Versicherungstechnisch ist eine Mitfahrbank unkompliziert. Der Mitfahrer ist über die Kfz-Versicherung des Fahrers versichert.

Als ideal wird es angesehen, dass das Projekt auch auf andere Orte ausgedehnt wird, damit man von dort auch wieder zurückkommt.

Den Anstoß dazu hätten zwei Jugendliche gegeben. „Die beiden Elftklässler aus Putbus waren bei unserer jüngsten öffentlichen Fraktionssitzung dabei und haben deutlich gemacht, dass es für sie ohne eigenes Auto schwierig ist, von Putbus aus kurzfristig in andere Orte auf der Insel zu gelangen, weil das Angebot des Nahverkehrs in manchen Ecken der Insel doch sehr ausgedünnt ist“, macht Präkel die von den Jugendlichen geschilderten Probleme deutlich. Um trotzdem mobil zu bleiben, wünschen die sich deshalb eine Tramperbank. Ringen sich die Putbusser dazu durch, würden sie Neuland betreten.

Denn auf Rügen wäre eine solche Bank die erste.

In anderen Gegenden Deutschlands sieht es dagegen anders aus. Dort, wo Orte nicht oder schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind, tragen die Sitzgelegenheiten, die dort Mitfahrbank genannt werden, bereits dazu bei, dass die Menschen trotzdem mobil bleiben. Die Bänke sind praktischerweise an vielbefahrenen Straßen aufgestellt und entsprechend gekennzeichnet. Wer da sitzt, möchte irgendwo hin. Ganz ausgefeilte Mitfahrbänke sind zudem mit Klappschildern versehen, so dass der Autofahrer auch gleich weiß, wohin der Tramper will.

Wie beispielsweise in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Dort wird seit mittlerweile drei Jahren mit einer solchen Bank der spärliche Busbetrieb ergänzt. Und die soll sich inzwischen zu einem altersübergreifenden Treffpunkt entwickelt haben, an dem spontan Fahrgemeinschaften entstehen, um flexibel von A nach B gelangen zu können. Inzwischen sollen solche Bänke auch in den umliegenden Dörfern aufgestellt worden sein. Mittlerweile sind solche Mobilitätsprojekte auch in Schleswig-Holstein auf die Beine gestellt worden – um das Leben in kleinen Orten lebenswerter gestalten zu können.

An vielbefahrenen Durchgangsstraßen mangelt es in Putbus nicht. Zum einen ist da die alte Bäderstraße, die weiter in die Ostseebäder in die eine sowie nach Garz und weiter nach Stralsund in die andere Richtung führt. Zum anderen gibt es die Landesstraße in Richtung Bergen. „Auf dieser und der anderen Trasse sind ständig Autos und damit entsprechend viele potenzielle Mitnehmer unterwegs“, sagt Stadtvertreterin Präkel.

Deshalb könne sie sich vorstellen, vorerst drei Mitfahrbänke aufzustellen, damit alle Fahrtrichtungen von der einstigen fürstlichen Residenzstadt aus abgedeckt sind. „Das wäre, so glaube ich, eine einfache Sache und auch nicht mit einem großen finanziellen Aufwand verbunden. Es lassen sich sicherlich auch Sponsoren für so ein Vorhaben finden. Wir wollen es auf jeden Fall umsetzen“, macht Präkel deutlich.

Wie das konkret aussehen soll und ob auch die Ortsteile der Stadt mit einbezogen werden – da wolle sie den öffentlichen Diskussionen mit den Bürgern nicht vorgreifen. Außer Frage stehe, dass es dann auch den nicht motorisierten Einwohnern der Ortsteile möglich wäre, nach Putbus zum Rathaus, zum Arzt oder zum Einkaufen oder sonst wohin zu gelangen.

Chris-Marco Herold

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