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Rügen Sagarder wollen Lietzower nach Jasmund holen
Vorpommern Rügen Sagarder wollen Lietzower nach Jasmund holen
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00:01 03.06.2016

Die Sagarder wollen die Lietzower wieder nach Jasmund holen. Zumindest verwaltungstechnisch. Möglich wäre dies durch einen Amtswechsel oder sogar durch eine Gemeindefusion. Ob die Lietzower überhaupt Interesse zeigen, wollen die Sagarder jetzt ausloten und dafür den Nachbarn einen Besuch abstatten. Die Gemeinde soll dafür offizielle Gespräche mit den Lietzowern aufnehmen, haben Sagards Kommunalpolitiker in ihrer Sitzung am Mittwochabend beschlossen.

Gemeinde will Gespräche mit Nachbarn für einen möglichen Zusammenschluss aufnehmen

„Für mich ist Lietzow geografisch generell im verkehrten Amt“, sagt der Sagarder Bürgermeister Sandro Wenzel (Bündnis für Rügen). Der Lage nach liegt die Nachbargemeinde an den beiden Jasmunder Bodden auf der Halbinsel Jasmund. „Die Amtsstube der Nachbarn befindet sich aber in Bergen.“ Lietzow gehört zu den Gemeinden, die vom Amt Bergen verwaltet werden. Das könnte, das sollte nach Ansicht Wenzels geändert werden. Seinen Vorstoß begründete er in der Gemeindevertretersitzung mit dem Gesetzentwurf zur Einführung eines Leitbildes mit dem Titel „Gemeinde der Zukunft“ für MV, über den die Landespolitik zur Zeit diskutiert. Dieses Gesetz kommt nicht von ungefähr. Zum einen stehen Kommunen vor den Herausforderungen des demografischen Wandels. Die Alterspyramide steht buchstäblich Kopf.

Die Kommunen müssen darauf regieren und – angefangen von altersgerechtem Wohnraum, einer vernünftigen Verkehrsanbindung bis hin zur Nachversorgung – die Voraussetzungen schaffen, damit das Leben in der Gemeinde in Zeiten des demografischen Wandels lebenswert bleibt. Das geht ins Geld. Doch das, was die Gemeinden „von oben“ bekommen, wird immer weniger. Die Zuweisungen auch an die Kommunen auf Rügen werden mit dem Auslaufen des Solidarpakts II 2019 sinken. „Die kleinen Kommunen mit weniger als 500 Einwohnern werden enorme Probleme bekommen“, schlussfolgert Sandro Wenzel. Deshalb will die Landesregierung per Gesetz zukunftsfähige Gemeindestrukturen schaffen. Kommunen sollen sich zusammenschließen. Gemeinden, die von selbst und freiwillig diesen Schritt unternehmen, soll laut Gesetzentwurf eine „Hochzeitsprämie“ von bis zu 200000 Euro gezahlt werden.

Er halte es persönlich überhaupt nicht für gut, immer größere Gemeinde- und Verwaltungsstrukturen zu schaffen, kommentiert Sandro Wenzel den Gesetzentwurf. Die Sagarder – „Wir gehören mit rund 2500 Einwohnern zu den größten Gemeinden im Amt Jasmund.“ – sieht er auch nicht ganz oben auf der Liste der „Hochzeitskandidaten“ stehen. „Trotzdem sollten auch wir über das Thema nachdenken und die Initiative ergreifen“, schlug er vor. „Denn auch wir könnten von einem Zusammenschluss profitieren.“

Dass Wenzel dabei zu den Nachbarn nach Lietzow schaut, wusste er zu begründen: „Wir haben eine lange, gemeinsame Gemeindegrenze. Wir haben beide – zur Zeit jeder für sich – Gemeindearbeiter beschäftigt, die bei einem Zusammenschluss effizienter eingesetzt werden könnten.“ Die Sagarder schieben an der Nordstraße gerade den Bau eines großen Solarparks an. Den Lietzowern gehöre ein großer Teil des Gewerbeparks Mukran. „Wir könnten das Areal gemeinsam besser entwickeln“, so der Bürgermeister. Für ihn gehört Lietzow zu den „Hochzeitskandidaten“. „Denn die Nachbargemeinde hat weitaus weniger als 500 Einwohner.“ (aktuell 265; Anmerk. d. Red.) Über drei Optionen soll mit den Nachbarn gesprochen werden kündigte Sandro Wenzel an: Lietzow wechselt vom Amt Bergen in das Amt Nord-Rügen. Die zweite Möglichkeit wäre eine Gemeindefusion, wobei die Lietzower eine eigene Ortsvertretung bekommen sollen. Die dritte Option wäre eine Eingemeindung. Damit würde die Nachbarkommune in der Sagarder aufgehen.

Der Lietzower Bürgermeister zeigte sich gestern überrascht über den Vorstoß der Nachbarn. „Davon höre ich das erste Mal“, sagte Jürgen Böhnig. Er signalisierte zumindest Gesprächsbereitschaft, stellte für die Lietzower aber fest: „Für uns gibt es mehrere mögliche Partner für so einen Zusammenschluss.“ Aktuell werde darüber in Lietzow aber noch nicht diskutiert.

Udo Burwitz

Nico Gruber gründete mit 17 Jahren sein erstes Unternehmen. Heute stellt er modernste Instant-Farben her

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