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Sassnitz will Millionen investieren

Sassnitz Sassnitz will Millionen investieren

Doppelhaushalt sieht hohe Ausgaben für Schulen, Kindergarten, Tierpark, Radwege und Straßen vor.

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2,8 Millionen Euro sind nächstes Jahr für den Umbau des Tierparks (li.) eingeplant, die Merkelstraße soll ab 2019 saniert werden. FOTOS (3): MAIK TRETTIN

Sassnitz. . In Sassnitz soll in den kommenden Jahren viel gebaut, erneuert und repariert werden. Nachzulesen ist das im Entwurf des Haushaltsplans für 2018/19, den die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen haben. Wir sprachen vorab mit Claudia Klemens, der Leiterin der Bauverwaltung im Sassnitzer Rathaus.

OZ-Bild

Doppelhaushalt sieht hohe Ausgaben für Schulen, Kindergarten, Tierpark, Radwege und Straßen vor.

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Die Sassnitzer scheinen sich in den kommenden Jahren auf einen Bauboom einstellen zu müssen beziehungsweise zu dürfen. Warum soll auf einmal so viel passieren? Ist zuviel Geld zum Ausgeben da?

Claudia Klemens: Es könnte gern mehr sein. Das, was wir uns für die kommenden Monate beziehungsweise Jahre vorgenommen haben, ist schon ein sehr ehrgeiziges Programm, das stimmt. Das kommt aber vor allem dadurch, dass wir eine ganze Reihe von Projekten vor uns herschieben mussten. Für viele Vorhaben hatten wir die Planungen fertig und die Finanzierungen abgeklärt und warteten beziehungsweise warten noch immer auf die Genehmigungen oder Fördermittelbescheide. Dadurch hat sich vieles aufgestaut.

Zum Beispiel?

Der Radweg zum Königsstuhl ist ein solches Projekt, das wir seit Jahren umsetzen wollen. Nun ist endlich alles in Papier und Tüten, das Fördergeld ist da, wie bereits in der OSTSEE-ZEITUNG berichtet wurde und wir können endlich mit der Auftragsvergabe starten.

Wann wird dort gebaut?

Voraussichtlich ab dem Frühjahr nächsten Jahres. Dann wird auch das Straßenbauamt den Abschnitt in seinem Verantwortungsbereich herrichten. Dabei handelt es sich um die Strecke zwischen der ehemaligen Förderschule an der Stubbenkammerstraße und dem Abzweig in Höhe Waldhalle. Dabei wird auch die Fahrbahn saniert und innerhalb der Ortslage der Gehweg und die Straßenbeleuchtung durch uns erneuert. Zuvor wird der Zweckverband in dem Bereich neue Leitungen legen.

Das wird doch nicht ohne Sperrungen abgehen . . .

Nein, während dieser Bauarbeiten kommt man nicht von Sassnitz aus zum Königsstuhl. In der Hauptsaison soll die Stubbenkammerstraße aber frei sein.

Angekündigt war aber auch eine Sanierung der Straße zum Königsstuhl?

Das ist richtig. Wir warten derzeit noch auf die Fördermittel für das 2,4 Millionen Euro teure Projekt. Geht alles glatt, können wir im Herbst kommenden Jahres beginnen – bei halbseitiger Sperrung. Eine Vollsperrung wird es nur an wenigen Tagen geben, wenn der Asphalt aufgebracht werden muss.

Lange wurde über den Tierpark-Umbau diskutiert, jetzt liegt die Fläche brach. Wie soll es dort weitergehen?

Dort sollen die Arbeiten im kommenden Jahr beginnen. Für 2018 haben wir rund 2,8 Millionen Euro eingeplant, davon rund 2,6 Millionen Euro an Fördermitteln. Insgesamt rechnen wir mit Umbaukosten von fünf Millionen Euro und einer 90-prozentigen Förderung. Aber die Fördermittelzusagen stehen noch aus.

Ein weiteres „Millionending“ soll vor allem den kleinen Sassnitzern zugute kommen. Was planen Sie da für den Rügener Ring?

Die dortige Kindertagesstätte „Kunterbunt“ braucht mehr als nur eine Renovierung. Dort gibt es erheblichen Sanierungsstau. Nachdem wir das Dach bereits erneuert haben, sollen im kommenden Jahr 1,5 Millionen Euro investiert werden. Mit dem Geld werden die Fassade gedämmt und neue Fenster eingesetzt. Wir werden zusätzliche Räume, die bislang von der BBR genutzt wurden, für den Hort und den Kindergarten herrichten. Für die Folgejahre sind außerdem Investitionen in die Elektrik, die Erneuerung der Heizungsanlage und in den Brandschutz vorgesehen. Auch für die Grundschule haben wir Geld eingeplant. Aber dort müssen wir erst noch den Variantenvergleich der Standorte abwarten, bevor es konkreter wird.

Sehr konkret ist das, was sich da in unmittelbarer Nähe zum Tierpark abspielt. Dem Vernehmen nach steht der Baubeginn für den Parkplatz am Steinbachweg bevor?

Das ist korrekt. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Zuerst werden das Heizhaus und der Schornstein abgerissen, dann wird gebaut. Im Juni soll der neue Parkplatz fertig sein. 1,46 Millionen Euro wird er voraussichtlich kosten. Das sind 200000 Euro mehr als geplant. Diese Preissteigerung haben wir in den Doppelhaushalt für das kommende Jahr mit eingestellt.

Wie sieht es mit der Treppe von der Stiftstraße in den Hafen aus?

Dort geht es voran. Nachdem die erste Ausschreibung kein zufriedenstellendes Ergebnis brachte, haben wir die Aufträge nun vergeben und werden noch in diesem Jahr beginnen.

Arbeit wartet genug auf die Kollegen vom Bau. Bleibt auch noch etwas für die Folgejahre?

Ganz gewiss. Unsere Finanzplanung reicht ja bis 2022. Da steht noch einiges an. Im nächsten Jahr sollen in Lancken der Gehweg und die Straßenlaternen zwischen dem Bahnübergang und dem Abzweig zum Gutshof erneuert werden. Im Jahr darauf ist das Gleiche in der Geschwister-Scholl-Straße geplant. 125000 Euro haben wir für 2018/19 eingeplant zur Sanierung der Brücke im Birkengrund. 1,6

Millionen Euro werden in den kommenden drei Jahren zur Sanierung des Geländes beim einstigen Netzboden, also zwischen Strand- und Windpromenade, zur Verfügung gestellt. Ebenfalls über mehrere Jahre verteilt, wollen wir mehr als eine halbe Million Euro zur behindertengerechten Sanierung Dutzender Bushaltestellen im Stadtgebiet ausgeben. Die Entwässerung und der Ausbau der Schulstraße stehen ebenso auf dem Plan wie der letzte Bauabschnitt der Seestraße zwischen Rügen-Hotel und Grundtvig-Haus. 2019 soll auch das letzte Teilstück der Hauptstraße zwischen der Stubbenkammer- und der Schult-Kruse-Straße saniert werden. Auch dort wird es nicht ohne Vollsperrung abgehen. Parallel dazu planen wir weiter am 2. Bauabschnitt der Straße der Jugend, also in Höhe des Fischerrings und der Stralsunder Straße, wo ein Kreisverkehr entstehen soll. 2019/2020 rechnen wir dann mit dem Baubeginn an der ehemaligen Hafenbahntrasse.

Ein Ärgernis ist seit Jahren die Merkelstraße. Haben Sie die vergessen?

Nein, auch dort soll sich etwas tun. Für rund 1,73 Millionen Euro wollen wir sie von Grund auf erneuern und 2019 oder 2020 sanieren, je nachdem, wann die Genehmigungen und die Fördermittel kommen.

Gibt es zwischen all dem Asphalt und Beton auch noch neues Grün?

Ja, auch das ist geplant. Wir wollen die Toilettenanlage am Kurplatz, die Wege nach Klein Helgoland und die Treppe am Karl-Liebknecht-Ring sanieren. In dem Zusammenhang werden wir den dortigen Hang zur Stabilisierung aufforsten lassen. Geht alles gut, sollen die Arbeiten 2018 beginnen.

Interview von Maik Trettin

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