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Rügen Schattenboxen und chinesische Klößchen
Vorpommern Rügen Schattenboxen und chinesische Klößchen
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00:01 19.10.2017
Blick auf die Metropole Huai’an. Rund fünf Millionen Menschen leben in der Stadt im Osten der Volksrepublik China. Quelle: Foto: Stadt Sassnitz
Sassnitz/Nipmerow

Diese Herbstferien werden für Tim Plamper exotisch. Der Gymnasiast aus Nipmerow hat mit seinen Eltern im Urlaub schon viele Ecken der Welt gesehen.

„Ich bin sicher, dass wir bei unserem Besuch in Huai’an eine ganze Menge sehen und vieles kennenlernen werden.“Tim Plamper (16), Schüler aus Nipmerow

Jetzt geht es ins Reich der Mitte. Mit einer elfköpfigen Jugenddelegation und zwei Stadtvertretern fliegt er morgen nach Shanghai. Von dort aus geht es am Montag weiter nach Huai’an, die chinesische Partnerstadt von Sassnitz. Bis zum Ende des Monats wollen die Jasmunder das Alltagsleben ihrer Altersgenossen kennenlernen und mehr über die chinesische Kultur und Geschichte erfahren.

Wenn er an China denke, denke er zuerst an ein sehr großes Land, sagt Tim Plamper. Nicht an das Essen? „Nein“, sagt der 16-Jährige lachend und schüttelt den Kopf. Als leidenschaftlicher Taucher ist Tim mit seiner Familie schon öfter in Asien gewesen, unter anderem auf den Philippinen und in Thailand. Die asiatische Küche werde nicht von Hundefleisch oder Insekten dominiert, wie sich das manche Europäer vorstellten. Einen genaueren Einblick werden die Sassnitzer in Huai’an bekommen. An einem Nachmittag werden sie lernen, wie man chinesische Klößchen zubereitet.

Was ihn in China erwartet, weiß der junge Empor-Fußballer noch nicht. Über Huai’an hatte er als Grundschüler zuletzt etwas gehört, als er mit der Klasse beim damaligen Sassnitzer Bürgermeister Dieter Holtz im Rathaus zu Gast war. Jetzt vor Ort sein zu können, sei etwas ganz anderes: „Ich bin sicher, dass wir eine ganze Menge sehen und vieles kennenlernen werden“, sagt er. „Die Gastgeber haben jedenfalls ein straffes Programm für uns zusammengestellt.“ Geplant sind ein Tischtennis-Turnier zwischen deutschen und chinesischen Jugendlichen, ein gemeinsames Singen, eine kleine Einführung in das chinesische Schattenboxen und eine Lehrstunde in chinesischer Kalligraphie und Malerei. Dazu kommen noch zahlreiche Ausflüge und immer wieder kleine Übungseinheiten im Chinesischen. Dass er sich mit den Jugendlichen nicht verständigen könnte, befürchtet Tim Plamper nicht. „Auf Englisch sollte das eigentlich klappen.“

Die Jugendlichen werden die meiste Zeit mit Gleichaltrigen von der Handelsschule Huai’an verbringen. Die Stadtvertreter Christine Zillmer und Ilona Wünscher reisen in erster Linie in die Partnerstadt, um als offizielle Sassnitzer Vertreter einer Einladung der Stadt Huai’an zu einer Veranstaltung zum 120. Geburtstag Zhou Enlais (Tschu En Lai) zu folgen. Der erste Premierminister der Volksrepublik China wurde in Huai’an geboren und dort nach wie vor verehrt. Zu seinem Jubiläum plant seine Geburtsstadt eine große Zeremonie, zu der sie auch alle Partnerstädte eingeladen hat.

Sassnitz und Huai’an, eine Fünf-Millionen-Einwohner-Metropole, pflegen seit 2007 eine offizielle Partnerschaft. Die Initiative dazu hatten seinerzeit die Chinesen ergriffen. Sie sind nach wie vor auch an einer wirtschaftlich engeren Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert. So soll der Hafen Mukran als wichtiges Verteilerzentrum einer zu reaktivierenden „Seidenstraße“ dienen.

Maik Trettin

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