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Rügen Tierpark-Pläne: Politiker sollen konkreter werden
Vorpommern Rügen Tierpark-Pläne: Politiker sollen konkreter werden
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00:00 07.04.2016

Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht (parteilos) hat keinen Widerspruch gegen den Beschluss der Stadtvertretung zum Tierpark eingelegt. „Ich möchte — nicht nur in dieser Frage — ein Miteinander von Verwaltung und Vertretung und kein Gegeneinander“, sagte er auf Nachfrage der OZ. Kracht hofft, gemeinsam mit den Politikern des Gremiums eine Lösung zu finden. Aus dem Grunde hatte er die Fraktionsvorsitzenden Anfang der Woche zu einer Gesprächsrunde ausschließlich zu diesem Thema eingeladen. Dabei habe er den bisherigen Weg des Projekts nachgezeichnet. „Mir war wichtig, dass wir alle, Politik und Verwaltung, den gleichen Arbeitsstand haben.“ Unter anderem habe er erklärt, dass das bislang für die Planungen ausgegebene Geld nicht zum Fenster hinausgeworfen sei. „Mit dem Ministerium ist abgestimmt, dass uns das bei einer Förderung des Projekts auf den Eigenanteil angerechnet wird.“

Der Tierpark liegt uns als einzigartige Attraktion am Herzen.“Peter Kordes (FDP), Stadtvertreter
Wir verfolgen schon lange eine kleinere Lösung für den Tierpark.“Norbert Benedict (SPD), Stadtvertreter
Der Tierpark liegt uns als einzigartige Attraktion am Herzen.“Peter Kordes (FDP), Stadtvertreter
Wir verfolgen schon lange eine kleinere Lösung für den Tierpark.“Norbert Benedict (SPD), Stadtvertreter

Doch wie die Umgestaltung des Tierparks aussehen soll, darüber gehen die Meinungen nach wie vor auseinander. Die Verwaltung hatte die mit dem Land abgestimmte „große Lösung“ vorgeschlagen, bei der die Vorgaben der Zoorichtlinien berücksichtigt werden. Die Mehrheit der Stadtvertreter hat sich dagegen für einen „moderaten Rückbau“ ausgesprochen. Aus dem Tierpark soll ein „verkleinerter Heimattiergarten mit ausschließlich heimischen und nicht pflege- und betreuungsintensiven Tierarten“ werden, heißt es in dem maßgeblich von der SPD vorangetriebenen Änderungsantrag, der Mitte März beschlossen wurde. Streichelgehege, Informations- und Hinweiseinrichtungen für den Nationalpark, kleinere Veranstaltungsbereiche, Spielplätze sowie gastronomische Einrichtungen — so stellt sich eine Reihe von Politikern die Zukunft des Areals am Steinbach vor.

Aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Benedict ist dies genau die sinnvolle Investition, die auf den Unterschriftenlisten von der Wählerinitiative für Sassnitz gefordert wird. „Dieses Ziel verfolgen wir seit Jahren“, versichert Benedict. Sinnvoll sei eine Investition jedoch nur dann, wenn sie dazu beitrage, den Zuschussbedarf der Stadt langfristig zu senken. „Das ist aber bei dem vorgelegten Konzept (gemeint ist das der Verwaltung. Anm.d.Red.) keinesfalls gewährleistet. Deshalb verfolgen wir Sozialdemokraten schon lange eine kleinere Lösung für den Tierpark.“ Genauso wie anfänglich die Wählerinitiative, sagt Benedict, der sich darüber wundert, dass die WfS jetzt sogar weitergehende Maßnahmen zum Umbau fordere, die bisher noch gar nicht berechnet worden seien.

Neue Perspektiven für die Einrichtung könnten sich durch die Bekenntnisse des Kreises und verschiedener Politiker zur über die Stadtgrenzen hinaus reichenden Bedeutung des Tierparks autzeigen. Das hofft auch die FDP-Fraktion, die sich deutlich zum Tierpark bekennt. „Wir wollen die Angebote der Unterstützung des Landrates Ralf Drescher, des Leiters der Tourismuszentrale Kai Gardeja, Professor Norbert Zdrowomyslaw von der Hochschule Stralsund und der Bundestagsabgeordneten Kerstin Kassner aufgreifen, sich an einer für alle tragbaren Lösung des Problems zu beteiligen“, heißt es in einer von den Stadtvertretern Claas Buettler und Peter Kordes unterzeichneten Pressemitteilung. „Der Tierpark liegt uns als einzigartige Attraktion in Sassnitz und auf Rügen am Herzen“, versichern sie. Aber:

„Das aktuell vorgelegte Ergebnis des Umbauprojektes durch die Stadtverwaltung kann nicht tragbar sein und ist nach heutigem Stand finanziell nicht zu verantworten“, finden die Sassnitzer Liberalen.

Zum einen sei die Stadt durch die Förderung 25 Jahre lang an den Betrieb der Einrichtung gebunden. „Können wir uns als Stadt nicht an die Förderbedingungen halten, müssen wir Fördermittel zurückzahlen.“ Zum anderen fehlen ihnen Aussagen zum Sozialgebäude sowie zu Gastronomie- und Veranstaltungsflächen. Auch die Instandhaltungskosten seien nicht berücksichtigt worden, ein Betreiberkonzept liege nur in groben Zügen vor.

Die FDP wünscht sich außerdem eine stärkere Einbeziehung der Sassnitzer Einwohner in die Planungen und regt eine öffentliche Veranstaltung an, auf der jeder sich mit seinen Vorstellungen und Ideen zum Erhalt des Tierparks einbringen kann. „Aus dieser Veranstaltung heraus kann eine Arbeitsgruppe entstehen, die kurzfristig konstruktive Vorschläge prüft und eine fundierte Arbeitsgrundlage für die Stadtverwaltung schafft.“

Die fordert von der Politik, Farbe zu bekennen und konkret zu werden. „Die Stadtvertreter müssen sich endlich dazu verständigen, wieviel Kultur sich Sassnitz leisten möchte“, sagt Frank Kracht. Für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Umbau stehen die Fördermittel bereit. „Wenn die große Lösung nicht gewollt wird, müssen die Stadtvertreter aber auch erklären, wo das Geld für den von ihnen unterbreiteten Vorschlag herkommen soll.“ Konkrete Aussagen sollen die Fraktionsvorsitzenden dazu noch in Vorbereitung der nächsten Ausschüsse bis zum 18. April machen.

Von Maik Trettin

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