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Titel „Kreideheilbad“ soll ins Landesgesetz

Titel „Kreideheilbad“ soll ins Landesgesetz

Sassnitzer Volksinitiative sammelt 15000 Unterschriften im ganzen Land für die Änderung des Kurortgesetzes in MV

Sassnitz Die Stadt Sassnitz soll das weltweit erste staatlich anerkannte Kreideheilbad werden. Kathrin Stein, Mirko Frost und Norbert Dahms haben zu einer Volksinitiative aufgerufen. Per Unterschriftensammlung wollen sie den Landtag dazu bewegen, den Begriff „Kreideheilbad“ in das Kurortgesetz Mecklenburg-Vorpommerns aufzunehmen. Wir sprachen mit Kathrin Stein.

Haben Sie schon mal ein Kreidebad genommen oder Rügener Heilkreide anderweitig angewendet?

Kathrin Stein: Ja, ich habe mir mal eine Kreidepackung für den Rücken machen lassen. Das war unglaublich angenehm. Kreide wärmt den Körper viel länger als die üblichen anderen Mittel.

Hat Sie das bewogen, für den Heilbadtitel zu kämpfen?

Stein: Nein, das nicht allein. Die Idee gibt es ja schon seit langem in Sassnitz und nicht allein bei mir. Ich hatte mir das Thema dann im Bürgermeisterwahlkampf im vergangenen Jahr auf die Fahnen geschrieben. Seitdem hat mich die Idee nicht mehr losgelassen.

Warum bedarf es gleich einer Volksinitiative, damit Sassnitz als Kreideheilbad anerkannt wird?

Stein: Weil dazu ein Landesgesetz geändert werden muss, nämlich das Kurortgesetz Mecklenburg-Vorpommerns. Dort ist der Titel „Kreideheilbad“ gar nicht vorgesehen. Wir wollen, dass er in die Aufzählung der verschiedenen Arten von Kurorten aufgenommen und der Paragraf 3 des Gesetzes entsprechend erweitert wird.

Was soll sich hinter dem Begriff verbergen?

Stein: Kreide muss vor Ort natürlich vorkommen. Außerdem muss es natürlich eine Einrichtung geben, wo die Kurmittel angewendet werden. In einem Kreideheilbad bräuchten wir wenigstens einen Kurarzt und ruhige Parkanlagen. Ich denke, das wären Kriterien, die wir in Sassnitz erfüllen könnten.

Was hätten die Sassnitzer davon?

Stein: Davon könnte die ganze Stadt profitieren: die Anbieter von Urlaubsquartieren aller Art, die Restaurants und Geschäfte, die Berufsschule, die Angestellten, die in der Gesundheitsbranche Ganzjahresarbeitsplätze finden würden, es gäbe mehr Kaufkraft. Durch die florierende Wirtschaft käme auch Geld in die Stadtkasse für Straßen und Gehwege, die vielerorts stark sanierungsbedürftig sind. Ich denke, Sassnitz sitzt bildlich gesprochen auf einer Kiste voller Gold und hat es nur noch nicht geschafft, den Deckel zu öffnen.

Brauchen die Sassnitzer dazu vielleicht Hilfe?

Stein: Ganz sicher. Allein kann so etwas keine Kommune schaffen. Unsere Nachbarn aus Sagard, Binz und Lohme wollen uns dabei unterstützen, haben sie in ersten Gesprächen signalisiert.

Apropos Unterstützung: Wie viele Unterschriften braucht die Volksinitiative?

Stein: Rund 15000 gültige Unterschriften sind nötig. Die bekommen wir natürlich nicht aus Sassnitz allein. Deshalb haben wir auch alle Rüganer aufgerufen, mitzuhelfenn und andernorts im Land für unsere Idee zu werben. Wir haben begonnen, Unterschriftenlisten an den Tankstellen, in Hotels und Apotheken auszulegen und werden auch Formulare über den Sonderdruck der Zeitschrift SAS in möglichst viele Sassnitzer Haushalte bringen. Außerdem kann man sich einen Vordruck aus dem Internet laden.

Könnte das Vorhaben an Formfehlern scheitern?

Stein: Ich hoffe nicht. Wir haben es gemeinsam mit der Landeswahlleiterin entwickelt, die uns dabei sehr unterstützt hat. Wichtig ist, dass nur die Unterschriften von Menschen, die in MV leben, gültig sind, nicht die von Bewohnern aus anderen Bundesländern. Wenn alles gut geht, sollte sich der Landtag bis zum Jahresende mit dem Thema befassen.

Interview von Maik Trettin

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