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Viel Licht und viel Schatten in Putbus

Putbus Viel Licht und viel Schatten in Putbus

Finanzsorgen, Kultur- und Sportveranstaltungen, Städtebau und Ehrenamt waren Themen beim Neujahrsempfang

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Afghanische Flüchtlinge: Shinwari Zabiullah (31, l.) arbeitet im Restaurant Nautilus, Khiwadin Sabirkuiel (24) besucht einen Deutsch-Sprachkurs und Ateeq Ahmad (21) arbeitet als Eisenflechter.

Putbus. Mit so einem Andrang beim Neujahrsempfang im Putbuser Rathaus hatte Bürgermeisterin Beatrix Wilke (parteilos) wohl nicht gerechnet, denn es wurde sehr, sehr eng im oberen Saal des Verwaltungssitzes. „Im kommenden Jahr sollten wir einen Teil des Marstalls für unseren Neujahrsempfang nutzen“, meinte Bürgervorsteher Gustav Lüth (CDU) bei seiner Begrüßungsrede, was für Erheiterung im Publikum sorgte.

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Afghanische Flüchtlinge: Shinwari Zabiullah (31, l.) arbeitet im Restaurant Nautilus, Khiwadin Sabirkuiel (24) besucht einen Deutsch-Sprachkurs und Ateeq Ahmad (21) arbeitet als Eisenflechter.

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Trotz der Lacher meinte es Gustav Lüth ernst damit, sich einen alternativen Veranstaltungsort zu suchen. Unter den vielen Gästen war auch eine Delegation aus der Partnerstadt Eutin, die unter der Führung von Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz (CDU) angereist war. In den Grußworten wurde die enge intensive Städtepartnerschaft zwischen Putbus und Eutin mehrfach hervorgehoben. Die Feier des 25-jährigen Jubiläums dieser Städtepartnerschaft am 3. Oktober 2015 in Eutin muss ein rauschendes Fest gewesen sein, da alle Beteiligten noch heute sagen, dass dieses Ereignis ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Von einer „stattlichen Abordnung aus Putbus“ sprach Bürgervorsteher Gustav Lüth in seinem persönlichen Rückblick auf das Jahr 2015, der sich schon auf die nächsten Besuche in Eutin freute. Zur Eröffnung der Landesgartenschau Schleswig-Holstein am 28. April in Eutin wollen die Putbusser wieder gerne in ihre Partnerstadt reisen, so Lüth.

Doch es war nicht nur eitel Sonnenschein, was beim Neujahrsempfang zur Sprache kam, denn immense Schulden belasten den Stadthaushalt. Die knapp 4500 Putbuser sind rein statistisch gesehen pro Kopf mit 3500 Euro verschuldet. Die langfristigen Kredite der Stadt belaufen sich auf fünf Millionen Euro und im städtischen Eigenbetrieb steht der Haushalt mit weiteren sieben Millionen in der Kreide.

Nach Aussagen von Wirtschaftsprüfern ist die Kreditlast gemessen an der Wirtschaftsleistung einfach zu hoch. „Die Minusbugwelle des Vortrages in das nächste Jahr wird immer größer“, sagte Bürgervorsteher Lüth. Diese tiefroten Zahlen haben zur Konsequenz, dass mehr gespart werden muss. „Doch wir dürfen uns nicht zu Tode sparen, wir müssen uns über Fördermöglichkeiten informieren und dort investieren, wo es eine hohe Förderung gibt“, so der Bürgervorsteher.

Putbus als Festspielstandort steht in punkto Sparplänen jedenfalls nicht zur Debatte, versicherte Lüth, denn „Kultur diene nicht bloß zur Unterhaltung, sondern ist ein wichtiger Standortfaktor für Investoren. Die Galerie am Circus 1 und die Galerie „Rotklee“ am neuen Standort am Markt seien eine Bereicherung des Kulturlebens. Der Festspielfrühling und das Landesposaunentreffen der Nordkirche im vergangenen Jahr waren nach Lüths Einschätzung für Putbus ein großer Erfolg.

Das Vilm-Schwimmen und die ersten Ostdeutschen Baumklettermeisterschaften waren sportliche Veranstaltungen, die bundesweit wahrgenommen wurden. Der Ironman auf der Insel habe sogar in der internationalen Presse große Aufmerksamkeit gefunden. An der Erlangung des Status‘ „Rosenstadt“ werde weiter gearbeitet und die Titelverleihung stehe weiterhin auf der Agenda. Zum Pädagogium, das für 2,3 Millionen Euro im Dezember letzten Jahres verkauft wurde, sagte Lüth nur einen Satz: „Das Zahlungsziel ist Anfang Februar, bisher gab es nur geringfügige Mail- und Telefonkontakte.“

Einen realistischen Lichtblick für die weitere Sanierung des Putbuser Parkes konnte Carsten Schwarzlose, Chef des Sanierungsträgers BIG-Städtebau, geben. Mit Geld des Wirtschaftsministeriums können die Arbeiten in diesem Jahr weiter voran gehen. „Wir werden als Projektbetreuer in diesem Jahr die Sanierung des Putbuser Parks weiter voran treiben, unter anderem die Wege, den Parkplatz, die Außenmöblierung und die Herstellung alter Sichtachsen — dafür stehen uns 3,3 Millionen Euro zur Verfügung“, so Schwarzlose.

Zum Schluss Informierte Lüth noch über die aktuelle Zahl der in Putbus lebenden Asylbewerber, von denen auch einige zum Neujahrsempfang gekommen waren: 31 Flüchtlinge, darunter 20 Afghanen und fünf Syrer.

Zwei ehrenamtlich tätige Frauen wurden beim Neujahrsempfang ausgezeichnet: Katrin Eigenfeld (69) aus Kasnevitz für ihr Engagement unter anderem im Kirchengemeinderat, im Flüchtlingshelferkreis und im Tierschutzverein. Für ihre ehrenamtliche Arbeit seit dem Jahr 1960 im Kreis- und Landesvorstand der Volkssolidarität wurde Edeltraut Henke (74) mit einer Urkunde geehrt.

 



Christian Rödel

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