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Wedding-Mieter wollen Parzellen statt Park

Sassnitz Wedding-Mieter wollen Parzellen statt Park

Pläne für Gemeinschafts-Grünanlage stoßen bei den Garten-Pächtern auf Ablehnung

Sassnitz. In der Debatte um die Zukunft der Innenhöfe am Sassnitzer Wedding zeichnet sich ein Kompromiss ab: Ein Großteil der Fläche zwischen den Wohnhäusern, auf der zahlreiche Garagen stehen, könnte demnach beräumt und zum Parkplatz umgebaut werden. Die benachbarten Mietergärten sollten erhalten bleiben. Das haben die Nutzer dem Sassnitzer Bürgermeister am Dienstag Abend mit auf den Weg gegeben. Frank Kracht hatte die betroffenen Garagenbesitzer und Gartenpächter persönlich zu einer Einwohnerversammlung eingeladen. Über die Zukunft des Areals wird seit Monaten debattiert. Die städtische Wohnungsgesellschaft WoGeSa und die Stadt Sassnitz möchten es gern gemeinsam umgestalten. Den Anwohnern gehen die Pläne zu weit.

 

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„„Es ist schlimm, dass überhaupt nicht in Erwägung gezogen wurde, die Gärten zu erhalten.“ Lutz Schmidtke, Anwohner des Weddings in Sassnitz

Quelle: Foto: Maik Trettin

Auch die, die der Landschaftsarchitekt Dierk Evert präsentierte. Die Stadt hatte ihn mit einer ersten Grobplanung beauftragt. Evert präsentierte zwei Varianten, die sich in der Anordnung der einzelnen Elemente unterschieden. Fester Bestandteil ist in beiden Fällen der Abriss der Garagen und das Anlegen von 40 Parkplätzen für die Mieter und drei für gehbehinderte Besucher des Viertels.

Schranken an der Zu- und der Ausfahrt sollen dafür sorgen, dass ausschließlich die Bewohner der 35 Wohnungen diese Flächen nutzen können. Ein öffentlicher Parkplatz für Nationalparkbesucher, wie er vor Wochen als mögliche neue Nutzung für das Gelände diskutiert wurde, ist offenbar nicht mehr Gegenstand der Diskussion. Statt der vielen kleinen Gärten könnte es nach Everts Vorstellung eine gemeinschaftlich genutzte Garten- und Parkanlage geben – mit Hochbeeten, Bänken, Spalierobst, künstlichen Hügeln, einer Pergola, Spielmöglichkeiten für Kinder und einer Gerätelaube. Das alles fördere den Gemeinsinn der Mietergemeinschaft, im Gegensatz zu den derzeitigen Parzellen mit den unterschiedlichen Lauben.

Das sehen die Mieter anders. „Wenn es die Gärten nicht geben würde, wären die Ideen in Ordnung“, sagt Lutz Schmidtke, der selbst dort gärtnert. So aber seien die Pläne indiskutabel. „Es ist schlimm, dass überhaupt nicht in Erwägung gezogen wurde, sie zu erhalten.“ Das Gemeinschafts-Grün ist auch für Sylvia Hänel nicht das Ziel. „Wenn ich einen fertigen Park haben will, gehe ich nach nebenan in den Nationalpark. Der Gemeinschaftssinn der Mieter müsse nicht geweckt werden, er sei schon vorhanden. Man unterhalte sich, helfe einander und tausche Pflanzen. „Aber jeder hat mit seinen Garten auch einen Rückzugsort.“

Das eigene kleine „Paradies“ in Ordnung zu halten sei leichter als eine Mieter-Grünanlage, gab Petra Lorenz zu bedenken. „Ist so ein Park erst mal errichtet, wer kümmert sich dann darum?“ „Wir haben so viel Landschaft in unseren Gärten“, winkte Manuela Maaß ab und fragte in Richtung Planer und Bürgermeister: „Warum wollen Sie die Fläche unbedingt umgestalten?“

„Ich will Ihnen persönlich nichts wegnehmen“, versicherte Frank Kracht und verwies auf einen entsprechenden Beschluss der Stadtvertretung. Wie es damit weitergehe, müssten die politischen Gremien entscheiden. Nachdem sich die Betroffenen geäußert haben, werden die Ideen im Bauausschuss am 14. November diskutiert. Danach werde man sehen, in welche Richtung weiter geplant werde.

Maik Trettin

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