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Zwar-Affäre: Neuer Chef zu Nikolaus

Bergen Zwar-Affäre: Neuer Chef zu Nikolaus

Nach dem Rücktritt von Reinhard Liedtke setzt der Rügener Zweckverband auf Neuanfang. Bürgermeister verlangen Entschuldigung bei Ex-Stellvertreterin Petra Harder

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Petra Harder

Quelle: Büssing, Stefanie

Bergen. Der Rücktritt von Reinhard Liedtke als Vorsteher des Zweckverbandes hat auf der Insel für unterschiedliche Reaktionen geführt. Petra Harder, Bürgermeisterin von Wiek, hält den Rücktritt für „folgerichtig“. „Es wäre schön, wenn es nun zu einer Aufarbeitung der Vorfälle und einem Neustart käme“, sagt sie. Harder selbst stehe für eine Nachfolge allerdings nicht zur Verfügung. Über einen neuen Verbandsvorsteher wird voraussichtlich in der kommenden Versammlung am 6. Dezember, dem Nikolaustag, entschieden. Der neue Amtsinhaber muss dann wie sein Vorgänger beeiden, seine „Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen“.Reinhard Liedtke war am Ende der Versammlung des kommunalen Zweckverbandes für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (Zwar) am Mittwoch zurückgetreten (die OZ berichtete). Er wolle Schaden vom Verband abwenden und daher den Weg frei machen für künftig anstehende Aufgaben, sagte Liedtke.

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Nach dem Rücktritt von Reinhard Liedtke setzt der Rügener Zweckverband auf Neuanfang. Bürgermeister verlangen Entschuldigung bei Ex-Stellvertreterin Petra Harder

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Sein Rückzug erfolgte als Konsequenz aus einer Verurteilung wegen Untreue. Liedtke hatte gemeinsam mit dem Zwar-Geschäftsführer Axel Rödiger 2014 unrechtmäßig Geld des Verbandes für eine „Champagner-Sause“ auf der Selliner Seebrücke ausgegeben. Auf den zugrundeliegenden Untreue- Vorwurf ging Liedtke nicht ein. Vielmehr behauptete er, in der Öffentlichkeit „demontiert“ worden zu sein. Darüber hinaus trete er zurück, „damit die Diskussionen unter den Mitarbeitern aufhören“.

Harder trat enttäuscht zurück

Kurz vor dem überraschenden Abgang hatte die Versammlung mit Karsten Schneider (Bürgermeister von Binz) und Beatrix Wilke (Putbusser Bürgermeisterin) zwei Stellvertreter gewählt. Dies war nötig geworden, nachdem die erste Stellvertreterin, Petra Harder (CDU), auf der Sitzung vom 6. September zurückgetreten war. Harder hatte die damalige Versammlung nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Liedtke und Rödiger einberufen. Als sich dabei abzeichnete, dass die Mehrheit der Bürgermeister trotz einer anderslautenden Vorstandsempfehlung keine personellen Konsequenzen aus dem Fall ziehen wollte, war sie enttäuscht zurückgetreten.

„Es war peinlich, wie mit Frau Harder umgegangen wurde“, meinte der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht am Mittwoch und forderte eine öffentliche Entschuldigung bei der Betroffenen. So ein Umgang wie in der September-Sitzung dürfe sich nicht wiederholen, pflichtete Karsten Schneider bei. „Die Streitkultur war ein wenig abhanden gekommen“, so der Binzer Verwaltungs-Chef.

Rechtsaufsicht moniert Beschlüsse

Schneider bestand seine Wahl zum neuen ersten Stellvertreter ohne Gegenkandidaten. Beatrix Wilke setzte sich mit 36 Stimmen gegen Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke durch. Schneider kam damit die Aufgabe zu, die Verbandsversammlung über die Entscheidungen der Unteren Rechtsaufsichtsbehörde über zwei Beschwerden im Zusammenhang mit der September-Sitzung zu informieren. Die Behörde monierte die zu kurzfristige Einladung und wies den Zwar an, Einladungen künftig auch auf der Internetseite zu veröffentlichen. Auch sei in der besagten Sitzung die Öffentlichkeit teilweise zu unrecht ausgeschlossen worden, und schließlich hatte die Versammlungsleitung es versäumt, über den Antrag des Rambiner Bürgermeisters Christian Thiede (FDP) auf Absetzung zweier Tagesordnungspunkte abstimmen zu lassen. Die Rechtsaufsicht wies den Zwar an, die davon betroffenen Beschlüsse wieder aufzuheben.

Einer der im September gefassten Beschlüsse hatte zudem vorgesehen, als Lehre aus den Vorfällen einen Rechnungsprüfungsausschuss einzurichten. Am Mittwoch nun informierte der stellvertretende Geschäftsführer des Zwar, Reinhard Litty, darüber, dass dies laut Kommunalprüfungsgesetz des Landes ohnehin verpflichtend vorgesehen sei. Bisher waren dessen Aufgaben vom Vorstand des Zwar übernommen worden. Das Protokoll der nichtöffentlichen September-Sitzung soll im Dezember beschlossen werden.

Uwe Driest

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