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Rügen Polizei: Jäger legen Zugverkehr lahm
Vorpommern Rügen Polizei: Jäger legen Zugverkehr lahm
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00:00 26.11.2016
Jäger führten gestern eine Treibjagd im Waldgebiet zwischen Lietzow und Ralswiek am Kleinen Jasmunder Bodden durch. FOTOS: UDO BURWIRTZ

. Etliche Zugreisende kamen über die gestrigen Mittagsstunden nicht vom Fleck. Der Schienenverkehr auf der Insel Rügen war für etwa zwei Stunden lahmgelegt. Augenzeugen berichten jedenfalls davon, dass Jäger im Zusammenhang mit einer Treibjagd bei Augustenhof mit ihren Flinten zwischen den Gleisen bei Lietzow unterwegs gewesen sein sollen.

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Die weisen alle Schuld von sich: „Wir haben nicht an den Gleisen bei Lietzow gejagt“

„Die Strecke zwischen Lietzow und Bergen musste von 11.03 bis 13 Uhr gesperrt werden, weil dort Jäger auf den Gleisen waren“, bestätigte Bahnsprecher Burkhard Ahlert gestern gegenüber der OZ. Ein ICE (Binz-München) verspätete sich deshalb um 120 Minuten und drei Regionalzüge mit insgesamt 132 Minuten. Zudem kam es zu vier Teilausfällen.

Gleich vor Ort war die Bundespolizei. „Gegen 10.40 Uhr hatte die Notfallleitstelle Berlin mitgeteilt, dass sich auf der Bahnstrecke im Bereich Lietzow mehrere Personen unberechtigter Weise auf und in den Gleisen aufhalten und diese erst nach Abgabe eines Achtungssignals und der Einleitung eines Bremsvorganges durch den Triebfahrzeugführer des RE13024 widerwillig die Gleise verlassen haben“, teilte Frank Wilhelm, stellvertretender Leiter der Bundespolizeiinspektion Stralsund, mit. Es habe sich dabei um eine Gruppe von 30 Jägern, die überwiegend aus Niedersachsen kommen sollen, gehandelt.

Einer soll dem Triebfahrzeugführer eine obszöne Geste gezeigt haben.

Zwei sofort eingesetzte Streifen und der Dienstgruppenleiter hätten den Sachverhalt vor Ort bestätigt. Die Bundespolizei habe sofort die Beendigung der Treibjagd angeordnet und die Personalien der Jäger aufgenommen. In Absprache mit dem Notfallmanagement sei die Streckensperrung um 13 Uhr wieder aufgehoben worden.

Die Aktion wird wohl ein Nachspiel haben. Wer bezahlt den Zugausfall beziehungsweise die Verspätungen? Die Bundespolizei habe die Ermittlungen gegen den Jagdleiter aufgenommen. Da ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorliege, habe dieser mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Außerdem werde ein Verstoß gegen das Bundesjagdgesetz geprüft.

„Das ist besorgniserregend, über Gleise darf nicht gejagt werden“, so Wilhelm. Die Treibrichtung sei aber diesbezüglich erkennbar gewesen.

Über eine Treibjagd bei laufendem Zugverkehr in diesem Bereich habe die Bahn im Vorfeld keinerlei Informationen erhalten. „Ein Unding“, meint Frank Wilhelm. Auch die Untere Jagdaufsichtsbehörde habe nicht darüber informiert und sei gestern nicht erreichbar gewesen. Seit Tagen würden auf Rügen Treibjagden veranstaltet, so auch im Bereich Prora. Dort laufe alles ordnungsgemäß ab bis hin zu Ausschilderungen und Absperrungen.

Vor ein paar Jahren habe sich im Bereich Lietzow ein ähnlicher Vorfall wie gestern ereignet. Damals sei von Jägern Wild aus dem Gleisbereich getragen worden, weshalb ein Lokführer den Zug anhalten musste. Darüber sei die Bundespolizei erst im Nachhinein von der Bahn informiert worden.

Bei den Jägern hört sich das alles anders an. „Von uns war kein Jäger an den Gleisen. Ich habe eine Vielzahl von denen befragt und viele haben es mir unabhängig voneinander berichtet. Ergebnis: Was die Bundespolizei behauptet, ist Unsinn und total übertrieben. Die haben überreagiert“, sagt Heinrich Schlömer, Inhaber des Jagdgebietes. Es wäre auch völlig unsinnig, sich an den Gleisen aufzuhalten, „Da ist das Wild nicht und die Jäger wollen sich auch nicht selbst in Gefahr bringen“, sagt Schlömer und ergänzt: „Bemerkt haben die Jäger dagegen Arbeiter, die sich an einer Bahnbaustelle an den Gleisen aufgehalten haben.“

Gerit Herold und Chris-Marco Herold

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