Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeschauer

Navigation:
Prora-Verkauf: Zoff um Studie von SPD-Bundestagsabgeordneter

Stralsund/Prora Prora-Verkauf: Zoff um Studie von SPD-Bundestagsabgeordneter

Kreistagsmitglieder sind sauer, weil eine Untersuchung vorab öffentlich wurde

Voriger Artikel
Fahrerflucht: Unbekannter setzt Verletzten einfach aus
Nächster Artikel
Diese Ideen gibt es für Müther-Platz in Binz

Blick auf Block V im denkmalgeschützten Komplex in Prora. Der Kreis will den Block verkaufen.

Quelle: Fotos: Stefan Sauer (dpa)/ove Arscholl

Stralsund/Prora. Die seit Monaten laufenden Vorbereitungen des bislang größten geplanten Immobilien-Deals des Landkreises Vorpommern-Rügen sorgen erstmals für schlechte Laune im Kreistag. Grund ist eine Machbarkeitsstudie zum Betrieb eines modernen Dokumentationszentrums zur NS- und DDR-Geschichte, das in Block V der einst von den Nationalsozialisten als „Kraft-durch-Freude-Seebad“ konzipierten Anlage entstehen soll.

 

OZ-Bild

Bisher fehlte eine konkrete Machbarkeitsstudie dazu, wie die Gedenkstättenarbeit an diesem Ort später aussehen könnte.Sonja Steffen SPD-Bundestagsabgeordnete

Die Untersuchung war in der vergangenen Woche von der Stralsunder SPD-Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen der Öffentlichkeit vorgestellt worden (die OZ berichtete). Dies sorgt jetzt in einem zur Begleitung des gesamten Verkaufsprozesses von Block V gegründeten Fachausschuss für Ärger. Die SPD-Politikerin und Ausschussvorsitzende Kristine Kasten richtete während der vergangenen Sitzung am Dienstagabend deutliche Kritik an ihre Parteikollegin: „Wir sind hier keine Alibi-Veranstaltung.“ Aus ihrer Sicht hätte es sich gehört, die Studie zunächst den Mitgliedern des Fachausschusses und erst anschließend der Öffentlichkeit vorzustellen. Während in der Zeitung bereits aus dem Papier zitiert werde, liege es den Ausschussmitgliedern bislang noch nicht einmal vor, ätzte Kasten in Richtung Steffen. Nachdem sowohl Landrat Ralf Drescher (CDU) als auch sein Stellvertreter Manfred Gerth (SPD) den Stellenwert des Ausschusses daraufhin noch einmal unterstrichen hatten, warf der CDU-Kreistagsabgeordnete Thomas Reichenbach durchaus zynisch ein: „Ich geh’ gleich nach Hause.“ Gerth sagte den Ausschussmitgliedern nach der kurzen, aber aufgeladenen Debatte zu, dafür zu sorgen, dass auch sie die 37-seitige Machbarkeitsstudie, für die die Beratungsfirma Museo Consult 6500 Euro erhalten hat, erhalten werden.

Der fünfte Block ist der letzte in öffentlicher Hand. Er gehört zu großen Teilen dem Landkreis Vorpommern-Rügen und soll im März zum Verkauf ausgeschrieben werden. Der Investor muss aber mehrere Auflagen erfüllen – wie die mietfreie Unterbringung des Dokumentationszentrums auf einer Fläche von 2700 Quadratmetern in einem Teil des Gebäudes, das an eine Jugendherberge grenzt. Sie ist dort bereits seit 2011 beheimatet, nachdem dieser Abschnitt für 16,4 Millionen Euro saniert worden war.

In der Tat ist die Rolle des bereits im Herbst 2016 gegründeten Begleitgremiums zur Vorbereitung des Verkaufs eines Großteils des fünften Blockes in Prora auch intern etwas unklar. Hinter vorgehaltener Hand wird im Kreistag von einem „Durchwink-Verein“ gesprochen. Dem Ausschuss gehören keine ausgewiesenen, unabhängigen Immobilien- oder Tourismusexperten an, die die Pläne, die der Landkreis für Prora seit Monaten vorantreibt, fachlich bewerten könnten. Auch externe Experten sind bisher nicht eingeladen worden.

Sonja Steffen betont, dass sie nicht von dem Ausschuss mit einer Machbarkeitsstudie zur Ansiedlung eines Dokumentationszentrums beauftragt worden sei, sondern die Initiative allein vom Dachverband „Bildungs- und Dokumentationszentrum Prora“ ausgegangen sei. Der war im August vergangenen Jahres gegründet worden, um die Gedenkarbeit, die in Prora bislang von zwei Vereinen an unterschiedlichen Standorten geleistet wird, besser aufeinander abzustimmen, ehe beide Projektträger später unter einem Dach miteinander verschmelzen sollen.

Zweiter Grund: „Bisher fehlte eine konkrete Machbarkeitsstudie dazu, wie die Gedenkstättenarbeit an diesem Ort später aussehen könnte und wie viel dieses Vorhaben kosten wird“, betonte Steffen. „Das wollten wir vorab erheben lassen. Und diese Zahlen liegen nun vor.“

Benjamin Fischer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stadtmitte
Anneke Wallbaum begegnet dem Straßenlärm in Rostock.

Rostocker sollen ihre Ideen einbringen / Einige Brennpunkte seit 2014 entschärft

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Rügen
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.