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Rügen Putbus streitet um neuen Betriebsleiter
Vorpommern Rügen Putbus streitet um neuen Betriebsleiter
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03:47 09.03.2013
Es kann nicht sein, dass wir was beschließen und dann drei Monate lang nichts passiert.“Bürgervorsteher Gustav Lüth

PutbusStadtvertreter und Bürgermeister im Clinch: Die Politik will ein neues Zugpferd, das den stotternden Motor im Tourismusgeschäft in Putbus endlich richtig zum Laufen bringt. Schon vor Monaten haben die Stadtvertreter deshalb beschlossen, dass die Stelle des Leiters des Eigenbetriebes ausgeschrieben wird. Bürgermeister Harald Burwitz (parteilos) erhielt den Auftrag, die passende Frau bzw. den Mann für diesen Job zu suchen. Monatelang ist aber nichts passiert, sagt Bürgervorsteher Gustav Lüth (CDU) und nimmt das Rathaus ins Visier: „Hier wird verschleppt, der Bürgermeister setzt unseren Beschluss einfach nicht um.“

Die Personalie sollte längst erledigt sein. Spätestens bis zum 1. März hat die Stellenbesetzung zu erfolgen, haben die Stadtvertreter bereits Mitte Dezember beschlossen. Lüth: „Die Saison steht vor der Tür, wir wollen gut vorbereitet starten.“ Doch für die Saisonvorbereitung hat im kommunalen Eigenbetrieb nach wie vor der Rathauschef höchstpersönlich das Sagen. Harald Burwitz ist der Betrieb, der die Wohnungen im Eigentum der Stadt und den kommunalen Hafen in Lauterbach bewirtschaftet und unter dessen Dach auch die städtische Touristeninformation angesiedelt ist, unterstellt.

Diese Organisation bringt aber nicht das Ergebnis, das wir wollen und brauchen, sagt Lüth. „Deshalb versuchen wir schon seit zwei Jahren, die Strukturen im Eigenbetrieb zu ändern, weil sie einfach nicht schlagkräftig genug sind.“

Regina Dabel (CDU) wundert das nicht. „Sind die Beschäftigten im Eigenbetrieb, die für volle Gästebetten sorgen und dafür die Werbetrommeln rühren sollen, überhaupt vom Fach?“, will sie als Vorsitzende in der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses von der städtischen Tourismusmanagerin Birgit Lahann wissen. Die schüttelt den Kopf: „Keiner, in der Touristeninformation ist niemand vom Fach.“ Selbst Lahann nicht. Sie ist Verwaltungsexpertin, präsentierte dem Ausschuss in ihrer Funktion als Tourismusmanagerin aber eine ernüchternde Bilanz. Putbus verbucht für 2012 ein Minus von fünf Prozent bei den Gästeankünften und Übernachtungen. Mit 192 547 Euro eingenommener Kurtaxe hat die Stadt ihr Ziel von 200 000 Euro nicht erreicht, obwohl die Kurabgabe zu Beginn des vergangenen Jahres um 30 Cent erhöht wurde.

Genau deshalb brauchen wir einen neuen Leiter für den Eigenbetrieb, sagt Lüth. „Keinen diplomierten Ingenieur, davon haben wir in der Verwaltung schon genug, sondern einen Kaufmann mit touristischer Ausrichtung.“ Der soll den Eigenbetrieb in einen wirtschaftlich arbeitenden Kommunalbetrieb umgestalten. „Auch das haben wir im Dezember schon beschlossen“, so der Bürgervorsteher. Er ist empört:

„Nichts passiert.“

Urlaub, Krankheit, Bürgermeister-Treffen, zählt Burwitz auf. „Ich bin seit Donnerstag erst wieder im Rathaus richtig im Dienst.“ Lüth lässt die Entschuldigung nicht gelten: „Die Arbeit lässt sich im Rathaus auch verteilen, es gibt Stellvertreter.“ Und für die Stellenausschreibung haben die Stadtvertreter für die Verwaltung schon sämtliche Vorarbeit geleistet, schiebt er nach. „Wir haben ein sehr detailliertes Anforderungsprofil für den neuen Betriebsleiter vorgegeben“, so Lüth.

Burwitz hält dagegen: „Wieviel Geld der bekommen soll, aber nicht. Ich kann nicht einfach einen Betrag X dafür festlegen. Dazu bin ich gar nicht befugt.“ Das wolle er jetzt in einem Gespräch mit dem Bürgervorsteher klären. „Dann kann die Ausschreibung erfolgen, zu Saisonbeginn könnte die Personalie geregelt sein“, kündigt Burwitz an — fast drei Monate nach der Beschlussfassung.

Schmales Budget
4000 Euro kann Putbus der städtischen Touristeninformation nur für das Außenmarketing an die Hand geben. Das schmale Budget muss ein ganzes Jahr reichen, mehr Geld hat die Kommune dafür nicht.

Udo Burwitz

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