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Rügen Putbusser Ex-Stadtvertreter schmeißt Parteibuch hin
Vorpommern Rügen Putbusser Ex-Stadtvertreter schmeißt Parteibuch hin
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00:00 30.08.2018
Putbus

Nach der Niederlegung seiner Mandate, die bereits in der Stadtvertretersitzung Ende Juni vorgetragen wurde, hat Andreas Hoffmann nun auch seinen Abschied aus seiner Partei verkündet. Im Februar 2007 trat er in Die Linke ein. „Damals war die gesamtpolitische Lage im Land anders als heute. Ich wollte den Weg mit den Linken gehen“, sagt der 58-Jährige.

Mich gegen soziale Unge- rechtigkeit einzusetzen, war mein Anliegen bei der Linken. Andreas Hoffmann

Auf Vorschlag der Partei ließ er sich 2014 für die Stadtvertreterwahl aufstellen und war nach seiner Parteigenossin Birgit Mager der Linken-Kandidat mit der zweithöchsten Stimmenanzahl. Nach Absprache übernahm er den Fraktionsvorsitz in der Putbusser Stadtvertretung. Nach vier Jahren sieht er in dieser Aufgabe keinen Sinn mehr. „Als Stadtvertreter habe ich mich entschieden, die Interessen und Anregungen der Bürger wahrzunehmen. Solch eine Entscheidung fällt man dann nicht von heute auf morgen“, so Hoffmann über seinen Rücktritt.

Der Auslöser war sein zuletzt gestellter Antrag auf Gründung eines Katastrophenstabes in der Stadt, der für ihn unverständlich abgelehnt wurde. „Es ist doch besser zu haben, als zu brauchen. Ich habe sogar meine ehrenamtliche Mitarbeit in dem Katastrophenstab angeboten. Man soll ja schließlich Vorbild sein“, meint Hoffmann. Eine Weiterleitung des Antrages in den zuständigen Ausschuss wollte er nicht abwarten. Auch bei der zurückliegenden Entscheidung, die Aufwandsentschädigung für Stadtvertreter von 20 auf 40 Euro anzuheben, stellte er sich ohne Erfolg dagegen. Genauso erging es ihm bei der Abstimmung zur Erhöhung der Kinderbetreuungskosten. „Als Stadtvertreter kann ich den Bürgern so etwas nicht aufbürden“, sagt Hoffmann. „Private und parteipolitische Interessen müssen zurückstecken, wenn es darum geht, Bürger zu schützen.“

Zu viele derartige Niederschläge nimmt Hoffmann als mangelnde Wertschätzung seines Engagements wahr. „Ich habe das Gefühl, dass Dinge abgelehnt wurden, nur weil sie von mir kamen“, so der ehemalige Stadtvertreter. Nachdem er auch innerhalb der Partei nicht auf die gewünschte Rückendeckung stieß, folgte nun die Entscheidung zum vollständigen politischen Rückzug. „Ich habe mich jahrelang engagiert, da ist die Politik nicht vergessen. Ich bin weiter politisch interessiert, habe aber keine Ambitionen mehr mitzumischen“, sagt Hoffmann, der bis 2015 eine Dachklempnerei und Dachdeckerei betrieb. Einen Neubeginn in einer anderen Partei schließt er aus.

Ehemalige Weggefährten schauen gespalten auf die Entscheidungen. Parteikollegin Birgit Mager: „Das muss man so akzeptieren. Ich habe ihm dazu persönlich meine Meinung gesagt.“ Nicht immer seien sie einer Meinung gewesen, hätten das aber stets untereinander geklärt. „Bei Abstimmungen ist es immer so, dass einige der Meinung sind, es sei richtig, und andere nicht. Jeder Stadtvertreter stimmt nach bestem Wissen und Gewissen ab. Man macht es nie allen recht. Da kann man auch innerparteilich mal anderer Meinung sein“, so Birgit Mager, die Hoffmanns Austritt aus der Partei bedauert. So sieht es auch die Rügener Bundestagsabgeordnete der Linken, Kerstin Kassner: „Das muss man zur Kenntnis nehmen, wenn es so tiefgreifende Verschiedenheiten gibt. Wir hatten sicher nicht so viel Gelegenheit, Dinge auszudiskutieren. Daher ist es mir auch nicht gelungen, dort zu unterstützen.“

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Julia Präkel weist die Vorwürfe zurück, dass die Stadtvertreter nur eigene oder parteipolitische Interessen verfolgen. „Dafür sind wir eine viel zu kleine Gemeinde. Wenn es um die Sache geht, arbeiten wir zusammen. So haben wir schon oft gemeinsame Anträge zu wichtigen Themen gestellt. Auch bei einigen Anträgen von Herrn Hoffmann haben wir angeboten, diese detailliert in den Ausschüssen zu bearbeiten“, so Präkel. So sieht es auch Gerhard Reese aus der SPD-Fraktion. „Man muss auch mal warten, bis die Dinge erarbeitet wurden.“

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