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Rätselhaft: Auf Hiddensee verschwinden Katzen spurlos

Hiddensee Rätselhaft: Auf Hiddensee verschwinden Katzen spurlos

Vor allem in Kloster kehren die Vierbeiner nicht wieder nach Hause zurück. Andere Samtpfoten werden misshandelt oder vergiftet. Die Polizei hofft auf konkrete Hinweise.

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Christine Arendt befestigt den Suchaufruf nach Katze „Muri“ an einem Baum in Kloster.

Quelle: Chris-Marco Herold

Hiddensee. Erschossen, Schulter zerschlagen, vergiftet oder spurlos verschwunden. Die Liste des Grauens ist lang. Sie dokumentiert den Umgang mit Haustieren — vornehmlich Katzen — auf der Insel Hiddensee. „Seit 2002 sind 47 Katzen, zum Teil auch Hunde, und deren Halter davon betroffen“, sagt Christine Arendt. Sie, die als Verkäuferin in der Inselbuchhandlung in Kloster arbeitet, hat die Fälle dokumentiert.

Mit der Grausamkeit wurde sie selbst auch konfrontiert. Drei Katzen habe sie in den zurückliegenden Jahren verloren. „Vergiftet, Schulterblatt zerschlagen und ein Kater ist 2006 erschossen worden.

Von zwei Luftgewehrkugeln wurde er getroffen“, zählt Christine Arendt auf. Derzeit hat sie noch eine Katze. „Die lasse ich früh und abends mal kurz raus. Ansonsten ist sie den ganzen Tag drinnen“, sagt Arendt. Sie ist Jahrgang 1954, stammt aus Leipzig, lebt seit 2000 auf Hiddensee und ist seit Jahrzehnten im Tierschutz aktiv. Deshalb und weil sie mit Tieren groß geworden ist, liegen ihr die Schicksale der Vierbeiner so am Herzen.

Mit ihrer Liste des Grauens kann sie eines aufzeigen. Hauptsächlich in Kloster scheint es für Katzen gefährlich zu sein. Und wenn die Tiere nicht verletzt nach Hause kommen, sollen sie spurlos verschwunden sein. „Zuvor sind sie von den Besitzern abends noch mal rausgelassen worden“, sagt Christine Arendt, die danach schon an etlichen Suchen teilgenommen hat. „Zu finden ist nichts mehr:

keine Fellreste, keine Blutspuren, kein Kadaver, nicht in der Landschaft, nicht in der Mülltonne. Jüngstes Beispiel ist „Muri“, die dreijährige, mehrfarbig gestreifte Katze von Andrea und Martin Hulickov. Die Slowaken arbeiten die Saison über auf Hiddensee und wohnen in Kloster. „Seit Juli ist unsere Glückskatze weg“, sagt Andrea Hulickova. Im vergangenen Jahr waren sie in Vitte untergebracht. Da war „Muri“ auch schon mit — und verschwand nicht.

Bei der Polizei ist das bekannt. „Unsere Inselpolizisten wissen, dass das vor allem in Kloster vorkommt“, sagt Polizeisprecherin Antje Unger. Allerdings fehle den Beamten der Ansatz für weitere Ermittlungen gegen mögliche Straftäter. Dies sei 2012 einmal geschehen. Damals war ein Kater „nach schwerer Gewalteinwirkung“ in den Nachtstunden des 20. August drei Tage später gestorben. Das Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt hat die Staatsanwaltschaft aber im Januar 2013 eingestellt. „Es ist uns nicht gelungen, einen Täter zu ermitteln“, schrieb der Staatsanwalt. Heute rät Antje Unger: „Wenn das Tier verletzt nach Hause kommt und der Arzt feststellt, dass die Blessur nicht von einem anderen Tier stammt, dann sollten die Halter sofort mit dem Befund zur Polizei kommen.“

Christine Arendt will Licht ins Dunkel bringen. „Man muss das jetzt verstärkt beobachten. Das kann kein Zufall sein. Hier müssen doch der oder die Täter oder Tier-Fellhändler am Werk sein. Vor allem müssen die ja Ortskenntnisse haben, die Tiere kennen und nachts einfangen“, vermutet sie.

Wie auf Hiddensee sind jüngst in Sassnitz Katzen spurlos verschwunden (OZ berichtete). „Diese Häufung an einem Ort, das ist schon ungewöhnlich“, sagte Heike Stock von der Tiernotstation Tilzow damals. Aber auch, dass es keine Anhaltspunkte für Tierfänger gebe.

Ermittlungen eingestellt
47 Katzen sollen seit 2002 auf der Insel Hiddensee spurlos verschwunden sein, wurden misshandelt, erschlagen oder vergiftet. Bei den Samtpfoten, die nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sein, soll es sich um ganz einfache Hauskatzen gehandelt haben. In einem Fall hat die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt — ihn aber schließlich zu den Akten gelegt.

 



Chris-Marco Herold

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