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Rügen Ratzke: Molkerei steht jetzt auf der Denkmalliste
Vorpommern Rügen Ratzke: Molkerei steht jetzt auf der Denkmalliste
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14:55 18.05.2018
Die Bergener Molkerei steht jetzt auf der Denkmalliste. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Bergen

Die Pläne der DMK Deutsches Milchkontor GmbH, die Bergener Molkerei abzuwickeln und womöglich abreißen zu lassen, scheinen vorerst durchkreuzt. „Die Molkerei nebst Inventar steht jetzt auf der Denkmalliste. Es wird geprüft, ob sie den Denkmalschutzstatus bekommen kann“, sagt Bergens Bürgermeisterin Anja Ratzke, deren Idee es war, diesbezüglich bei der Denkmalschutzbehörde einen Antrag zu stellen.„Wir können uns als Stadt nicht in wirtschaftliche Belange einmischen. Wenn es aber darum geht, Tradition und Arbeitsplätze zu erhalten, sollten wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen“, sagt die Bürgermeisterin. Anfangs hatte sie versucht, einen anderen Weg zu beschreiten. „Um einem Investor den Neubau einer Molkerei zu erleichtern, wollte ich mir vom Hauptausschuss das Okay für einen Prüfauftrag holen, um zu ermitteln, ob Voraussetzungen vorhanden sind, einem Investor im Tilzower Gewerbegebiet ein Grundstück kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Das wurde abgelehnt.“Bei einem weiteren Gespräch mit einem Investor habe sich allerdings herausgestellt, dass dieser weder ein Grundstück beanspruchte noch einen Neubau plante. „Er nannte die Molkerei ein Unikat, die Manufaktur einmalig.“ Diese Aussage habe sie bewogen, sich an die Landesdenkmalschützer zu wenden, die auf ihr Ansinnen eingegangen seien.„Jetzt muss die DMK GmbH nur noch bereit sein, zu verkaufen, denn bis zum Abschluss der Prüfung des Denkmalschutzstatus darf an der Molkerei nicht verändert werden“, sagt Ratzke weiter. „Ich würde mir wünschen, dass die DMK ihrer Mitverantwortung für die Region nachkommt und den Investoren die Türen öffnet. Das wäre vor allem ein Signal an die Arbeitnehmer und die betroffenen Familien.“Die DMK, die kürzlich 100 Prozent an der russischen RichArt Group – ein Käseproduzent in der Region Woronesch – erwarb, soll Pläne in der Schublade haben, wonach der Bergener Betrieb abgerissen und in Russland wieder aufgebaut werden soll. Anja Ratzke will davon gehört haben, Jörg Dahms, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten für die Region Mecklenburg-Vorpommern, bestätigt das. „Wir haben in den Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und DMK am Donnerstagnachmittag sogar erfahren, dass bereits erste Maschinen verkauft wurden – ohne, dass wir darüber zu irgend einem Zeitpunkt informiert worden wären.“Ratzkes Vorstoß lobt er ausdrücklich. „Das ist für unserer Verhandlungen sehr unterstützend“, sagt Dahms. „Das könnte der DMK eine Brücke bauen, den Betrieb nun doch an einen Investor zu verkaufen. – Wenngleich die Gesellschaft während der Verhandlungen immer wieder behauptete, dass es angeblich keinen Investor gebe.“Die Aufnahme in die Denkmalliste beinhalte noch einen weiteren Aspekt, der sehr molkereispezifisch sei. „Bleibt das Traditionswerk stehen, kann der Bakterienstamm im Gebäude erhalten bleiben“, sagt Dahms mit Blick auf eine Käseproduktion weiter.Die Molkerei produziere seit nunmehr 65 Jahren in Bergen und sei damit auch ein Stück Stadtgeschichte, findet die Bürgermeisterin. „Teile des Inventars verzeichnen ebenfalls eine jahrzehntelange Geschichte und sind daher unwiederbringlich“, sagt sie weiter. „Es sind die letzten Industriearbeitsplätze in Bergen und die Molkerei ist die Einzige, die nach der Wende im Bereich der Ernährungswirtschaft noch in Bergen existiert. Die Schließung des Werkes würde ohne Not erfolgen und die Zukunft des Standortes und der Mitarbeiter hängt lediglich von Bereitschaft des DMK ab, das Werk verkaufen zu wollen.“ Es scheine, als würde die DMK diese Entscheidung aus Angst vor Konkurrenz getroffen haben. „Wirtschaftliche Beweggründe kann es jedenfalls nicht geben, da die Schließung des Werkes Millionen kostet, die vermutlich durch die Verbraucher zu tragen sind.“Ein Sprecher der DMK war gestern für die OZ nicht erreichbar.

Berndt Jens-Uwe

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