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Rennwagen-Trip und Mikroskopie

Stralsund Rennwagen-Trip und Mikroskopie

In monströser Größe erscheint der riesig wirkende Stachel einer Mücke auf dem Bildschirm des Raster-Elektronen-Mikroskops im Labor für Werkstofftechnik der Stralsunder Fachhochschule.

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Quelle: Fotos: Christian Rödel

Stralsund. In monströser Größe erscheint der riesig wirkende Stachel einer Mücke auf dem Bildschirm des Raster-Elektronen-Mikroskops im Labor für Werkstofftechnik der Stralsunder Fachhochschule. Mit wenigen Mausklicks vergrößert der 24-jährige Bachelor-Absolvent Paul Konrad im nächsten Augenblick die Gliedmaßen einer Fliege — und das alles in 25000-facher Vergrößerung. Wow, beeindruckend!

OZ-Bild

In monströser Größe erscheint der riesig wirkende Stachel einer Mücke auf dem Bildschirm des Raster-Elektronen-Mikroskops im Labor für Werkstofftechnik der Stralsunder Fachhochschule.

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Am Tag der offenen Tür am Samstag auf dem Campus der Stralsunder Fachhochschule (FH) war diese Demonstration der enormen Leistungsfähigkeit des Zeiss-Mikroskops natürlich auch ein wenig Show, denn eigentlich ist hier nicht die Insektenwelt wissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand. „Wir können mit diesem Mikroskop Gefügestrukturen untersuchen und Bruchanalysen erstellen“, sagt Paul Konrad, der nach seinem erfolgreichen Bachelor-Abschluss momentan noch einen Ergänzungsstudiengang zum Diplom-Wirtschaftsingenieur absolviert. „Wir sind im Vergleich zu anderen Hochschulen technisch wirklich sehr gut ausgestattet“, meint Professor Roy Keipke, der das Labor für Werkstofftechnik leitet. Der 49-jährige Wissenschaftler lehrt seit 2007 an der Stralsunder Alma Mater, deren praxisbezogene Studiengänge von der Industrie mit Wohlwollen wahrgenommen werden. Es ist nicht nur so, dass Stralsunder FH-Absolventen inzwischen beste Karrierechancen in der Industrie haben. Selbst international agierende Unternehmen unterschiedlicher Industriezweige nutzen bevorzugt das technische Know-how der Hochschule, wenn es beispielsweise darum geht, an schwer zugängliche Bereiche von Kraftwerksanlagen zu gelangen, um Materialermüdungen feststellen zu können. Das laute Motordröhnen eines Luftkissenfahrzeuges weckte am Sonnabend insbesondere die Neugier von männlichen Besuchern.

„Dieses Luftkissenfahrzeug dient uns als Testobjekt für Kleingasturbinen“, klärt Uwe Borchert die interessierten Zuschauer auf. Der 44-jährige Diplom-Ingenieur für Maschinenbau hat selbst an der FH studiert und ist zurzeit als Projektmitarbeiter am hochschuleigenen Institut für Energie und Umwelt tätig. Nach der offiziellen Eröffnung des Tages der offenen Tür durch den noch amtierenden FH-Rektor, Professor Falk Höhn, verteilten sich die Besucherströme auf dem gesamten Hochschulareal. Zu den am weitesten gereisten Gästen dürfte die Mainzerin Vanessa Schmitt gehören, die mit ihren Eltern extra aus Rheinland-Pfalz an den Strelasund gekommen war. „Ich bin nach meinem Abitur und einem längeren Auslandsaufenthalt gerade auf der Suche nach einem Tourismus-Studiengang, und da ist Stralsund natürlich eine erste Adresse“, so die Rheinland-Pfälzerin, deren Vater vor einigen Jahren als Ausbilder an der Parower MTS beruflich engagiert war. Die 21-Jährige kann sich sehr gut vorstellen, dass sie in Stralsund ab Herbst Leisure and Tourism Management studieren wird. Aus der nahegelegenen Uni-Stadt Greifswald kam der 18-jährige Gymnasiast Alexander Frahm mit seinen Eltern, um ihnen zu zeigen, wo er ab Herbst den Dualen Studiengang „Angewandte Informatik und Software-Entwicklung“ beginnen möchte. „Wir sind mit der Resonanz des heutigen Tages sehr zufrieden, was vielleicht auch mit an dem schönen Wetter lag“, lautet am frühen Sonnabendnachmittag die Bilanz von Professor Wilhelm Petersen, Prorektor für Lehre und Forschung. Er hat diese Funktion noch bis September inne, und ab diesem Zeitpunkt beginnt auch eine neue Ära für die Hochschule, weil gleichfalls der neue Rektor sein Amt antritt. Das holprig verlaufende Berufungsverfahren des Nachfolgers von Professor Höhn offenbarte auch eine zunehmend vergiftete Arbeitsatmosphäre, die bis in die Verwaltungsspitze der Hochschule hinein wirken soll...

Von Christian Rödel

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