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Rügen Rettermangel: Parchtitz meldet seine Wehr ab
Vorpommern Rügen Rettermangel: Parchtitz meldet seine Wehr ab
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00:00 19.03.2013
Retter gesucht: Wehrf�hrer Gerald Thurow (l.) und sein Stellvertreter Eckhard Piotrowski halten schon die Helme f�r m�gliche neue Aktive f�r die Parchtitzer Wehr bereit. Quelle: Udo Burwitz
Parchtitz

Der Bürgermeister funkt SOS: Akuter Personalmangel bei der Feuerwehr. Die Parchtitzer müssen bangen. Sollte es tagsüber brennen, sind viel zu wenig Retter da, die zur Brandbekämpfung ausrücken könnten. Das Sicherheitsrisiko ist Bürgermeister Wilfried Schuldt (Bündnis für Rügen) zu hoch. Er reagiert. „Ich habe unsere Feuerwehr als nicht mehr einsatzbereit abgemeldet“, sagt er.

In Parchtitz schrillen die Alarmglocken: „Am Tag bin ich nur noch als einziger vor Ort“, sagt Gerald Thurow. Er steht als Wehrleiter an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Parchtitz, die ihr Gerätehaus in Gademow hat, in dem ein Löschfahrzeug und ein Mannschaftstransportwagen stehen. Doch voll werden die schon lange nicht mehr, räumt Thurow ein, der als Gemeindearbeiter beschäftigt ist. Die Rettertruppe, sie zählt aktuell gerade mal sechs Aktive. „Doch einer ist Fernfahrer, drei arbeiten auf Hiddensee, einer sogar in Hamburg“, zählt er auf. „Die geforderte Sollstärke erreichen wir im Ernstfall auf keinen Fall. Wir sind tagsüber einfach nicht mehr einsatzbereit.“

Bürgermeister Wilfried Schuldt hat deshalb die Notbremse gezogen: „Ich habe Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster um Amtshilfe gebeten.“ Das Rathaus, das geschäftsführend die Arbeiten für die zum Amt Bergen gehörenden Kommune wie Parchtitz erledigt, reagierte sofort. „Die Feuerwehr in Bergen hilft aus. Falls es in der Gemeinde zu einem Notfall kommt, werden die Retter in Bergen alarmiert“, sagt Haupt- und Ordnungsamtsleiter Steffen Ulrich. Kreisverwaltung und Rettungsleitstelle in Stralsund seien informiert, dass die Parchtitzer Wehr nicht einsatzbereit ist und die Bergener Retter die Aufgaben übernehmen. „Dafür wird jetzt noch ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen Bergen und der Gemeinde geschlossen.“

Das ist inselweit kein Novum. Wegen akutem Personalmangel musste auch schon der Bürgermeister der ebenfalls zum Amt Bergen gehörenden Gemeinde Rappin die örtliche Wehr abmelden. Gut drei Jahre ist das jetzt her. Rappin startete nach dem SOS-Ruf eine Werbeaktion. Mit Erfolg: Es dauerte kein Jahr und die Rettertruppe in der westrügenschen Gemeinde war dank Mitgliedergewinnung wieder eine schlagkräftige (OZ berichtete). Rappin und jetzt Parchtitz sind keine Ausnahmen, weiß Kreiswehrführer Daniel Hartlieb. „Gerade die kleinen und ländlich geprägten Gemeinden haben Personalprobleme und große Sorgen, die Einsatzbereitschaft tagsüber zu gewährleisten“, sagt er.

Auch Parchtitz geht in die Offensive. „Wir haben eine Steckaktion gestartet“, sagt Bürgermeister Wilfried Schuldt. In allen Briefkästen landeten Aufrufe, der Rettertruppe beizutreten. Gerald Thurow bleibt skeptisch: „Bis heute hat sich niemand gemeldet. Das Ehrenamt findet einfach zu wenig Anerkennung.“ Steffen Ulrich erneuert den Appell. „Denn eine Dauerlösung kann die Amtshilfe aus Bergen nicht sein“, sagt er.

1100 Ehrenamtliche
46 Standorte freiwilliger Feuerwehren gibt es auf der Insel Rügen. In den Wehren engagieren sich rund 1100 Frauen und Männer im Ehrenamt.

Udo Burwitz

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