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Rügen Rosendoktor, übernehmen Sie!
Vorpommern Rügen Rosendoktor, übernehmen Sie!
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00:00 31.07.2017
Putbus

Rot, rosa oder gelb, gefüllt oder duftend – die genau 824 Rosen im Stadtbild sind ein echtes Aushängeschild für Putbus und bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Einen wesentlichen Anteil am Gedeihen der Blütenpracht hat Gerhard Prill, der sich als sogenannter Rosendoktor in den vergangenen zehn Jahren ehrenamtlich um die Pflanzen gekümmert hat. Jetzt verlässt der 75-jährige die Insel, nicht allerdings ohne vorher für eine gute Nachfolge gesorgt zu haben. „Eigentlich wollte ich ja schon länger nach Rostock ziehen, aber ohne die Rosen in guten Händen zu wissen, ging das natürlich nicht“, beschreibt der gelernte Baumschulgärtner. „Mit Ulli Hilden als Verantwortlichem und unserer Rosenbrigade kann ich aber beruhigt umziehen.“

Der 66-jährige Ulli Hilden ist im Gegensatz zu Prill Quereinsteiger. „Mit Rosen hatte ich wenig zu tun, bis ich nach Putbus kam“, sagt Hilden lachend. „Ich war technischer Kaufmann in einem Autohaus mit Schwerpunkt auf Unimogs“, erzählt er. „Vor zwei Jahren bin ich in Rente gegangen und mit meiner Frau nach Putbus gezogen. Dort habe ich mich im Förderverein Residenz- und Rosenstadt Putbus engagiert und kam schnell zur Rosenbrigade.“ Dieses ehrenamtliche Bündnis ist für die Pflege der Rosen zuständig – und leistet dabei Beachtliches. „Zur Blütezeit sind wir zwei Mal in der Woche mit zehn Leuten unterwegs“, verdeutlicht der neue Rosendoktor Hilden. „Und das für mindestens jeweils zwei Stunden. Auch die langjährige Unterstützung der Baumschule Putbus ist für uns enorm hilfreich.“

In der Stadtverwaltung weiß man die Leistung der engagierten Hobby-Rosenpfleger sehr zu schätzen. „Wir übernehmen natürlich Kosten für Material und Düngung. Aber ohne die ehrenamtliche Arbeit der Rosenbrigade wäre eine solche Blütenpracht gar nicht möglich“, meint Putbus’ Bürgermeisterin Beatrix Wilke (parteilos). Damit der schon längst gebräuchliche Name „Rosenstadt“ auch einen offiziellen Charakter bekommt, bemüht sich die Kommune seit 2015 um die Anerkennung des Titels. „Die Verleihung erfolgt durch die Gesellschaft der Rosenfreunde in Baden-Baden“, erläutert Wilke. „Im August 2015 war eine Delegation in Putbus, hat sich die Rosen angesehen und uns eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen gemacht.“ Einige Kritikpunkte seien gerechtfertigt gewesen und man habe Abhilfe geschaffen, so etwa den Pflegezustand der Rabatten in der Stadt, wie am Bahnhof, verbessert. „Andere Dinge auf der Liste erschienen uns nicht praktikabel. Die Stammrosen am Kriegerdenkmal seien zum Beispiel nicht auf einer Höhe, die sollten durch niedrige Rosen ersetzt werden. Dabei ist bei dem vielen Wald und Park in der Umgebung klar, dass hier der Wildverbiss nur eine Frage der Zeit wäre“, sagt die Bürgermeisterin.

Auch ein anderer Verbesserungsvorschlag traf auf wenig Gegenliebe. „Die mehrfarbigen, gepfropften Rosen sollten zurückgenommen werden“, berichtet Prill. „Einfarbige Rosen würden angeblich besser zum klassizistischen Stadtbild passen.“ Das ist für die Stadt nicht umsetzbar – schließlich sind viele der Rosen Geschenke oder in Privatbesitz. „Außerdem haben gerade die mehrfarbigen Sorten ihre Anhänger“, ist Prill überzeugt. Die Kommission wurde im Juni erneut eingeladen, bislang gab es aber keine Rückmeldung. „Wir werden noch einmal nachfassen“, betont Wilke: „Ich gehe aber davon aus , dass wir den Titel bekommen.“ Ihre persönliche Lieblingsrose ist aber nicht mehr in Putbus zu sehen. „Das war eine orangegelbe, ganz alte Rose am Markt. Sie hat wundervoll geduftet, immer wenn ich vorbeigegangen bin, habe ich kurz inne gehalten und geschnuppert.“ Die Rose habe Bauarbeiten weichen müssen, sie sei zu alt gewesen um sie umzusetzen. Für die jüngste Rosenpflanzung ist indes Ulli Hilden verantwortlich. „Zu unserem Hochzeitstag haben meine Frau und ich eine Rosarium uetersen gesetzt.“

Anne Ziebarth

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