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Rosenlöcher brachte den Sommer

Rosenlöcher brachte den Sommer

Zwei „Götter“ der Kunst in einem Kirchenhaus. Es ist kaum zu glauben und wurde doch wahr.

Zwei „Götter“ der Kunst in einem Kirchenhaus. Es ist kaum zu glauben und wurde doch wahr. Wer sich am vergangenen Mittwochabend in der altehrwürdigen Pfarrkirche Altenkirchen einfand, der erlebte das Wunder einer Verschmelzung. Einer geglückten Liaison von Musik und Literatur. Dem umsichtig mit Überraschungen in seinem von ihm initiierten „Kirchen- und Musiksommer Nordrügen“

aufwartenden „Hausvater“, Pfarrer Christian Ohm, gelang das auf Rügen, wonach sich große, städtische Kulturtempel oft vergeblich mühen. Eine Verzauberung!

Einer der bedeutendsten Gegenwartsdichter deutscher Sprache (Thomas Rosenlöcher, *1947) und ein Solitär des zeitgenössischen Free Jazz (Günter „Baby“ Sommer, *1943) trafen sich auf Rügen. Und es entstand, nur scheinbar unbemüht, ein bis auf feinste Nuancen ausjustiertes Kraftfeld, ein so gesehen lustvoll alternierendes Zusammenspiel beider Akteure, dem man fasziniert beiwohnen konnte, in leider viel zu schnell entschwundenen, anderthalb Stunden. Eine Zeitspanne, die ein Arsenal unvergesslicher Bilder – literarisch und musikalisch – aufscheinen ließ: so, „wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet“. Rosenlöcher benannte derlei in einem Gedicht, das sich „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ nennt. Nur „nichtig“ war das „Gesprächskonzert“ eben nicht. Es blieb bis zuletzt, bis in die Zugabe hinein, ein Genuss, der lange, sehr lange anhielt. Der Schlagzeuger Günter „Baby“ Sommer, Jahrgang 1943, im Fluss seiner Ping-Pong-Einsprengsel selbst ein dadaistischer Wortakrobat, ein experimentell ausufernder Freigeist, ein Enfant terrible im Arsenal des spielerisch Unerschöpflichen, bot meisterhaft magische Parts und Soli und... hielt dennoch „krächzend fistelnd tremolierend Kurs“. Die ungeteilte Freude darüber war ablesbar im Gesicht des Lyrikers Rosenlöcher. Er brillierte u.a. mit seinem frühen Zudar-Gedicht „Die Landschaft mit der kahlen Stange“ sowie mit Gedichten aus dem Band „Hirngefunkel“, trug daraus „Das Alphabet des Wünschenswerten“ vor, das so beginnt: „Dem Auto soll der Mensch entsteigen“ und so endet: „Kurz, fassen jede Zeit zur Zeit / ein Zipfelchen der Ewigkeit.“

Davon gab es am Mittwoch in Altenkirchen auf Wittow ein wunderbares, ein viel zu kleines Zipfelchen zu sehen, zu hören, zu erleben.

ARTus

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