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Rügen Rückzieher: Bergen sucht weiter nach neuem Stadtpräsidenten
Vorpommern Rügen Rückzieher: Bergen sucht weiter nach neuem Stadtpräsidenten
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00:00 19.10.2016

Die erste Versammlung der Stadtvertreter Bergens nach der Sommerpause gipfelte in heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Fraktionen. Auf der Tagesordnung stand die Wahl eines neuen Präsidenten der Stadtvertretung. Nach einem Antrag der CDU/FDP-Fraktion wurde der Punkt jedoch von der Tagesordnung gestrichen, die CDU/FDP-Fraktion setzte sich hier bei der Abstimmung mit ihrer Mehrheit im Parlament durch. „Wir haben uns noch nicht auf einen möglichen Kandidaten von uns geeinigt“, begründete Matthias Ewert diesen Antrag. „Wir werden unseren Kandidaten auf der nächsten Stadtvertretersitzung im Dezember nennen.“

Die Neuwahl des Stadtpräsidenten war nötig geworden, nachdem Eike Bunge (CDU) mit dem Hinweis auf seine neue Aufgabe als Fraktionsvorsitzender der CDU vom Amt zurückgetreten war (die OZ berichtete).

Seitdem leitet Monika Quade die Vertretung kommissarisch, Eike Bunge konnte an der Sitzung am Montag aus beruflichen Gründen nicht teilnehmen.

Aus den Fraktionen vom Grünen Bündnis Bergen und der Linken kam postwendend Protest gegen die Änderung der Tagesordnung. „Diese Verzögerung behindert die Stadtvertretung in ihrer Arbeit. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, meinte etwa Dr. Carmen Kannengießer (Grünes Bündnis für Bergen). „Die anderen Fraktionen haben sich auf diese Sitzung und die Abstimmung vorbereitet und sind bereit, Kandidaten vorzuschlagen.“ Auch André Schröder (Die Linke) machte seinem Ärger Luft. Dabei ging er auch auf die Umstände des Rücktritts von Bunge ein. „Halten Sie uns für geistig träge?“ fragte er in die Runde der CDU/FDP-Fraktion. „Wir wissen alle, dass die Gründe des Rücktritts von Eike Bunge andere sind, als die Arbeit als Fraktionsvorsitzender.“ Er habe in der Stadtvertreterversammlung nicht die Wahrheit gesagt, als er von Morddrohungen während des Bürgermeisterwahlkampfs berichtete (die OZ berichtete). Daraus habe er die Konsequenzen gezogen.„ Diese Entscheidung akzeptiere ich“, so Schröder weiter. „Aber, dass Sie uns das als normal verkaufen und sich durchlavieren bringt mich in Wallung.“

Kay-Uwe Hermes (CDU) reagierte sofort. „Das zeugt von keinem guten Charakter, eine Person in Abwesenheit so an den Pranger zu stellen“, monierte er. In einer Sitzungspause machte Torsten Zink deutlich, dass auch die Terminsituation ein Grund für den Antrag der CDU war. „Die Sitzung wurde verschoben und liegt nun so, dass Eike Bunge nicht daran teilnehmen kann. Das ist doch keine Art.“

Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) ist enttäuscht über die Vertagung der Wahl. „Für die Verwaltung ist die Situation schwierig“, sagte sie. „Gerade organisatorische Dinge, wie die Jahresplanung 2017, lassen sich schlecht ohne Stadtpräsident gestalten.“

Anne Ziebarth

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