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Rügen Rüganer wollen bei Bauprojekten mehr mitreden
Vorpommern Rügen Rüganer wollen bei Bauprojekten mehr mitreden
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10:01 23.01.2016
Kerstin Kassner (Die Linke) begrüßt die Gäste im Bergener Parkhotel. Quelle: Anne Ziebarth
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Bergen

Zu einer Fachtagung zum Thema „Tourismus, Siedlungsentwicklung und Baukultur auf Rügen“ kamen rund 200 Menschen ins Parkhotel in Bergen (Landkreis Vorpommern-Rügen) . Diskutiert wurde unter anderem über die Rolle der Gemeinden im Planungsprozess und die Auswirkungen von touristischer Bebauung in den Seebädern. Moderatorin Kerstin Kassner schlug die Bildung eines unabhängigen, inselweiten Gremiums, eines sogenannten Inselrates vor, das Planungen von Bauprojekten begleiten könnte.

Christiane Falck-Steffens, Leiterin des Amtes für Raumordnung und Landesplanung, berichtete über Entwicklungen der touristischen Planungen (Bestandserweiterungen, Ferienwohnungs-Neubauten und Hotelbetten sowie Infrastruktur), ging aber auch auf negative Konsequenzen ein. „In den küstennahen Orten wie Binz oder Sellin ist eine zunehmende Nutzungskonkurrenz auf den Flächen zu beobachten“, sagte sie. „Steigende Bodenpreise und verstärkte touristische Nutzung bringen die Gefahr mit sich, dass die Einheimischen wegziehen und dann in den Ort pendeln müssen“, gab sie zu Bedenken.

Ein Plädoyer für zeitgemäße Architektur gab der stellvertretende Vorsitzende der Architektenkammer MV, Dr. Peter Hajny. „Die Bäderorte mit ihren Sommerhäusern haben eine attraktive Ortsstruktur, die gilt es unbedingt zu bewahren“, so Hajny. „ Aber wir von der Initiative Baukultur wollen auch, dass moderne und selbstbewusste Architektur zur Region gehört, das kann unheimlich gut für das Image und die Unverwechselbarkeit der Region sein, siehe zum Beispiel das Ozeaneum in Stralsund.“ Das müsse sensibel geschehen. „Regionalität der Architektur misst sich nicht nur in der Architektur selbst, sonder auch im Respekt vor der vorhandenen Bebauung sowie im Umgang mit der Natur.“

Knut Schäfer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen, machte deutlich, das es ein Patentrezept in punkto Bauprojekte wohl nicht gebe. Einige Denkanstöße wolle er aber doch vermitteln. „ Die Bettenzahl 1988 im Ort Binz lag 1988 bei rund 11000 Betten, jetzt sind wir bei rund 15 000 Betten. Die Auslastung in den 90ern gering, jetzt sind wir bei 52 Prozent“, führte er aus. „Mehr Betten heißt nicht, dass die Auslastung zurück geht.“

Die Rolle der Gemeinden im Planungsprozess betonte auch der ehemalige Bürgermeister von Sassnitz, Dieter Holtz. Wichtig sei dabei auch Geduld und die richtige zeitliche Abfolge. „Erst muss die Grundsatzentscheidung in der Gemeinde für oder gegen ein Projekt getroffen werden, dann sollte der Aufstellungsbeschluss gefasst werden“, betonte er. „Wenn man erstmal im Verfahren drin ist, gibt es nicht mehr die Möglichkeiten umzuschwenken.“

Das große Interesse der Rüganer an dem Forum spornt die Veranstalter an, weitere Veranstaltungen dieser Art sind geplant. Kerstin Kassner denkt bereits einen Schritt weiter. „Wir bräuchten ein Gremium, eine Art unabhängigen Inselrat, in dem über solche Themen diskutiert und beraten wird und in dem möglichst viele Verbände vertreten sind. “, forderte Kerstin Kassner.



Ziebarth, Anne Friederike

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