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Rügen Rügen will weg vom Plastik-Müll
Vorpommern Rügen Rügen will weg vom Plastik-Müll
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06:00 09.02.2019
Stefanie Lemcke vom Tourismusverband Rügen und Recup-Geschäftsführer Florian Eckert präsentieren die neuen Mehrwegbecher. Quelle: Mathias Otto
Neu Mukran

Schluss mit Plastikmüll: Mit dem Verkauf von Pfandbechern in Cafés und Bäckereien ist auf der Insel Rügen das Projekt „Weniger fürs Meer“ gestartet – ein Gemeinschaftsprojekt des Tourismusverbandes Rügen, der Tourismuszentrale Rügen, des Biosphärenreservates und der Hansestadt Stralsund. Hier wird eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Recup“ aus München angestrebt, das sich auf das Pfandsystem in Städten und Regionen spezialisiert hat.

Das Bild in den Städten an den Straßen und an den Stränden der Insel Rügen soll sich grundlegend ändern. Denn aktuell sieht es so aus, dass pro Jahr 2,8 Milliarden Pappbecher ausgegeben werden. Dies sind umgerechnet 320 000 Becher pro Stunde, und nicht alle landen in Mülleimern. Zwar sind dies Zahlen auf das gesamte Bundesgebiet gerechnet, „aber auch auf Rügen und in der Hansestadt Stralsund ist das, nicht zuletzt in der Urlaubssaison zwischen Mai und Oktober, ein erhebliches Problem“, sagt Stefanie Lemcke vom Tourismusverband. Es soll damit erreicht werden, dass weniger Müll produziert wird und das Thema Umwelt noch stärker ins Bewusstsein der Menschen geht.

Die Vorbereitungen für dieses Projekt laufen, bis spätestens zur Sommersaison soll das Pfandsystem mit Mehrweg-Bechern für Heißgetränke eingeführt werden. Bei vielen Unternehmern und Einwohnern der Insel ist das Interesse nach einer Veränderung in Sachen Umweltschutz groß. Sie haben sich in der Auftaktveranstaltung in Neu Mukran über das neue Angebot informiert. So wie Robert Zeitz (48) aus Sassnitz. „Ich trinke oft meinen Kaffee beim Autofahren oder beim Spaziergang am Strand. Ich weiß nicht, wie viele Pappbecher ich in meinem Leben schon weggeworfen habe. Das neue Pfandsystem spricht mich an. Ich werde mich definitiv daran beteiligen“, sagt er.

Die ersten 20 Einrichtungen, die sich für die „Recup“-Variante entscheiden, werden finanziell ein Jahr lang vom Tourismusverband unterstützt. Weitere 20 Partner sucht die Hansestadt Stralsund. „Dies können Bäckereien, Strandbars, Cafés oder auch Tankstellen sein. Also alles Einrichtungen, die derzeit noch viele Pappbecher ausgeben“, so Stefanie Lemcke. Das heißt, für jeden Partner wird zwölf Monate lang die Systemgebühr von insgesamt 365 Euro finanziert. „Alle Teilnehmer erhalten ein Starter-Set von 250 Bechern“, sagt sie. Und so wie es in anderen Städten und Regionen schon üblich ist, sollen auch in Stralsund und auf Rügen die Wahrzeichen auf den Bechern abgedruckt sein. 25 000 dieser Becher sind in Planung.

Wer mitmachen möchte, kann sich ab sofort auf der Internetseite www.ruegen.de/weniger-fuers-meer bewerben. Danach wird entschieden, welche Firmen die Unterstützung bekommen. Erster Partner ist die Bäckerei Peters in Neu Mukran. Vertriebsleiterin Ines Petri hält die Einführung von „Recup“ für sinnvoll. „Zu einer modernen Destination gehört auch ein modernes Mehrweg-Pfandsystem. Das unterstützen wir gern“, sagt sie. Weitere Einrichtungen sollen folgen. „Auch wenn es mit einer Partnerschaft nicht klappt, ist es überlegenswert, sich diesem Projekt anzuschließen“, sagt Stefanie Lemcke.

„Die Entwicklung von Plastik-Müll kann langfristig so nicht weitergehen“, berichtet Fabian Eckert. Er ist einer von zwei „Recup“-Geschäftsführern und erklärt, wie sein Produkt funktionieren soll. Wer seinen Kaffee mitnehmen möchte, der kann in den teilnehmenden Cafés für einen Euro den Pfandbecher erwerben und diesen später dort oder in einem anderen teilnehmenden Café zurückgeben. In Deutschland arbeitet „Recup“ aktuell mit 2130 Partnern zusammen.

„Ein ,Recup’-Becher hat eine lange Lebensdauer und kann somit 500 Einwegbecher ersetzen. Er spart also wertvolle Ressourcen und vermeidet Einwegmüll“, sagt er. Die Becher bestehen aus Polypropylen. „Er ist also frei von Weichmachern sowie der Chemikalie Bisphenol A, die für manche Kunststoffe verwendet wird“, so Eckert. Anders als beispielsweise Bambusbecher soll der „Recup“-Becher keine Stoffe wie Melanin enthalten, die sich durch Heißgetränke lösen können.

Mathias Otto

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