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Rügen Die Brückenbezwinger
Vorpommern Rügen Die Brückenbezwinger
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18:37 21.10.2018
Rügenbrückenlauf 2018: Die Halbmarathonläufer laufen von der Brücke hinab in Richtung Rügen. Quelle: Carl-Ernst-Stahnke
Stralsund

Beim 11. Rügenbrücken-Marathon ist am Sonnabend ein Rekord aufgestellt worden. Erstmals ist die Marke von 4000 Startern geknackt worden. Laut Andreas Boehk vom Organisationskomitee gingen von 4807 gemeldeten Teilnehmern 4199 auf die langen Lauf- und Walkingdistanzen. Nur fünf von ihnen erreichten das Ziel nicht. Erstmals gab es damit über 4000 Aktive, die den Zielstrich vor dem Ozeaneum auf der Stralsunder Hafeninsel überquerten. „Damit hat sich der Sparkassen Rügenbrücken-Marathon endgültig als größtes Laufsportereignis in Mecklenburg Vorpommern etabliert“, so Boehk.

In der Königsdisziplin, dem Marathon, erlief sich Christian Flügel vom TSV Kandel (Rheinland-Pfalz) mit einer Zeit von 2:45:20 den Sieg. Flügel selbst sprach im Siegerinterview von einem anfangs idealen Lauf, bis starker Wind einsetzte. „Es war halt Rügenwetter“, so das Resümee des Siegers. Bei den Frauen siegte Sandra Petersohn vom LC Dübener Heide (Sachsen) in 3:16:54.

Sieger und Platzierte

Marathon, Männer: 1. Christian Flügel (2:45:20); 2. Piotr Rolbiecki, Polen, (2:46:55); 3. André Sokolowski (2:58:41),

Marathon, Frauen: 1. Sandra Petersohn (3:16:54); 2. Katharina Bohnsack (3:36:01); 3. Janet Wodäge (3:39:29),

Halbmarathon, Männer: 1. Felix Kuschmierz (1:17:03); 2. Steffen Schröder (1:19:46); 3. Enrico Wiessner (1:19:54),

Halbmarathon, Frauen: 1. Laura Michel (1:30:41); 2. Katrin Bemowski (1:32:06); 3. Michaela Termer (1:36:04),

12 Kilometer, Männer: 1. Denis Guzowski, Polen, (43:19); 2. Christoph Malik (43:37); 3. Stefan Mast (44:04),

12 Kilometer, Frauen: 1. Claudia Radßuweit (51:55); 2. Ariane Stapusch (52:48); 3. Petra Gierer (53:25),

6 Kilometer, Männer: 1: Frederik Pilarski (21:09); 2. Till Kramp (21:19); 3. Heiner Stark (21:42),

6 Kilometer Frauen: 1. Cindy Keipke (23:33); 2. Anna Glazik, Polen, (24:22); 3. Stine Henning (25:28),

3 Kilometer Kinder Jungen: 1. Diego Wald (11:03); 2. Justin Zabel (11:19); 3. Mattes Schulz (11:28),

3 Kilometer Kinder, Mädchen: 1. Finja Erhardt (11:29); 2. Pauline Sledz (11.53); 3. Zoe Postulka (12:36),

1,5 Kilometer Kinder, Jungen: 1: Egon Stepanek (5:48); 2. Moritz Kiesow (6:09); 3. Fiete Marmulla (6:12),

1,5 Kilometer Kinder, Mädchen: 1. Rieke Koglin (7:00) 2. Milena Schulz (7:11); 3. Mayra Kiesow (7:14).

Insgesamt sorgten über 300 freiwillige Helfer dafür, dass das Laufspektakel auch in diesem Jahr wieder reibungslos über die Brücke ging. Unter ihnen Simone Loßmann, Marion Waterstradt und Dagmar Schmucker vom Stralsunder Ruderklub. Die Marathonläufer waren schon auf der Strecke, da waren die drei Ehrenamtlerinnen am Verpflegungsstand im Zielbereich dabei, Tee zu kochen, Äpfel und Bananen bereitzustellen. „Wir unterstützen den Brückenlauf seit Jahren, gewissermaßen von Sportlern für Sportler, weil uns das Spaß macht, sagt Simone Loßmann. Marion Waterstradt hat in dieser Zeit erlebt, „dass Läufer sehr dankbare Abnehmer für diese Hilfestellung sind“.

Andrang an den Verpflegungsstellen

Der erste Ansturm setzte ein, als die Läufer des Halbmarathons und der 12-Kilometer-Distanz ins Ziel kamen. Letztere stellten mit 970 Startern immerhin die größte Gruppe unter den Aktiven. Alle Hände voll zu tun hatten am Nachbarstand Ute Westphahl, Matthias Staindl, Babett Behm und Kerstin Blum von Famila. „Nach dem Weggang von Citti aus Stralsund haben wir es übernommen, die Sportler des Brückenlaufes mit Verpflegung und Getränken zu versorgen“, sagt Babett Behm, stellvertretende Marktleiterin, die am Sonnabend mit Kolleginnen und Lehrlingen ehrenamtlich im Einsatz war.

Mit 24 Aktiven war Rudi Wendorf (CDU), Bürgermeister von Elmenhorst, an den Sund gekommen. „Unser Ortsverein ist sehr aktiv. Die Gemeinde hat 2017 eigens neue Laufkleidung zum 10. Jubiläum des Brückenlaufs spendiert“, sagte der 67-Jährige, der nicht selbst mitlief. „Ich bin nur als Betreuer dabei“, so Wendorf.

Derweil machten sich 15 Busse mit Läufern und Walkern auf den Weg ans Altefährer Ufer. Von hier aus ging es über sechs Kilometer zurück zur Hafeninsel. Den Startschuss für die 852 Walker gab Kerstin Kassner. Die heutige Bundestagabgeordnete der Linken, hatte vor elf Jahren als Landrätin von Rügen den Brückenlauf mit aus der Taufe gehoben. „Genau so lange walke ich bereits mit über die Brücke“, sagte Kassner, zog den Abzug der Startpistole durch und reihte sich in das Starterfeld ein.

Letzter Läufer nach fünf Stunden im Ziel

Mittendrin Monika und Jürgen Wolfgang Herbst vom Stralsunder Kniepersportverein. Sie gehören seit Jahren zu den aktiven Walkern auf der Sechs-Kilometer-Distanz über die Brücke. „Unser Verein hat immerhin 310 Mitglieder, unter denen Walker die größte Gruppe stellen“, sagte Jürgen Wolfgang Herbst, seit 15 Jahren Vereinsvorsitzender. „Einmal die in der Woche ist das Paar mit Mitstreiter auf der Trainingsstrecke zu finden.

Nachdem die Walker als letzte Starter des Tages schon lange ihre Medaillen umgehängt bekommen hatten, kam Andreas Hensel als letzter Läufer des Tages ins Ziel. Der 47-jährige Zwickauer war beim Marathon gestartet. Nach fünf Stunden und 43 Minuten war der Lauf für ihn vorbei. Überglücklich fiel er seinem Begleiter, Schlussfahrer Gerd Riedel von SV Hanseklinikum Stralsund, in die Arme. Riedel überreichte dem Ausdauerläufer eigenhändig die Erinnerungsmedaille. „Überraschend war die Strecke gar nicht so flach, wie ich mir das vorgestellt hatte“, so Hensel, der erstaunlich frisch wirkte. Offenbar war er den Lauf über die Brücke schonend angegangen. Nächstes Wochenende will der Bankkaufmann in Frankfurt/Main laufen – den nächsten Marathon.

Das Laufspektakel über Deutschlands schönste Brücke ist für dieses Jahr Geschichte. Hier noch ein paar Impressionen vom Rügenbrückenmarathon 2018.

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