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Rügener Frauenchor ohne Vorsängerin

Bergen Rügener Frauenchor ohne Vorsängerin

Die langjährige Gesangslehrerin und Chorleiterin Antje Schneider verlässt die Insel.

Bergen. Antje Schneider, Gesangslehrerin und Leiterin des Rügener Frauenchores „vocal total“, sagt „Tschüss“. Die Sassnitzerin, die mit Ausnahme ihrer Studienzeit in Berlin und Greifswald, ausschließlich auf Rügen gewirkt hat, verlässt die Insel. Aus familiären Gründen. Sie zieht zu ihrem Mann ins Erzgebirge.

„Ich freue mich auf das, was kommt. Aber ich bin auch etwas wehmütig“, gesteht die 40-Jährige. Kein Wunder, hat sie doch in den vergangenen Jahren so einiges auf Rügen bewegt und erlebt. Als sich „vocal total“ 2001 gründete, war sie dabei. Und als händeringend eine Leiterin gesucht wurde, ließ sie sich nicht lange bitten. Sie übernahm den Part und hat es bis heute nicht bereut. „Es war eine schöne Zeit. Wir haben hart gearbeitet, aber auch viel Freude gehabt“, schaut Antje Schneider lächelnd zurück. Der Chor sei wie eine große Familie gewesen. Nicht nur beim Üben oder bei den Konzerten.

„Wir waren immer füreinander da. Das alles werde ich natürlich vermissen.“

Verabschieden mussten sich auch die Kollegen und Schüler der Musikschule Rügen in Bergen. 15 Jahre war Antje Schneider hier als Musikpädagogin tätig. „Ich bin gern Lehrerin an der Musikschule Rügen gewesen. Die Arbeit mit den Schülern hat Spaß gemacht“, sagt Antje Schneider. Sie habe hier tolle Kollegen gehabt und konnte auf hohem Niveau unterrichten. Gern erinnere sie sich an die Auftritte mit ihren Gesangsschülern. Erst unlängst, beim Weihnachtskonzert im Theater Putbus, hatte der Musikschulchor unter ihrer Leitung mit dem wunderbaren Song „Adiemus“ für Gänsehaut und Standing Ovation bei den Zuhörern gesorgt.

Antje Schneider hat junge Talente entdeckt und gefördert — das Ensemble „Nightingales“, das Duo „Leila & Marcus“, Ulrike Wagner oder Stefanie Krämer, um nur einige zu nennen. Auch Moritz Matschke gehört dazu. Der 16-Jährige hat sich gerade für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, der über Pfingsten in Nürnberg stattfindet, qualifiziert. Mit Antje Schneider hat er ein anspruchsvolles Programm einstudiert und die Jury sowohl beim Regionalausscheid als auch beim Landeswettbewerb überzeugt.

Beim Bundeswettbewerb wird Moritz auf sich allein gestellt sein, denn Antje Schneider ist nicht mehr dabei. „Ich drücke ihm aber aus der Ferne ganz fest die Daumen und hoffe sehr, dass er das, was wir gemeinsam einstudiert haben, so souverän wie die letzten Male umsetzt.“

Egal, wie es in Nürnberg ausgeht — Moritz wird sich bei seiner nun ehemaligen Lehrerin melden. Die beiden waren schließlich ein eingespieltes Team.

Carina Schmidt

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