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Rügen Rügener Insel-Brauerei ausgezeichnet
Vorpommern Rügen Rügener Insel-Brauerei ausgezeichnet
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17:19 19.10.2018
Anita Ujszaszi (l.), Direktorin der World Beer Awards London, überreicht die Urkunde an den amtierenden Deutschen Meister der Biersommeliers Frank Lucas und Koyka Stoyanova von der Rügener Insel-Brauerei. Quelle: Christian Rödel
Rambin

Die Inselbrauerei Rambin bleibt weiter auf weltweitem Erfolgskurs. Die Biersorte „Quadriga“ wurde nicht nur zum besten Brut Beer der Welt gekürt, sondern ist auch die Nummer Eins unter den weltbesten Spezialitäten-Bieren. Für die Sorte „Baltic Ale“ gab es die Auszeichnung als weltbestes „Belgian-Style Blonde Ale“. „Wir sind sehr stolz auf diese so außergewöhnlichen Preise“, sagt Frank Lucas. Der amtierende Deutsche Meister der Biersommeliers und Betriebsleiter in Rambin hatte die Auszeichnungen Anfang der Woche von der Direktorin der Londoner Fach-Jury World Beer Awards, Anita Ujszaszi, entgegengenommen. „Diese Anerkennung ist eine Bestätigung für die Einzigartigkeit unserer seltenen Biere und zugleich Ansporn, uns immer weiter zu entwickeln.“

Das tut die inzwischen weltweit bekannte Rügener Brauerei seit ihrer Gründung im August 2015. Die Spezialprodukte: Seltene Biere in Flaschenreifung und wenig bekannte, selbst kreierte Bierstile, mit Naturdoldenhopfen, Spezialmalzen und offener Gärung – Genussbiere zum Entdecken einer neuen Geschmackswelt, ganz nach dem Stil von Inselbrauerei-Chef Markus Berberich.

Zucker gärt in der Flasche

Wie jemand, der täglich Bier trinkt, sieht er nicht aus. Der smarte Mittvierziger verkörpert äußerlich eher das Gegenteil: fast kahl rasierter Kopf, Drei-Tage-Bart, schlanke Figur, eher der Schöngeist als der Normalo, runde Intellektuellen-Brille und sinnliche Lippen. „Zunge und Nase sind das Entscheidende beim Brauen“, sagt der gebürtige Saarländer, der mit der Gründung der Insel-Brauerei Rügen sein Hobby zum Geschäft gemacht hat –Bier als Kult, im Geschmack, in der Herstellung und in der Aufmachung. Bei Berberich ist das beliebte Getränk nicht einfach ein Durstlöscher, sondern ein Genussmittel, schmackhaft wie ein guter Wein und präsentiert wie ein Geschenk. Die Flaschen seiner gut ein Dutzend verschiedenen Biersorten sind grundsätzlich in ein spezielles Packpapier gewickelt. Der Gerstensaft, so Berberich, sei dadurch vor Licht geschützt und länger haltbar. Ähnliche nachhaltige Merkmale weist die gesamte Produktion auf. Hefen beispielsweise, die im Gegensatz zur Nutzung in herkömmlichen Bierbrauereien in offenen flachen Bottichen zur Gärung kommen und damit ihre Aromen besser entfalten können. Zudem: Zucker wird nur in einer ausgefeilten Dosis zugeführt und gärt, ähnlich wie bei der Herstellung von Champagner, vollständig in der Flasche. „Das unterstützt das Bouquet, den Geschmack, den Geruch.“

Die Rügener Insel-Brauerei

„Niemand braut in Deutschland so aufwendig wie wir“, sagt der 48-jährige Bierbrauer Markus Berberich. Er muss es wissen, nach einem Studium zum Braumeister in der berühmten bayrischen Bierstadt Weihenstephan und der knapp 20-jährigen Karriere in einer norddeutschen familiengeführten Traditionsbrauerei. Im August 2015 machte er sich selbstständig und gründete die Insel-Brauerei. Die Brauphilosophie in Rambin, fest verankert im „Rügener Artenschutz-Abkommen für seltene Biere“, beruht auf sieben Pfeilern: kreidehaltiges Rügener Wasser, besondere Malze, Naturhopfen, handgeerntete Hefen, offene Gärung, Flaschenreifung und Naturpapierumwicklung.

Mit diesem Anspruch ist die Sorte „Insel Kreide“ entstanden, ein leichtes Aperitif-Bier. „Das Kreide-Bier passt ideal in die weißen Ostsee-Bäder“, findet der Bier-Künstler und sagt, dass seine Produkte perfekt zum Insel-Image passen. „Wir sind wie die Insel! Rau, handwerklich, authentisch und ein Sehnsuchtsort.“ Auch die poetischen Namen der Biere passen zum Insel-Image – Meerjungfrau, Seepferd oder Strandgut beispielsweise. Bei allen Rügener Craft-Bieren gilt das Prinzip: Ausschließlich natürlicher Doldenhopfen kommt zum Einsatz, teilweise aus südlichen deutschen Regionen, aber auch aus Australien, Japan, Neuseeland und den USA.

Insel-Bier wird in China für 30 Euro verkauft

Natürlich muss sich der Entrepreneur auch um den Export der Gerstensäfte kümmern. Engmaschig ist das Vertriebsnetz bereits in Deutschland. Im Reigen zahlreicher europäischer Länder sind die Holländer die größten Fans, wo die Insel-Biere in 800 Filialen erhältlich sind. Österreich, Kanada, Großbritannien, Frankreich und die Schweiz gehören ebenso zu den Abnehmern wie Island, Israel und China. Der neueste Zielort für die edle Flüssigkeit aus Rambin ist das für seine Luxushotels bekannte Emirat Dubai, nachdem die Scheichs kürzlich sogar das Alkoholverbot im Ramadan aufgehoben haben. Nächstes Ziel: Die Karibik, wo Ende 2018 neben Cuba Libre und Mojito auch Rügens Markenzeichen am Strand unter Palmen geschlürft wird.

„Unsere Kunden sind Leute, die gerne essen, die gerne genießen und das Besondere schätzen“, hat Berberich beobachtet. „Auf jeden Fall sind sie nicht diejenigen, die jede Woche einen Kasten Bier in der Garage abstellen.“ Das könnten sich in Sachen Edelbiere auch nur die wenigsten Bierfreunde leisten, auch was den „Sprit“ betrifft. Der Alkoholgehalt der Insel-Brauerei-Biere liegt zwischen 5,6 bis 9,5 Prozent, die 0,7-Liter-Flasche kostet zwischen sechs und sieben Euro, also mindestens sechs Mal so viel wie ein normales Bier. Für Berberich ist das kein Problem, im Gegenteil, er will nicht billig sein. In China, wo reiche Leute in französische alte Rotweine als Sammelobjekte investierten, werde die Flasche Insel-Bier in manchem Gourmet-Geschäft für 30 Euro verkauft.

Weitere Sorten sind geplant

Auch das „Drumherum“ wird in Rambin zelebriert – bloß nicht aus der Flasche, tabu, aber auch nicht aus normalen Gläsern. Insel-Bier trinke sich am besten aus Sektgläsern ähnlichen Gefäßen oder aus eigens produzierten Pokalen, die an Rotwein-Gläser erinnern. Profitiert hat Berberich auch von der neuen europäischen Nostalgie für altes Handwerk und entsprechende Produkte. Deshalb, so das Fazit für den in Deutschland einmaligen Genussbier-Produzenten: Immer weiter neue Wege wagen! Weitere neue Sorten sind bereits geplant, welche, will der Bier-Philosoph natürlich noch nicht preisgeben, zumal er mindestens ein Jahr braucht, um einen wirklich neuen Geschmack zu entwickeln und die Geschmacksnoten reichen jetzt schon von Schokolade über Espresso bis Holz. Ein unabhängiger Kunde, passionierter Biertrinker und Inselbewohner, schwärmt nach seiner ersten Kostprobe: „Das hat mit Bier nichts zu tun, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht getrunken.“

Solche Kunden ermutigen Berberich und seine 20 Mitarbeiter zu immer neuen Zielen und auch zu Projekten, die erst einmal unrealistisch erscheinen wie einst die Marktplatzierung seiner Biere in Bayern: „Da hat man uns gesagt, der Leuchtturm auf dem Etikett, das geht gar nicht – witziger Weise hat genau dieses Logo dann zu einem großen Erfolg bei der bayrischen Handelskette geführt.“ Für Berberich heißt das: „Weiter schnuppern, weiter schmecken und weiter gucken, wie wir langfristig Genießer und Liebhaber der Insel Rügen an Land ziehen können.“

Lena Roosen

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