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Rügen Rügener Kreidefelsen: Drohnenvideo zeigt massive Abbrüche
Vorpommern Rügen Rügener Kreidefelsen: Drohnenvideo zeigt massive Abbrüche
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17:10 12.01.2018
Abbruch an der Steilküste im Norden Rügens zwischen Saßnitz und dem Königsstuhl. Nach starken Niederschlägen war es zu mehreren Abbrüchen gekommen. Quelle: Ingolf Stodian
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Sassnitz

Es sind die heftigsten Abbrüche seit 2011: In den vergangenen Tagen stürzten Tausende Kubikmeter Sediment an der Steilküste Rügens in die Tiefe. Der größte Abbruch ereignete sich etwa in der Mitte der Strecke zwischen Königsstuhl und Sassnitz, wie ein Video von Ingolf Stodian vom Nationalparkamt Vorpommern zeigt, das für die Gebietsdokumentation angefertigt wurde.

„Seit 2011 gab es nur wenige Abbrüche“, sagt der Geologe. „Das Meer hat trotzdem viel Sediment an den Ufern weggeräumt. Dadurch ist die Küste steiler und durch das viele Regenwasser brechen jetzt die instabilen Bereiche ab.“ Experten schätzen das Volumen auf rund 4000 Kubikmeter. Auch an weiteren Stellen ist es zu Sedimentrutschungen gekommen. Verletzt wurde bisher niemand.

Todesfalle Steilküste: Naturwächter warnt Wanderer

„Dort, wo die Natur am schönsten ist, da ist sie auch am gefährlichsten“, sagt Ingolf Stodian. „Ein Spazierweg oberhalb der Steilküste kann schnell zur Todesfalle werden.“ Mehr noch sind die gefährdet, die am Strand unterhalb der Steilwände wandern. „Das ist nicht verboten“, sagt Stodian. „Aber auch unsere Ranger dürfen dort aus Sicherheitsgründen nicht mehr laufen.“

Mädchen bei Hangrutsch getötet

Im Jahr 2011 wurde am Steilufer unterhalb vom Kap Arkona ein Mädchen in den Tod gerissen. Das Kind war an Weihnachten mit Mutter und Schwester am Strand unterwegs, als es bei einem Hangabrutsch verschüttet wurde. Helfer versuchten noch, die zehnjährige Katharina zu retten. Sie konnten nur noch ihren leblosen Körper bergen.

Irgendwann ist die Kreideküste weg

Stodian hält die Abbrüche für einen ganz natürlichen Prozess. „In 6000 Jahren hat Rügen zwei Kilometer Kreideküste verloren“, sagt er. „Zum Betrachten haben wir noch 10 000 Jahre Zeit.“ Auch für die Ästhetik seien die Abbrüche wichtig. „Die Kreidefelsen sind so weiß, weil sie immer wieder abbrechen“, sagt Stodian.

Kay Steinke

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