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Rügen Rügens Alleen: Nachpflanzen, aber wie?
Vorpommern Rügen Rügens Alleen: Nachpflanzen, aber wie?
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07:56 24.10.2017
Kindergartenkinder aus Sellin pflanzen eine junge Eiche in Sellin. Hier beginnt die Deutsche Allenstraße. Quelle: Anne Ziebarth
Sellin

Zum 25-jährigen Bestehen der Deutschen Alleenstraße pflanzten Kindergartenkinder aus Sellin eine junge Eiche am Kleinbahnhof. Sie markiert gewissermaßen den Start der Deutschen Alleenstraße, die in Sellin beginnt und am Bodensee endet.  Zuvor hatten sich Experten auf der Seebrücke getroffen, um über Herausforderungen des Erhalts der Alleen auf Rügen zu diskutieren. Heißes Thema dabei: Nachpflanzungen von Bäumen im Alleebestand.

„Wir wünschen uns einfach nur, dass es eine Möglichkeit gibt, Pflanzlücken in den Alleen zu schließen“, sagte Gundela Knäbe vom Beirat des Biosphärenreservats Südost Rügen mit Blick auf die zahlreichen Alleen, in denen Einzelbäume fehlen. „Das sind wir den kommenden Generationen schuldig.“ In der Praxis sei das schwer zu realisieren, bemerkt Manfred Rathert vom Landesstraßenbauamt. Die Gesetzeslage aus dem Alleenerlass des Landes und einer ergänzenden Richtlinie fordere bei Neupflanzungen an Landesstraßen einen Mindestabstand von drei Metern und bei Bundesstraßen von vier Metern vom Fahrbahnrand. Straßengräben und Leitplanken führten häufig sogar noch zu größeren Abständen, die eingehalten werden müssten. „Wir haben die Anzahl der Verkehrstoten in Alleen auch dank der Leitplanken senken können“, so Rathert. „Die brauchen aber für die optimale Wirkung einen gewissen Raum, um sich im Ernstfall ausbeulen zu können.“ Auch an Stelle von bereits bestehenden, zwangsläufig nah an den Alleebäumen verlaufenden Leitplanken in Alleenreihen sei ein Nachpflanzen der Bäume „in Reihe“ nicht möglich.

Weil durch die vorgeschriebenen Abstände zur Fahrbahn vielfach auch noch Landerwerb für die Baumpflanzungen nötig ist, hakt es an vielen Stellen bei den Nachpflanzungen. Auf Bundes- und Landestraßen wurden in 2016 im Landkreis Vorpommern-Rügen 421 Alleebäume gefällt und 30 Bäume gepflanzt, teilt das Straßenbauamt Stralsund mit. Für die nicht nachgepflanzten Bäume wurde eine Einzahlung von 400 Euro pro Baum in den Alleenfonds vorgenommen. Mit dem Geld im Alleenfonds – derzeit handelt es sich um mehrere Millionen Euro – ist für die Nachpflanzung von Bäumen vorgesehen. „Im Gebiet des Biosphärenreservats ist die letzte Nachpflanzung im außerörtlichen Bereich im Jahr 2011 erfolgt“, beschreibt Cathrin Münster, Chefin des Biosphärenreservats Südost-Rügen, die Situation. „Dabei wurden in unserem Gebiet in diesem Zeitraum über 250 Alleebäume gefällt.“  Auf den Kreis- und kommunalen Straßen des Landkreises ist die Situation besser. Hier wurden im Zeitraum 2002 bis 2017 genau 2122 Alleebäume gefällt. 2470 Bäume wurden gepflanzt. Das Plus von 348 resultiert auch aus der Bereitschaft der Politik, die Bäume an Ort und Stelle nachzupfanzen. „Für uns wird die Richtlinie empfohlen. Aber wir sind nicht daran gebunden und nutzen die Spielräume, die wir haben“, erklärt Landrat Ralf Drescher (CDU).

Anne Friederike Ziebarth

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