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Rügen Rügens Ernte nur Durchschnitt: „Der Weizen hat versagt“
Vorpommern Rügen Rügens Ernte nur Durchschnitt: „Der Weizen hat versagt“
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03:34 11.09.2013
Die Strohballen auf Rügens Feldern künden davon, dass die Ernte eingebracht ist. Quelle: Janet Lindemann
Bergen

Rügens Landwirte haben die Ernte eingebracht — ihre Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen. „Während unsere Kollegen im Land sehr zufrieden mit den Ergebnissen sind, können wir es nicht sein“, sagt Walter Lonskowski, Chef des Bauernverbandes Rügen. Und Vorstandsmitglied Rico Remien bringt es auf den Punkt: „In diesem Jahr sind wir nur Durchschnitt.“

Lonskowski, der in seinem Brotberuf Chef der Gut Mattchow GmbH & Co. KG, hat den Schuldigen ausgemacht: „Der Weizen hat versagt.“ Zwar sei der Ertrag in der Region Vorpommern-Rügen auf 85 Dezitonnen pro Hektar gegenüber dem Vorjahr (77) gestiegen. Aber daran hätten die Insulaner keinen Anteil gehabt. Für das Hoch haben die Festländer gesorgt. „Weil es auf Rügen bis in das Frühjahr hinein zu kalt gewesen ist, wurde die Vegetationsperiode dramatisch verkürzt“, erklärt Lonskowski. Dann habe eine Hitzewelle dazu geführt, dass der Weizen viel zu schnell abgereift und dadurch die Kernfüllung abgebrochen worden sei.

Anfang August hatte Lonskowski noch gehofft, dass die Sonne für Qualitätsweizen auf dem Halm sorgt, daraus wurde jedoch nichts: „Es ist kein Qualitätsweizen geworden.“

So hätten die Landwirte nicht nur einen Minderertrag zu bilanzieren, sondern auch mit einem Preisrückgang zu leben. „Zumindest die, die keine Vorverträge gehabt haben“, sagt Lonskowski.

2012 gab es für eine Dezitonne Weizen noch 20 bis 21 Euro — inzwischen gibt‘s nur noch 16 bis 16,50 Euro. Auch, weil anderswo auf dem Globus — Rügens Landwirte sind Teil eines weltweiten Geschäfts — keine Ernteausfälle zu beklagen seien: weder in den USA, noch in der Ukraine, noch in Australien.

Trotzdem müssten die Landwirte auf der Insel den Kopf nicht in den Sand stecken, sagt Lonskowski: „Den Weizen mal ausgeklammert, war es insgesamt eine gute Ernte.“ Vor allem bei der Gerste seien gute Ergebnisse erzielt worden. „Auch beim Raps ging es noch“, sagt der Chef der Rügener Bauern. Wobei auch bei dieser Ölfrucht ein erheblicher Preisrückgang zu Buche schlägt — von 48,50 Euro im vergangenen Jahr auf aktuell 34,50 Euro. Rico Remien schätzt die Lage so ein: „Es reicht trotzdem noch zum Überleben und führt nicht zur Katastrophenstimmung.“

Inzwischen haben die ersten Landwirte mit der Maisernte begonnen. In dem Zusammenhang ist Lonskowski eines wichtig: „Uns wird oft vorgeworfen, dass wir zuviel Mais anbauen und so die Wildschweine mästen. Tatsächlich geschieht dies nur auf sieben Prozent der gesamten Ackerfläche. Noch vor 20 Jahren waren es 14 bis 17 Prozent.“ Überhaupt werde auf Rügen im Vergleich zum Land MV am wenigsten Mais angebaut, sagt Lonskowski — und guckt zu Himmel: „Wir brauchen dringend Wasser in Mengen von oben, denn die neue Saat läuft nur spärlich auf.“

Ackern auf 61 455 Hektar

190 Landwirtschaftsbetriebe — darunter 102 Familienbetriebe im Haupt- und Nebenerwerb — gibt es auf der Insel Rügen (Stand 1. Januar 2013). Die bewirtschaften eine Fläche von 61 455 Hektar. Von den genannten Landwirtschaftsbetrieben sind 77 Mitglied im Bauernverband Rügen und ackern auf einer Fläche von 42 040

Hektar. Das sind 68,4 Prozent der Gesamtfläche.

Chris-Marco Herold

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