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Rügens Produkte sind eine echte Alternative

Prora Rügens Produkte sind eine echte Alternative

Im Naturerbe Zentrum Prora stellen am Wochenende 41 Firmen, Vereine und Behörden ihre Angebote vor / Gäste kommen vor allem kulinarisch auf ihre Kosten

Prora. Das schmeckt dem Staatssekretär: Am Stand der Imkerei Mönchgut probiert sich Peter Sanftleben vom Landwirtschaftsministerium durch die verschiedenen Honigsorten – selbstverständlich von fleißigen Bienen auf der Insel Rügen gesammelt. Denn alle Produkte die gestern und heute auf dem Markt der nachhaltigen Alternativen im Naturerbe Zentrum Prora vorgestellt werden, kommen aus der Region. „Ziel des Marktes ist es Nachhaltigkeit zu vermitteln, Netzwerke aufzubauen und einen Überblick zu geben, was wir hier eigentlich an regionalen und nachhaltigen Produkten zu bieten haben“, erklärt der Chef des Naturerbe Zentrums, Jürgen Michalski.

Der Markt ist der Abschluss der Woche der Nachhaltigkeit, die mit vielen Veranstaltungen auf der ganzen Insel stattfand. Dabei wurden Bäume im Klimawald gepflanzt, Wanderungen führten zu besonderen Naturschauplätzen, es gab eine Kinderuni und in Workshops konnte man „Upcyclen“, also aus abgelegten Dingen neue Kreationen schaffen.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist zunächst in der Forstwirtschaft geprägt worden. Das bestätigt Rügens Forstamtleiterin Ricarda Pries. „1713 wurde der Begriff das erste Mal von Hans Carl von Carlowitz verwendet“, berichtet sie. „Er besagt im Wesentlichen, dass im Forst nur so viel Bäume geschlagen werden sollten, wie auch nachwachsen.“ So sollen auch künftige Generationen etwas von den Ressourcen haben – sowohl den praktischen Nutzen als auch die Möglichkeit die faszinierenden Naturräume zu erleben.

Dabei kann Nachhaltigkeit in ganz unterschiedlichen Bereichen stattfinden. Davon erzählt Holger Kliewe vom Erlebnisbauernhof Kliewe, der auf dem Markt mit seinem Geflügel und Wurstspezialitäten präsent ist. „Von den Enten verkaufen wir hauptsächlich Entenbrüste und -keulen “, sagt Kliewe. „Das war schade. Jetzt haben wir festgestellt, dass man aus dem Rest der Ente auch eine ganz hervorragende Sülze herstellen kann. So kommt nichts weg.“

Viele Händler würden mittlerweile auf regionale Produkte setzen, meint Heike Lange vom Biosphärenreservat Südost-Rügen, das maßgeblich an den Veranstaltungen der Nachhaltigkeitswoche beteiligt ist. „Aber das Kaufverhalten der Kunden hat sich auch verändert, die Nachfrage der Kunden ist gestiegen.“ Ein guter Weg, man müsse aber weiter auf die Menschen zugehen, findet auch Staatssekretär Peter Sanftleben. „Nachhaltigkeit funktioniert nur durch den Menschen. Es gilt viele Fragen zu beantworten. Kann ich mir das leisten? Was kann ich tun und wie sehen die Alternativen zu konventionellen Waren aus?“, fragte er bei der Eröffnung. „Auf diese Fragen hat die Woche der Nachhaltigkeit Antworten gegeben. Sicherlich gilt auf Rügen immer auch die Verknüpfung mit dem Tourismus.“

Viele Touristen nehmen Rügen- Produkte auch gerne mit nach Hause, bestätigt Heike Lange. So ist es wohl auch dem „Zickerschen Honig“ von der Imkerei Mönchgut gegangen. „Die Nachfrage war riesig“, sagt Imkerin Maud Baumgarten. „Wir haben in diesem Jahr das erste Mal probiert, Bienenvölker im Biosphärenreservat auf Zicker hinzustellen und der Honig war sensationell.“

Bis die Bienen in die nächste Saison starten, vergeht noch etwas Zeit. Die Kunden der Imkerei haben aber viele Alternativen. Ob Sommerhonig, Rapshonig oder die Spiezialitäten Zimt- oder Sanddorn-Honig – das Ehepaar Marco und Maud Baumgarten verarbeitet den Ertrag ihrer rund 100 Völker zu vielen Produkten. Doch der Erfolg ist auch von ganz anderen Dingen abhängig. Von der Gesundheit der Bienen zum Beispiel. Pflanzenschutzmittel und die Varoamilbe setzen den Beständen zu. „Es gibt unterschiedliche Forschungsergebnisse, wie schädlich Pflanzenschutzmittel sind, aber es spricht einiges dafür, das die Bienen dadurch geschädigt werden“, berichtet Marco Baumgarten. Dem wolle man lieber aus dem Weg gehen. „Wir haben ganz tolle Erfahrungen mit kleineren Landwirtschaftsbetrieben gemacht. Nach Absprache spritzen sie überwiegend nachts, wenn die Bienen im Stock sind.“ Wenn es dringend sein muss, Pflanzenschutzmittel auszubringen, würden die Landwirte sogar Bescheid sagen, damit die Bienen an diesem Tag im Stock bleiben.“

Anne Ziebarth

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