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Rügen Rügens Seenotretter bekommen Hilfe von Miniaturen-Flotte
Vorpommern Rügen Rügens Seenotretter bekommen Hilfe von Miniaturen-Flotte
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09:38 14.03.2018
Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums der DGzRS, fotografiert Dirk Neumann (Mi.), Vormann auf dem Rettungskreuzer Harro Koebke sowie Holger Wille (li.) und Holger Auffarth (re.) von der Paradies Rügen Urlaubs-GmbH & Co. KG, die 6500 Euro für die Seenotretter spendeten. Quelle: Maik Trettin
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Sassnitz

Es ist ein kalter und stürmischer Januartag im Jahre 2017. Über die Ostsee pfeift der Wind mit Stärke sieben und mehr. Bis zu drei Meter hoch sind die Wellen 17 Kilometer nördlich von Rügens Nordspitze. Ein kleiner dänischer Fischkutter wird hier zum Spielball der Naturgewalten. Sein Netz hat sich im Propeller verfangen, das 15 Meter lange Boot kann nicht mehr manövriert werden, die Besatzung ruft um Hilfe. Die kommt aus Sassnitz: Der dort stationierte Seenotrettungskreuzer „Harro Koebke“ nimmt den dänischen Kutter „an die Leine“ und schleppt ihn in den sicheren Stadthafen.

69000 Euro hat Karl Staudinger innerhalb von zehn Jahren mit 131 Spendenschiffchen auf Nord-Rügen gesammelt. Er bekommt dafür eine Urkunde, die Mannschaft auf dem Seenotkreuzer unter anderem modernere Ausrüstung.

Karl Staudinger kann sich in die Lage der Seeleute gut hineinversetzen. Jahrzehntelang ist der heute 78-Jährige zur See gefahren, erinnert sich noch an Maschinenausfälle bei stürmischer See, wie den „Kolbenfresser bei Windstärke sieben“. Dass Menschen anderen Menschen in solchen Situationen zur Hilfe eilen, imponiert ihm. Deshalb zögerte er auch nicht lange, als die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) vor mehr als zehn Jahren per Zeitungsanzeige ehrenamtliche Helfer suchte. Der Wahl-Rüganer, der aus der Nähe von Frankfurt am Main stammt, unterstützt die Seenotretter seitdem durch seine Arbeit und als Fördermitglied. Am Montag wurde er dafür mit einer Urkunde durch einen Vertreter der Gesellschaft geehrt.

Öffentlichkeitsarbeit bei Veranstaltungen, Werbematerial verteilen, Kontakt zur Besatzung des Seenotkreuzers halten und vor allem das Einwerben von Spenden – damit beschäftigt sich der Rentner, der sich dem maritimen Leben weiter verpflichtet fühlt. Für viele Rüganer ist er das „Gesicht“ der Seenotretter. In der nördlichen Hälfte der Insel stellt er die Spendenschiffchen auf, die längst zum Symbol der DGzRS geworden sind. Hier wirbt er bei Tourismusanbietern, Gewerbetreibenden und anderen für das Anliegen der Seenotretter. „Das funktioniert natürlich an der Küste besser als im Binnenland“, sagt der Leiter des Informationszentrums, Jörg Westphal. Karl Staudinger nickt: Hier geben auch die etwas, die mit ihrem Geld selbst gerade so über die Runden kommen. Rund 69000 Euro haben Spender in die 131 Schiffchen gesteckt, die der 78-Jährige betreut.

Ganz so viel haben Wolfgang Schmidt-Behnke, Holger Auffarth und Holger Wille noch nicht zusammengetragen. Gleichwohl zählen die drei Ex-Bremer mit ihrer Paradies Rügen Urlaubs-GmbH & Co. KG seit fünf Jahren zu den konstanten Unterstützern der Seenotrettung auf Rügen. Ihre Methode: Für jede Buchung, die über ihr Vermietungsunternehmen läuft, geht ein Euro an die DGzRS auf Rügen. Im vergangenen Jahr sind auf diese Art und Weise rund 6500 Euro zusammengekommen, die die Unternehmer den Seenotrettern überwiesen haben. Die können das Geld gut gebrauchen. „Wir wollen die Ausrüstung für die Kollegen hier an Bord des Seenotrettungskreuzers modernisieren“, sagt Jörg Westphal. Der würde sich wünschen, dass sich für die Idee der „Paradies Rügen“ mehr Nachahmer fänden. Auch weitere Ehrenamtler seien gern gesehen. Die kann man auf Rügen an einer Hand abzählen.

Maik Trettin

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