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Rügens Strandkörbe fit für die Saison

Prora Rügens Strandkörbe fit für die Saison

Hunderte der besonderen Möbel werden in Prora ausgebessert und repariert, bevor es für sie zurück an ihren Einsatzort an den Strand oder in den Garten geht.

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Im Unternehmen „Strandkorb Binz“ werden jährlich Hunderte Strandkörbe wieder fit für die Saison gemacht. Martin Kruggel und Guido Lietzau tragen einen aufgearbeiteten Strandkorb über den Hof des Lagers.

Quelle: Anne Ziebarth

Prora. Peter Ruge tunkt einen Pinsel in den kleinen Eimer mit Holzlasur und streicht die Flüssigkeit sorgfältig auf die Armlehne des Strandkorbs vor ihm. „Dieser hier ist schon gereinigt, jetzt bekommt er seinen Anstrich, der das Holz witterungsbeständiger macht“, sagt der 62-Jährige. „Dann kann er zurück an den Strand.“

DCX-Bild

Hunderte der besonderen Möbel werden in Prora ausgebessert und repariert, bevor es für sie zurück an ihren Einsatzort an den Strand oder in den Garten geht.

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Der Strandkorb mit der Nummer 662 ist einer von Hunderten der speziellen Möbel, die im Unternehmen „Strandkörbe Binz“ ihre jährliche Schönheitskur bekommen. „So ein Strandkorb macht ja allerhand mit während der Saison“, sagt Firmeninhaber Martin Kruggel. „Zum Beispiel wird er häufig gedreht und hin- und hergeschoben. Daher ist es wichtig, dass wir alle Verbindungsstellen prüfen und auswechseln wenn nötig.“ Auch eine sorgfältige Handwäsche steht für die Körbe auf dem Programm. „Inklusive Trockengang“, berichtet Kruggel. „Es soll ja keine Stockflecken geben.“

Strandkorbsaison steht in den Startlöchern

Der 43-Jährige betreibt nicht nur fünf Strandbars in der Binzer Bucht, sondern verleiht oder verkauft die Strandkörbe auch an Hotels und Gastronomien auf der ganzen Insel. Wie viel Strandkörbe er genau bei sich in den Hallen im Proraer Gewerbegebiet und in Kaiseritz lagert, möchte er nicht verraten. Hunderte seien es auf jeden Fall. „Wir beginnen in dieser Woche mit der Auslieferung“, beschreibt er. „Das ist ein ziemlicher logistischer Aufwand.“ Denn die Strandkörbe werden nach einem ausgeklügelten System eingelagert und bis an die Hallendecke gestapelt, um später ein reibungsloses Bearbeiten und Verladen zu ermöglichen. „In diesem Jahr war Ostern ja sehr früh und das Wetter hat auch nicht mitgespielt“, so Kruggel. „Daher peilen wir für unsere eigenen Strandkorbverleihe in Binz den Stichtag 1. Mai an. Dann wird die Strandkorbsaison eröffnet.“

Wie stark sich die Gäste mit den Strandkörben identifizieren, erfährt Kruggel jedes Jahr aufs neue. Und er freut sich darüber. Es gebe viele Menschen, die sich bereits lange vor ihrem Urlaub ,ihren’ Strandkorb reservieren lassen. „Ich habe auch schon Lageskizzen bekommen, in der die genaue Wunschposition des Strandkorbs eingezeichnet war“, erinnert sich Kruggel und lacht. „Inklusive der benachbarten Strandkörbe, die für die befreundeten Familien reserviert werden sollten.“

Auch Hotels und Gastronomen setzten auf Strandkörbe

Der klassische Einsatzort der Körbe ist immer noch der Strand, doch immer mehr Hotels und Gaststätten lassen sich von Kruggel ihre individuellen Strandkörbe gestalten. „So ein Strandkorb, schafft einfach sofort ein bisschen Urlaubsstimmung“, meint Kruggel. „Auch wenn er im Garten steht. Das ist für Hoteliers und Gastronomen natürlich ein Gewinn. “ Im Trend sei dabei ganz deutlich die Individualisierung der Körbe. „Wir können 250 unterschiedliche Varianten zusammenstellen“, sagt Kruggel. „Das reicht von der unterschiedlichen Farbgebung der Polster und des Flechtwerks bis zum Drehfuß oder der mit Federkraft verstellbaren Haube.“

Die Einstiegsmodelle sind ab rund 1300 Euro zu bekommen, nach oben ist die Skala je nach Ausstattungswunsch offen. „Passend zu moderner Architektur wird häufiger der Typ des Nordsee-Strandkorbs gewählt“, so Kruggel. „Der hat nämlich gerade Armlehnen und wirkt kantiger. Der Typ des Ostsee-Strandkorbs erscheint durch die geschwungenen Armlehnen etwas weicher und verspielter.“

Strandkorb statt Mathematikunterricht

Der älteste Strandkorb in Kruggels Besitz hat noch eine Weidenhaube und stammt aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. „Der befindet sich im wohlverdienten Ruhestand und ist vor allem für Menschen gedacht, die sich für die Geschichte des Strandkorbs interessieren“, erzählt der Unternehmer. „Das Bauprinzip hat sich in den Jahren aber nicht verändert, nur die Materialien sind andere geworden und die Ausstattung lässt keine Wünsche offen.“

Zu den Strandkörben kam Martin Kruggel über Umwege. „Eigentlich wollte ich Mathe- und Physiklehrer werden, hatte die Zusage auch bereits in der Tasche“, sagt er. „Dann habe ich aber lieber eine Ausbildung zum Augenoptiker abgeschlossen. Doch bereits vor dem Ende der Ausbildung habe ich mich selbstständig gemacht. Erst mit einem Eisverkauf, dann kamen die Strandbars in Binz und die Strandkorbverleihe dazu“ Heute arbeiten im Sommer 22 Menschen im Unternehmen. Im Winter sind es mindestens fünf.

Die durchaus ungewöhnliche Berufswahl ihres Sohnes haben die Eltern von Martin Kruggel übrigens akzeptiert, wenn auch erst skeptisch, dann überzeugt. „Als ich das Unternehmen Strandkorb Binz 1996 gegründet habe, waren sie für mich da und haben mit angepackt“, blickt er zurück. „Ohne meine Eltern und mein großartiges Team wäre die Entwicklung der Firma nicht möglich gewesen.“

Ziebarth Anne Friederike

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