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Rügen Rügens letzte Meisterin betreibt den größten Laden für Reitsport
Vorpommern Rügen Rügens letzte Meisterin betreibt den größten Laden für Reitsport
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00:00 12.05.2017
Muhlitz

Maja Walther holte den letzten Rügener Kreismeistertitel in der Dressur. Das war im Jahr 2011 und Medaillen und Schärpe hängen nun im größten Laden für Pferdesportzubehör der Insel im Gewerbegebiet Muhlitz. Das ist seit dem Bau der neuen B96 vom alten Ort abgetrennt und beherbergt zudem eine Betriebsstätte des Entsorgungsunternehmens Nehlsen, eine Tuning-Werkstatt und die Autoverwertung von Uwe Uschmann.

Maja Walther hält nicht nur Pferde aus Kunststoff im Zaum.

Maja Walther wurde 1966 in Wismar geboren und kam mit zehn Jahren nach Rügen. „Nach meiner Ausbildung zum Zootechniker mit Abitur wäre ich eigentlich gern Tierärztin geworden“, erzählt sie. Dann aber entschied sie sich für ein Fernstudium zur Agraringenieurin für Pferdezucht und Sport. „Dazwischen arbeitete ich fast drei Jahre im Reitstall auf dem Landesgestüt Redefin.“

Nach der Wende eröffnete sie ihre Boutique „Pferd & Reiter“ zunächst in Muhlitz, wo sie mit Sohn Tom lebt. Das Geschäft lief so gut, dass die Räume bald zu klein wurden. 2010 bezog sie daher das 200 Quadratmeter große Geschäft am heutigen Standort. Maja Walther ist Mitglied im Arbeitskreis „Ausrüstung für den Reit- und Fahrsport“der Reiterlichen Vereinigung (FN) und absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Reitsportausrüstung sowie spezielle Seminare zu Sätteln und anderen Ausrüstungsgegenständen. Nicht zuletzt fungiert sie als Annahmestelle für Pferdedeckenwäsche und deren Reparatur.

„Unser Angebot richtet sich an Freizeit- und Turnierreiter, Pferdehalter, Züchter und andere Pferdeliebhaber“, sagt sie. Viele, der im Geschäft angebotenen Artikel, probiert sie selber aus, wenn sie mit dem eigenen Pferd unterwegs ist. „Meine Hannoveraner-Stute bewege ich jeden Tag vor der Arbeit eine Stunde lang“, erzählt Maja Walther. Danach bringt sie ihren Tom zum Samtenser Bahnhof, von wo er nach Bergen und in das dortige Gymnasium fährt. „Die gemeinsame Zeit mit meinem Sohn nehme ich mir gern, weil ich jeden Tag erst um 18 Uhr zuhause sein kann.“

Wie ihre nebenan lebende Mutter fühlt sich auch Maja Walther wohl in Muhlitz mit seiner funktionierenden Gemeinschaft und der Pferdetradition. Sie betreibt nicht nur ihr Geschäft für Reitsport-Zubehör, sondern engagiert sich auch im örtlichen Reitverein. Neun Einsteller-Pferde hat der Pferdehof derzeit.

Die stehen im ehemaligen Jungviehstall, den Mathies Ernst Schröder 1920 erbauen ließ, wie es in einer Chronik heißt. Der Stall war ursprünglich ein mit Ziegeln ausgemauerter Fachwerkbau mit einer Länge von 45 Metern und 14 Meter breit. Im Giebel zu den Arbeiterwohnungen gab es ein Wasserbassin, das durch einen „Widder“ genannten (Stoßheber aus der nahen Quelle gefüllt wurde. Dieser „Widder“

lief Tag und Nacht, das ganze Jahr über, auch im Winter.

Nach der Enteignung des Betriebes 1945 wurden Teile der Flächen an Neusiedler gegeben. Die verbleibenden wurden als „Volkseigentum“ in die LPG Rothenkirchen eingebracht. Das Gutshaus und die Wirtschaftsgebäude wurden nicht mehr genutzt und verfielen. 1980 wurden die Gebäude dem Erdboden gleich gemacht und Neubauten, wie ein zweistöckiges Wohnhaus und eine Gaststätte errichtet, die bis 1993 als Reiterhof genutzt wurden.

Den Faden wollen die Muhlitzer nun gemeinsam wieder aufnehmen und in naher Zukunft wieder Veranstaltungen organisieren, damit es am alten Ort bald wieder heißt: „Hufschlag ist frei!“

ud

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