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Rügen Rügens stärkste Männer trainieren in Bergen
Vorpommern Rügen Rügens stärkste Männer trainieren in Bergen
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12:52 11.03.2018

Beim Betreten der Vereinsräume wird einem schnell klar, dass die Kraftsportler von Blau-Weiß Bergen keine modernen Trainingsgeräte brauchen, um zu trainieren.

Einige der Geräte im Kraftraum sind schon etwas in die Jahre gekommen, das ist für den Vereinsvorsitzenden und Bundesliga-Athleten im Kraftdreikampf, Michael Pyritz, aber kein Problem: „Die Geräte funktionieren alle noch einwandfrei. Bei richtiger Benutzung halten die ewig.“

Pyritz selbst trainiert in einem kleinen Raum im hinteren Bereich des Hauses in der Graskammer. Laute Rockmusik kommt aus einer Anlage. In dem Raum stehen die Geräte, die für ihn und seine Mannschaftskameraden im Bundesliga-Team am wichtigsten sind. Hier können sie Bankdrücken, Kreuzheben und Kniebeugen trainieren – die drei Disziplinen im Kraftdreikampf. „In der Wettkampfphase trainieren wir fast ausschließlich die einzelnen Disziplinen. Außerhalb der Saison gibt es auch Ausdauertraining und andere Trainingspläne“, erklärt Ronny Schröder, der gerade durch die Tür gekommen ist, um gemeinsam mit Pyritz die Gewichte zu stemmen. Schröder ist der stärkste bei den Blau-Weißen und hält den Vereinsrekord. Am kommenden Wochenende geht es für ihn zu den deutschen Meisterschaften in die Nähe von Leipzig.

Jedes Vereinsmitglied kann nach den eigenen Bedürfnissen und Zielen trainieren. Sobald man gezeigt hat, dass man mit den Geräten umgehen kann, bekommt man einen Schlüssel. „Wir helfen natürlich gerne und nach Absprache findet sich immer ein erfahrener Sportler, mit dem Neuzugänge ihre Einheiten absolvieren können“, beruhigt Pyritz unsichere Interessenten. Dass sie überhaupt die Möglichkeit haben, in ihren eigenen Räumlichkeiten mit der nötigen Ausstattung zu trainieren, verdankt der Verein dem Einsatz von Pyritz. „Unser altes Vereinshaus wurde abgerissen. Nach einigen Verhandlungen haben wir 2014 das neue Gebäude für 40 Jahre gepachtet. Das bringt Sicherheit“, erklärt Pyritz, der sich als Vorsitzender um solche Belange kümmert.

Damit hält er die Tradition des Vereins aufrecht, aus der Not eine Tugend zu machen. Schon die Geburtsstunde des Vereins beruhte auf einer schnellen Reaktion einiger Sportler. „Nach der Wiedervereinigung hat sich die TSG Bau Bergen auf einmal aufgelöst. Wir haben gehandelt und die Geräte gekauft. Ein Jahr später wurde der BW Bergen gegründet“, erklärt einer der Vereinsgründer, Harald Paul. Er fährt von seiner Arbeitsstelle bei Frankfurt regelmäßig in seine Heimat nach Bergen, um mit den anderen zu trainieren. In der Altersklasse über 60 ist Paul Europameister und Vizeweltmeister. Mit Leidenschaft erzählt der langjährige Vereinschef von den Erfolgen des Vereins und seinen persönlichen. Darunter Weltrekorde, aber auch Rückschläge, wie ein Muskelabriss im Oberarm. „Da braucht man Geduld, um sich wieder heranzubringen. Geduld und ein guter Trainingsplan sind bei unserer Sportart das A und O“, sagt Paul. „Bei jedem, der wie Phönix aus der Asche zurück kommt, sollte man skeptisch sein“, fügt er an und bringt damit das Thema Doping auf den Tisch.

Für Pyritz ein wichtiges Thema. Er sieht seine Sportart unter einem Generalverdacht: „Wir werden auf den Wettkämpfen getestet, trotzdem denken viele, dass unsere Leistungen nur mit illegalen Mitteln zu schaffen sind – das ist Unsinn.“

Ein Problem hat sein Kraftdreikampf-Team im Nachwuchsbereich: „Wir haben momentan 50 Mitglieder im Verein, darunter auch ein paar Frauen. Die meisten machen aber nur Fitness- und keinen Kraftsport.“

Mit der Anzahl der Mitglieder ist Pyritz dabei zufrieden, auch wenn es schon einmal mehr waren. Er bemerkt aber das Problem, mit dem viele Vereine auf Rügen zu kämpfen haben: „Die Jungs fangen an und haben auch Lust, aber sobald sie mit der Schule fertig sind, verlassen sie die Insel für Job oder Studium.“

Niklas Kunkel

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