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Rügen Sand zu grob: Aufspülung abgebrochen
Vorpommern Rügen Sand zu grob: Aufspülung abgebrochen
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00:05 02.12.2017
Aufgespülter Strandabschnitt zwischen Lobbe und Thiessow: Dort sei die erforderliche Sturmflutsicherheit wieder gewährleistet. Quelle: Foto: Gerit Herold

Der Zugang zum Strandabschnitt nahe der Kreuzung Gager zwischen Lobbe und Thiessow ist gesperrt. Die Knirpse im Krippenalter, die zum Morgenspaziergang in Schneeanzüge eingemummelt sind, versuchen deshalb den Strandzugang ein paar Meter weiter zu erklimmen. Dicke Reifenspuren sind durch den weichen Boden gezogen, es geht bergauf. An der Stelle in den Dünen, wo im Sommer die Rettungsschwimmer in ihrem Bauwagen über den Strand wachen, geht es dann recht steil abwärts zum Wasser. In Richtung Thiessow gleicht der Bereich einer Mondlandschaft.

Nach Abschluss bei Gager nun keine Dünenverstärkung in Göhren / Suche nach Ausweichlagerstätte

Schilder mit der Aufschrift „Kampfmittelbergung Betreten verboten“, stoppen Strandläufer.

Seit Anfang September war hier schwere Technik im Auftrag des Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) im Einsatz. Nach den Sturmschäden im Januar wollen Bund und Land 3,4 Millionen Euro in den Küstenschutz an den Stränden zwischen Lobbe und Thiessow (Badestrand der Gemeinde Gager/Groß Zicker) und Göhren Süd – so der Plan. Doch von Anfang an gab es Probleme mit dem Sand und der Technik, was den Arbeitsaufwand erhöhte. Im Sand gab es anfangs einen großen Anteil an Schrott und kleinen Metallresten, die wie auch die in geringer Menge enthaltenen Kampfmittelreste aus dem Zweiten Weltkrieg nicht an den Strand gelangen sollen.

Die Aufspülungen zur Dünenverstärkung seien nun vorzeitig beendet worden, da das geförderte Material zunehmend auch Kies enthalten habe, der den am Ende der Spülleitung befindlichen Siebkorb verstopfte. Dieser habe aber sicherzustellen, dass keine Kampfmittelstoffe im Spülmaterial vorhanden sind, teilt Martina Plothe, Pressesprecherin im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV, auf OZ-Nachfrage mit. Sowohl die Sicherheit des Baustellenpersonals als auch die Munitionsprävention sei unter diesen Umständen nicht gewährleistet gewesen. Mehrfache Veränderungen am Siebkorb und auch die Nutzung einer anderen Lagerstätte hätten dieses Problem nicht lösen können. „Da keine geeignete Sand-Lagerstätte zur Verfügung stand, kam nur die vorzeitige Beendigung der Aufspülarbeiten in Betracht“, so Plothe.

Mit dem bereits aufgespülten Sand hätten aber die von der Sturmflut am 4. und 5. Januar verursachten Defizite beseitigt werden können. Und deshalb sei die erforderliche Sturmflutsicherheit auch wieder gewährleistet.

Da die Aufspülungen am Göhrener Südstrand mit Material aus derselben Lagerstätte in der Prorer Wiek erfolgen sollten, mussten auch diese ausgesetzt werden. Die Arbeiten in beiden Bereichen werden nicht wieder aufgenommen. Die bauausführende Firma hat die Spülleitungen bereits abgebaut. „Das ist für Göhren, wo im Gegensatz zu Gager kein Aufspülsand eingebaut wurde, küstenschutzfachlich vertretbar, da der Verschleißteil der Düne noch ausreichend dimensioniert ist“, erklärt Plothe. Die Maßnahme in Göhren sei nicht aus küstenschutzfachlichen Gründen geplant gewesen, sondern aus ökonomischen Gründen, da die für Gager vorgehaltene Technik gleich günstig in Göhren zum Einsatz gekommen wäre. Mittelfristig sei es aber erforderlich, die Düne wieder aufzufüllen. Bis dahin soll eine geeignete Lagerstätte für Aufspülsande gefunden werden. „Dafür kommt primär die Lagerstätte Koserow in Betracht, die aktuell im Genehmigungsverfahren ist“, informiert die Ministeriumssprecherin.

„Nach den Sturmschäden hieß es erst, dass in Göhren keine Maßnahmen geplant sind. Dann bekamen wir die Info, dass es doch losgeht“, bedauert Göhrens Bürgermeister Wolfgang Pester nun das vorzeitige Aus. Er hofft mit Blick auf die größeren Abspülungen im Bereich der Reha-Klinik, dass die Arbeiten im Frühjahr fortgesetzt werden können.

Gerit Herold

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