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Sarah Hannemann: Der rote Lockenkopf will lieber kämpfen

Ralswiek Sarah Hannemann: Der rote Lockenkopf will lieber kämpfen

Als Geliebte Störtebekers spielt sich die 23-Jährige derzeit in das Herz des Helden. Ihr eigenes Herz ist aber noch frei. Beim nächsten Mal wär sie gern eine Piratenbraut.

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Nicht nur auf der Bühne ein Sonnenschein mit Biss: Die 23-jährige Sarah Hannemann.

Quelle: Johanna Hegermann

Ralswiek. Lockig rote Haare, eine zierliche Figur und ein frecher Blick — das sind die markanten Merkmale des Festspiel-Zugangs Sarah Hannemann. Auf der Ralswiecker Freilichtbühne spielt die junge Schauspielerin bei dem diesjährigen Stück „Beginn einer Legende“ die Geliebte Klaus Störtebekers: Ann-Marie.

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Nicht nur auf der Bühne ein Sonnenschein mit Biss: Die 23-jährige Sarah Hannemann.

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„An die Rolle bin ich über Anna Hick gekommen. Sie kannte mich durch meine Agentur. Als sie von der Rolle hörte, hat sie sich gedacht: Das passt“, erzählt die 23-Jährige. Auch die Geschäftsführerin Ruth Hick und der Intendant Peter Hick waren dieser Meinung und so verkörpert Sarah Hannemann nun Ann-Marie. Und das mit Freude: „Die Rolle ist super. Sie ist ein Kind der Sonne mit einem guten Herz.

Ich mag vor allem ihre spirituelle Art.“

Die Geliebte von Störtebeker (Bastian Semm) zu spielen, mache ihr unheimlichen Spaß, auch wenn gerade die Kussszene am Anfang komisch war: „Ich hatte noch nie eine Liebeszene auf der Bühne gespielt, und da war ich natürlich erst nervös.“ Doch die gebürtige Leipzigerin habe kein Problem fremde Leute zu küssen, findet es sogar spannend. Doch auch wenn es auf der Bühne knistert, empfindet die 23-jährige Singlefrau nichts als Freundschaft für ihren Kollegen. Sicher könnte theoretisch etwas passieren, fügt Sarah Hannemann hinzu, schließlich würden häufig aus gespielten, echte Liebespaare werden. Doch bei Semm und Hannemann sei es die freundschaftliche Einstellung, die auch den Bühnen- Kuss funktionieren lasse: „Es ist halt ein normaler Kuss, nichts Besonders. Für Ann-Marie ist es schön, denn sie küsst ja in dem Moment den Störtebeker.“

In Ralswieck schnuppert Hannemann nicht das erste Mal Bühnenluft. „Die zweite Rolle auf der Bühne gleich hier, das ist schon ein krasses Gefühl“, sagt die überwältigte Schauspielerin, die bei den ersten Proben dort sogar Gänsehaut bekam. Gänsehaut bekommt sie jedoch jeden Abend unfreiwillig, wenn ihr Mario Ramos als Bösewicht Henning von Manteuffel voller Eifer, wie Hannemann bestätigt, über die Wange leckt. „Es überkommt mich ein kompletter Ekel, wenn so ein nasser Lappen über das gesamte Gesicht streift. Aber ich schalte da nie ab, im Gegenteil“, sagt sie. Doch es sei sogar spannend, solche Gefühle wie Angst nicht zu verdrängen, sondern auszuleben.

Später stirbt Ann-Marie bei einem dramatischen Sprung von der Klippe. Springen durfte sie nicht selbst. „Mich hat das aber immer interessiert. Wenn ich Zeit für das Training hätte, würde ich springen“, erzählt die abenteuerlustige Hannemann. Sogar über eine Stunt-Ausbildung hatte die 23-Jährige nachgedacht. Doch obwohl sie dafür zu alt sei, würde sie dennoch gerne Kämpfen und Stunts lernen.

„Wenn ich wieder kommen dürfte, würde ich das auf jeden Fall tun. Es ist eine tolle Erfahrung und Rügen ist wunderschön. Tagsüber kann man wie im Urlaub machen, was man will“, erzählt sie lachend.

Doch wenn, würde Hannemann bis zum nächsten Mal ihre Reitkünste, die sie nun gelernt hat, vertiefen und dann gerne kämpfend über die Bühne rauschen: „Piratenbraut das wäre dann doch etwas.“

Störtebeker-Festspiele
4 Schiffe, 30 Pferde und 150 Mitwirkenden erwecken täglich Störtebekers „Beginn einer Legende“ zum Leben.

8802 Plätze gibt es auf der Tribüne der Ralswieker Naturbühne.

1993 starteten die Festspiele in ihre erste Saison. Seitdem finden sie am Ufer des Großen Jasmunder Boddens in Ralswiek statt. Sie mauserten sich zum erfolgreichstem Open-Air-Theater Deutschlands. Dieses Jahr findet die letzte Störti-Vorstellung am 7. September statt.

 

Johanna Hegermann

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