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300 Bäume werden an der Stadtkante in Sassnitz gefällt

Sassnitz 300 Bäume werden an der Stadtkante in Sassnitz gefällt

Nationalparkamt beginnt mit den Arbeiten in dieser Woche am Wedding

Sassnitz. Für Anwohner am Wedding in Sassnitz wird es in den nächsten Tagen mit der Ruhe vorbei sein. Zum Frühlingskonzert der Vögel des bis an ihre Haustüren reichenden Nationalparks Jasmund wird sich das Geräusch von Motorsägen gesellen. Das Nationalparkamt startet eine umfangreiche Maßnahme zur Verkehrssicherung. „Rund 300 Bäume am Rande des Nationalparks entlang der Stadtkante werden gefällt“, kündigte Gernot Haffner, Leiter des Nationalparkamtes Vorpommern, gestern Morgen bei einem Vor-Ort-Termin an. Die große Fällaktion soll bereits in dieser Woche gestartet und mit ihr am Wedding begonnen werden.

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Nationalparkamt beginnt mit den Arbeiten in dieser Woche am Wedding

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Verkehrssicherung

4 Kilometer ist der Waldstreifen des Nationalparks Jasmund entlang des Sassnitzer Stadtrandes etwa lang, in dem umfangreiche Baumfällungen vorgesehen sind. Die Verkehrssicherungsmaßnahme beginnt in diesen Tagen am Wedding und soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Buchen, die direkt am Wendeplatz am Wedding stehen, sind bereits farblich markiert. Mächtige und stattliche Bäume in einem Alter zwischen 160 und 180 Jahren sind es. Ihren Zenit hätten die Buchen damit noch nicht erreicht. Gut 250 Jahre könnten sie alt werden, sagte Gernot Haffner. „Doch die markierten Bäume sind allesamt geschädigt. Und damit besteht die Gefahr, dass sie auf Häuser oder Straßen kippen könnten.“ Genau diese Gefahr müsse das Nationalparkamt bannen. „Denn wir sind wie jeder andere Grundstückseigentümer an öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen sowie bebauten Gebieten für die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich“, betonte Gernot Haffner. Diese Pflicht bestehe für einen 30 Meter breiten Streifen im Abstand von Straßen und Häusern. „Wir werden uns bei der Verkehrssicherung aber auf das Nötigste beschränken“, hob der Amtsleiter hervor.

Rico Markmann nahm einen direkt am Wendeplatz am Wedding stehenden Baum ins Visier. „Den Wurzelbereich haben Fahrzeugen überfahren. Dadurch ist der Boden verdichtet. Dass die Bäume darunter leiden, zeigen Risse im Stamm oder gar Fäulnispilze“, erläuterte der für den Nationalpark Jasmund zuständige Revierförster am Beispiel, warum so viele Bäume fallen müssen. Dass es ausgerechnet jetzt sein muss, kritisierte Jens Lippmann vom Naturschutzbund. „Die Brutzeit der Vögel beginnt. Durch das Fällen könnten Nester verloren gehen.“

„Wir haben sorgfältig untersucht“, wies Gernot Haffner die Kritik zurück. Jeder Baum sei im belaubten und unbelaubten Zustand genau unter die Lupe genommen worden. Die Verkehrssicherungsmaßnahme sei sehr aufwändig vorbereitet worden. Ausführen wird sie die Landesforst Energie GmbH. Sie habe den Auftrag erhalten.

Die Motorsägen werden die Experten direkt am Wendeplatz am Wedding und am Waldrand entlang der Häuser in der gleichnamigen Straße anwerfen. Hier werden geschädigte Bäume auf einem etwa 500 Meter langen Abschnitt gefällt. Die Sägen werden außerdem auch entlang des letzten und rund 400 Meter langen Abschnitts der Stubbenkammerstraße am Ortsausgang von Sassnitz sowie an der Stichstraße zum E-Werk in Betrieb genommen. Auch dort sollen Verkehrssicherungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Kronenzweige der abgenommenen Bäume sollen an Ort und Stelle bleiben. Als Schutz für nachwachsende Vegetation, erklärte Gernot Haffner. „Die Stämme werden abtransportiert und verwertet“, sagt der Amtsleiter und hofft, dass sich dadurch die Fällaktion refinanziert. Großartig Gewinn lasse sich mit dem Holz nicht machen, weiß Ingolf Stodian. „Einerseits sind die Bäume, die jetzt an der Stadtkante abgenommen werden, so morsch, dass die Stämme nur noch als Energieholz verwendet werden können.

Andererseits will in MV keiner Buche haben“, so der für den Nationalpark Jasmund zuständige Dezernent. In unserem Bundesland fehle für diese Holzart die verarbeitende Industrie. Vor drei Wochen startete das Nationalparkamt bereits eine umfangreiche Verkehrssicherungsmaßnahme an der Königsstuhlstraße. Entlang der rund 2,2 Kilometer langen und maroden Fahrbahn, deren Erneuerung die Stadt Sassnitz bereits fest geplant hat, sind bereits etliche Bäume gefallen. „Für den Festmeter Buchenholz haben wir da nur neun Euro erzielt“, dämpfte Ingolf Stodian gestern Gewinnerwartungen.

Die beginnende Fällaktion am Wedding soll laut Stodian bis Ostern abgeschlossen sein. „Die Verkehrssicherungspflicht entlang der Stadtkante wird uns die nächsten Jahre weiter beschäftigen“, kündigte er an. Dann sollen auf weiteren drei Kilometern entlang des Stadtrandes Nationalpark-Bäume fallen.

Udo Burwitz

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