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Ab in die Ferien durchs „Hundertwasser-Tor“

Glowe Ab in die Ferien durchs „Hundertwasser-Tor“

Mädchen und Jungen der Freien Schule gestalten Schuleingang mit einem Mosaikbild im Stil des österreichischen Künstlers

Glowe. Die Mädchen und Jungen der Freien Schule in Glowe haben sich gestern zwar schnurstracks in die wohlverdienten Ferien verabschiedet. Zuvor probierten sie sich allerdings als „Gegner der geraden Linien“ aus. Im Stil des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser gestalteten sie ein Wandmosaik rund um den Haupteingang im Vorflur der Schule. Die künstlerische Visitenkarte konnte – pünktlich zum Schuljahresende – ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Weg in die Ferien führte für die Mädchen und Jungen schnurstracks durch das neue „Hundertwasser-Tor“ der Schule.

Dichtes Gedränge im Vorflur der Schule. „Die Schere gebührt Frau Naumann.“ Da waren sich die Schüler einig. So durfte Lehrerin Annette Naumann – als nachträgliches Geschenk zu ihrem am Vortag gefeierten Geburtstag – mit dem symbolischen Scherenschnitt das „Hundertwasser-Tor“ einweihen beim Sommerfest, das Lehrer und Schüler mit ihren Eltern zum Abschluss des Schuljahres feierten. Kaum war das Band durchtrennt, drängten die Mädchen und Jungen – sichtlich stolz – durchs Tor.

Der „Durchmarsch“ zaubert Gerlinde Bielau ein Lächeln ins Gesicht. „Es können auch alle Kinder stolz sein. Denn alle Schüler von der Jahrgangsstufe 1 bis 6 haben mitgemacht“, sagt die Lehrerin der Schule, an der nach „Jenaplan“, einem reformpädagogischen Konzept unterrichtet wird, das vom Pädagogen Peter Petersen 1927 erdacht und begründet wurde. „Schon im März haben wir ein Hundertwasser-Projekt gestartet“, erinnert Bielau. Im Sachkundeunterricht beschäftigten sich die Schüler mit dem Leben und Wirken des Künstlers Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000), mit bürgerlichem Namen eigentlich Friedrich Storwasser, der sich der Malerei verschrieben hatte, aber auch in den Bereichen Architektur und Umweltschutz aktiv war und zeitlebens als „Gegner der geraden Linien“ auftrat. Zeugnis davon legen von ihm gestaltete Wohnviertel und Gebäude unter anderem in seiner Geburtsstadt Wien, aber auch in Magdeburg ab. Bekannt sind diese Gebäude als „Hundertwasserhäuser“.

Nach der Theorie kam die Praxis. „Eltern haben ihre Keller nach alten Fliesen durchwühlt“, weiß Gerlinde Bielau. Aus denen haben die Mädchen und Jungen dann in der Schule kleine Mosaiksteinchen zurecht geschnitten. „Das war das Schwierigste“, findet Merle Steiner. Mitschüler Ruben Steiner empfand dagegen das Zusammensetzen der Mosaike komplizierter. „Es musste ja nicht nur alles passen. Auf die Formensprache kam es auch noch an“, begründet Ruben. Das haben die Schüler in Gruppenarbeit auf kleinen Gewebestücken vollbracht. „Es musste ja nicht nur alles passen. Auf die Formensprache kam es auch noch an“, begründet er. Zur typischen Hundertwasserschen Sprache gehören Spiralen und Türmchen oder geschwungene Baumkronen-Linien. „Die haben die Kinder ihrer Form wegen Lolli-Bäume genannt“, schmunzelt Gerlind Bielau. Das Kleben des großen Kunstwerkes rund um die große Eingangstür haben die Schüler aber einem Profi überlassen, der Sassnitzer Künstlerin Martina Kirstein, die das Mosaikprojekt an der Schule begleitet hat. Unter ihrer fachkundigen Anleitung durften sich aber auch Schüler daran ausprobieren.

„Unser ’Hundertwasser-Tor’ werden in sechs Wochen auch zehn Neulinge zum ersten Mal durchschreiten“, richtet Gerlinde Bielau den Blick schon auf das neue Schuljahr. „Wir können nicht mehr Schüler aufnehmen. Es gibt sogar eine Warteliste.“ Die Neuaufnahme hält sich mit den Abgängen die Waage, also jenen Schülern, die am Ende der Sechsten die Schule verlassen. „Aus Platzgründen“, begründet Bielau. Denn die Räume unter dem Dach der ehemaligen Grundschule müssen sich die Schüler mit noch Jüngeren teilen. Im Obergeschoss ist der Kindergarten untergebracht. Dieses Problem will der Schulträger, ein Elternverein, aber aus der Welt schaffen. Die Lösung: Auf dem Außengelände soll ein Neubau für die Kita errichtet werden. Die Gemeinde habe als Grundstücks- und Hauseigentümer das Projekt schon befürwortet, so die Lehrerin. „Wir sind gegenwärtig dabei, alle Anträge für eine Förderung fertig zu machen, die bis 30. September beantragt werden muss.“

Udo Burwitz

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