Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Bahn will Gelände in Mukran verkaufen

Mukran Bahn will Gelände in Mukran verkaufen

Seit 2014 laufen die Verhandlungen mit der Stadt und der Hafengesellschaft / Areal soll Industriestandort werden

Mukran. In Mukran steht offenbar ein Eigentümerwechsel an: Die Bahn will sich von ihren Grundstücken, Gebäuden und Anlagen trennen. Die werden seit Jahren zum Teil nur noch wenig oder gar nicht genutzt. Die Stadt Sassnitz möchte die Flächen zum Industriestandort entwickeln lassen — von der Fährhafen Sassnitz GmbH, die zu 90 Prozent der Kommune und zu zehn Prozent dem Land Mecklenburg-Vorpommern gehört.

„Darüber verhandeln wir ja schon eine geraume Zeit“, sagt der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht. Das bestätigt auch Gisbert Gahler, Sprecher der Deutschen Bahn: Das laut Eisenbahngesetz notwendige Abgabeverfahren einschließlich der Ausschreibung im Internet sei 2013 gestartet worden. „Seit 2014 werden durch die DB Netz AG mit der Fährhafen Sassnitz GmbH umfangreiche Gespräche zur Abgabe der Infrastruktur geführt“, so Gahler. Die Bahn favorisiert die Mukraner Hafengesellschaft offenbar auch für den Betrieb auf der Normalspur im Hafengelände, weil man „die konzeptionelle Gesamtentwicklung des Hafens und des verkehrlichen Anschlusses — auch per Schiene — als öffentlicher Hafenbetreiber am besten aus einer Hand gestalten kann“. Als ein Beispiel nennt Gahler gewerbliche Ansiedlungen auf Flächen, die ehemals von der Bahn genutzt wurden, wie aktuell das geplante Röhrenwerk.

Dabei soll sich der Industriestandort Mukran nicht nur auf immer neuen Spülfeldern entwickeln, während ein paar hundert Meter weiter eine Industriebrache von mehreren Hektar einen Dornröschenschlaf schläft. „Wir wollen das gesamte Areal entwickeln“, sagt Kracht, „also auch im so genannten Hinterland des Hafens Industrie ansiedeln.“ Dort, so seine Hoffnung, könnten saisonunabhängige Arbeitsplätze entstehen.

Daran mangelt es — nicht nur in Mukran — seit Jahren. Einen Eisenbahnfährverkehr gibt es so gut wie gar nicht, weshalb sich die Bahntochter DB Schenker schon vor geraumer Zeit aus Mukran zurückzog und die Bahn ihr Breitspurnetz aufgab. Immer sprang der Fährhafen in die Bresche, gründete Tochtergesellschaften, zum Teil auch mit Privatunternehmen. „Die Bahninfrastruktur wird augenblicklich minimal genutzt“, sagt auch Hafensprecher Felix Zimmermann. Ab und zu rollt noch mal ein Güterzug mit Getreide in Richtung Kaikante.

Derzeit profitieren die Mukraner von Zugumleitungen, die wegen Behinderungen im Rostocker Umschlag notwendig sind. Viel Güterverkehr ist das aber nicht — genausowenig wie die Situation neu ist. Und sich laut Prognosen der Bahn auch nicht ändern wird: „ Eine intensivere Nutzung der heutigen Schieneninfrastruktur (in Mukran. Anm.d.Red.) ist für die DB Netz AG in absehbarer Zeit nicht erkennbar“, so Gisbert Gahler. Deshalb hatte der Eisenbahnkonzern bereits 2013 seinen Rückzug vom Standort Mukran bekanntgegeben.

Das verbleibende Bahngeschäft auf dem Hafengelände kann die Fährhafen Sassnitz GmbH nach eigenen Angaben selbst bewerkstelligen. „Auf die Ankündigung der Bahn haben wir ja seinerzeit schon mit der Gründung der Gesellschaft Baltic Rail reagiert“, sagt der Hafensprecher. Ungeklärt ist laut unbestätigten Informationen noch immer, ob lediglich der Grund und Boden oder auch sämtliche darauf befindliche Anlagen einen neuen Eigentümer bekommen. Denn die Bahn unterhält in Mukran noch ein Stellwerk. Eine Handvoll Kollegen sind es noch, die hier die Stellung halten und von dort aus den Zugverkehr auf den Gleisen von Borchtitz in Richtung Sassnitz überwachen. Dort rollen vorwiegend die Nahverkehrs-, aber auch einige Güterzüge. Langfristig war im Gespräch, diese Steuerung vom Lietzower Stellwerk aus vorzunehmen. Bis dahin wird die Zentrale in Mukran aber noch gebraucht.

Nicht zuletzt muss auch der Preis in den Verhandlungen geklärt werden. Dazu will man sich weder bei der Bahn noch im Mukraner Hafen äußern. „Es wird noch in dieser Woche weitere Gespräche zur Übernahme des Areals in Mukran geben“, kündigt Frank Kracht an. Die Stadt Sassnitz wird dabei durch den früheren Fährhafenmitarbeiter und jetzigen Wirtschaftsförderer der Stadt, Leon Kräusche, vertreten. Bei der Bahn ist man offenbar zuversichtlich, dass bald eine Einigung erzielt wird. „Der Verkauf des Normalspurbahnhofes und die Übergabe der Betriebsführung könnten 2016/2017 erfolgen“, kündigt Gisbert Gahler an.

Von Maik Trettin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Sassnitz
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.