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Bahnübergang in Sassnitz bald dicht?

Sassnitz Bahnübergang in Sassnitz bald dicht?

Schule spricht von „Unfallschwerpunkt“ und fordert Veränderungen

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Der Bahn-Übergang für Fußgänger zwischen Rügener Ring und Geschwister-Scholl-Straße soll gesperrt werden.

Quelle: Foto: Maik Trettin

Sassnitz. Die neue Sporthalle an der Hiddenseer Straße ist nur wenige Schritte von der Regionalen Schule entfernt. Der Weg zum Sportunterricht könnte für die Mädchen und Jungen demnächst deutlich länger als eine Stadionrunde sein. Sie sollen den Umweg über die August-Bebel-Straße und den Gerhart-Hauptmann-Ring nehmen, den dortigen Überweg benutzen und auf der Hiddenseer Straße einen großen Bogen um das brache Gelände machen, bevor sie vor der Sporthallentür stehen. Der Bahn-Übergang für Fußgänger, die auf dem Weg zwischen Rügener Ring und Geschwister-Scholl-Straße über die Gleise gehen, soll gesperrt werden. Über einen entsprechenden Vorschlag aus der Verwaltung werden die Kommunalpolitiker in den nächsten Wochen beraten.

„Wir sind gehalten, uns etwas einfallen zu lassen“, sagt Bürgermeister Frank Kracht. Die Regionale Schule hatte sich im Sommer sowohl an die Bundespolizei als auch an die Stadtverwaltung gewandt und von einer gefährlichen Begebenheit berichtet, die sich an dem Übergang am 31. März ereignet haben soll. Demnach habe ein Sportlehrer die Kinder gerade über die Gleise geschickt, als der Zug auch schon um die Ecke bog. „Nur durch das überlegte und sichere Handeln des Sportlehrers wurde hier eine Tragödie verhindert“, heißt es in dem von der Schulleiterin Birgit Appelbohm und ihrer Stellvertreterin Ramona Raphael unterzeichneten Brief. Darin wird der Übergang als „Unfallschwerpunkt“ bezeichnet und „bauliche Veränderungen“ gefordert.

Nach außen gibt man sich bei diesem Thema bei der Deutschen Bahn einsilbig. Hinter den Kulissen aber gab es nach dem Anschreiben der Schule offenbar zahlreiche Diskussionsrunden und Gespräche bei dem Unternehmen. Zwischenzeitlich soll man dort sogar mit dem Gedanken gespielt haben, die Linie in Lancken enden zu lassen und die übrige Strecke zum Bahnhof stillzulegen. Das Eisenbahnbundesamt hatte vor Ort zu einer so genannten Verkehrsschau geladen. Das Ergebnis: Die Lokführer dürfen nur noch „auf Sicht“ und mit maximal 30 km/h fahren. Sie wurden angewiesen, peinlich genau die Vorschriften einzuhalten und vor allen vier Übergängen zwischen den Bahnhöfen Lancken und Sassnitz jeweils zweimal Pfeifsignale zu geben. Das wiederum nervt die Anwohner, geht aber nach Aussagen von Bahnmitarbeitern nicht anders: Man könne das Warnsignal nicht „leiser“ stellen. Zusätzlich hat die Bahn Mitarbeiter abgestellt, die den Übergang per Hand sperren, sobald sich ein Zug nähert.

„Das kann natürlich keine Lösung auf Dauer sein“, weiß auch Frank Kracht. Er hat mittlerweile mehrfach mit Vertretern der Bahn über das Problem gesprochen und einfache Lösungen, wie den Einsatz von Schülerlotsen und regelmäßige Belehrungen von Schülern und Lehrern ins Spiel gebracht. Die Stadt hatte in den 90er Jahren den einst illegalen Überweg in Abstimmung mit der Bahn als Fußgängerübergang eingerichtet – mit Zäunen und Umlaufanlage. Das soll nun nicht mehr genügen. Die Bahn erwarte einerseits, dass die Stadt sich an den Kosten für den eingesetzten Sicherungsposten beteilige und gleichzeitig eine Lösung erarbeite. „Baulich kann das aus Sicht der Bahn nur ein Tunnel oder eine Brücke sein“, so Kracht. Das werde die Kommune in nicht „unerheblichem Maße“ mit finanzieren müssen.

Weil Geld auch in der Stadtkasse knapp ist, sieht eine von der Verwaltung erarbeitete Beschlussvorlage vor, dass weder der Weg noch der Übergang formal öffentlich gewidmet werden, was bislang angeblich nicht geschehen sei. Das wäre Voraussetzung für die weitere Nutzung und den Ausbau.

Ob damit alle Probleme aus der Welt sind, bleibt fraglich. Zum einen haben auch in der Vergangenheit nicht nur Schüler, sondern auch Anwohner diesen Weg genutzt, als er noch gar nicht ausgewiesen und hergerichtet war. Aus einem Übergang könnte ein illegaler Trampelpfad werden. Die Sicht an dieser Stelle sei nicht schlechter als an den anderen Fußgängerübergängen zwischen Lancken und Sassnitz, sagen Lokführer hinter vorgehaltener Hand. Ob auch diese Wege dann geschlossen oder ausgebaut werden müssen, ist derzeit unklar. Am Mittwoch wird sich der Verkehrsausschuss der Stadtvertretung in öffentlicher Sitzung mit dem Thema befassen.

Maik Trettin

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