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Ein Bus voller Bärtiger auf Inseltour

Berge Ein Bus voller Bärtiger auf Inseltour

Gerald „Maschi“ Malaschnitschenko hatte die Idee / Nun treffen sich jährlich Rügener Bartträger

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Leidenschaftliche Bartträger trafen sich auf Rügen und unternahmen eine Bustour über die Insel.

Quelle: Foto: Privat

Berge. n. 20 singende bärtige Männer in einem großen Reisebus: ob lang, ob dunkel, ob grau, ob kraus. Sie alle eint die Liebe zur Gesichtsbehaarung – und zu gemeinsamen Unternehmungen. Am Sonnabend trafen sich die Bartträger der Insel zum dritten Mal. Das erste Treffen gab es vor zwei Jahren. Damals ging es nach Sellin, im letzten Jahr nach Ummanz und nun nach Sassnitz.

Helmut Wünscher, ihn ziert ein weiß-grauer, kurz gehaltener Vollbart, wurde zum Reiseleiter auserwählt und organisierte die Bustour. Als ehemaliger Kapitän hat er darin eigentlich viel Erfahrung.

Dennoch: Die Reise nach Sassnitz lag ihm ganz besonders am Herzen, und so kam es, dass er sich Hilfe beim Stadtarchivar Frank Biederstaedt holte. „Er ist ein sehr kompetenter Mann und hat sich total reingekniet, mir zu helfen“, sagt Wünscher. So konnte er seine Bartkollegen mit vielen geschichtlichen Details unterhalten. Es gab etwa Informationen über die Geschichte der Stadt, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts noch aus Sassnitz und Crampas bestand.

Aber dem Bart-Fan war es nicht nur wichtig, der Truppe heimische Kultur und Geschichte zu lehren. „Wir sind ein lockerer Haufen, und in dieser tristen Zeit muss man ein bisschen lustig sein“, so der 69-Jährige. Für die ausgelassene Stimmung war in erster Linie Gerald Malaschnitschenko zuständig, den alle der Einfachheit halber nur „Maschi“ nennen. Mit seinem Schifferklavier stimmte er das eine oder andere Lied an. So wurde etwa der Klassiker „Eine Seefahrt, die ist lustig“ geträllert. Der Text musste natürlich angepasst werden: „Eine Busfahrt, die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön, ja die Männer mit den Bärten, wollen auf die Reise geh’n, Hol-la-hi, hol-la-ho, Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho.“

„Maschi“ hatte das Bärtetreffen ins Leben gerufen. Seine Frau sagt, er habe einen Knall, doch „Maschi“ ist von seiner Idee überzeugt – und hat Erfolg. Dieses Jahr sitzen 20 Herren im Bus. Den steuert der Mann, dessen Gesicht vollständig von weiß gelockten Haaren eingerahmt ist, selbst durch die Küstenstadt. Der 64-Jährige ist von Beruf Busfahrer und hat für das 3. Bärtetreffen einen 50-Sitzer organisiert. „Es sollen ja alle Platz finden und man weiß nie, wie viele kommen.“ Im letzten Jahr wäre spontan beinahe ein bärtiger Holländer eingestiegen, doch dessen Frau wollte lieber weiter mit ihm spazieren gehen. So konnte er sich der Truppe leider nicht anschließen.

Die Männer genossen ihre Reise. Highlights waren frische Fischbrötchen und zum Abschluss ein kühles Bier.

Helmut Wünscher ist sehr zufrieden mit der diesjährigen Tour. Besonders freut er sich, dass so viele junge Leute dabei waren. Bärte sind wieder voll im Trend.

Zum Abschluss der Männertour wurde die letzte Strophe des umgetexteten Klassikers gesungen. „Geht die Fahrt dann auch zu Ende, haben wir heut’ viel geseh’n, und die Männer mit den Bärten freu’n sich auf ein Wiederseh’n, Hol-la-hi, hol-la-ho, Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-ho...“. Wo die Reise im nächsten Jahr hingeht, steht noch in den Sternen. Sicher ist indes: Die begeisterten Bartträger werden sich im Oktober 2018 erneut vereinen und sich ein wenig selbst feiern.

Bartvereine

In Deutschland gibt es zahlreiche Vereine, die sich um die Pflege der Bartkultur kümmern. So gibt es in Bayern etwa den Ostbayerischen Bart- und Schnauzerclub oder den Schwäbischen Bart- und Schnauzerclub Schömberg. In verschiedenen Disziplinen werden bei Meisterschaften die besten Bärte gekürt. Diese sind etwa Kinnbart Freistil, Backenbart kaiserlich, Schnauzbart Dali oder Vollbart naturale mit gestylter Oberlippe. Die nächste „Offene Europameisterschaft der Bärte“ steigt Ende Juni 2018 in Israel.

Dana Frohbös

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