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Fünfgeschosser schrumpft in Sassnitz

Sassnitz Fünfgeschosser schrumpft in Sassnitz

Wohnungsbaugenossenschaft lässt Wohnblock im Rügener Ring teilweise zurückbauen und sanieren

Sassnitz. Aus 60 mach’ 42: Das ist die Aufgabe, die Rüdiger Bull zur Zeit beschäftigt. „60 minus 18 ist gleich 42“, macht der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Sassnitz die Rechnung auf. „18 von 60 Wohnungen verschwinden vom Fünfgeschosser im Rügener Ring mit den Hausnummern 11 bis 14.“ Wie das umgesetzt wird, können Hafenstädter an Ort und Stelle beobachten – mit schwerem Baugerät und Autokran. Die Wohnungsbaugenossenschaft lässt den Plattenbau in dem Viertel zurückbauen.

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Wohnungsbaugenossenschaft lässt Wohnblock im Rügener Ring teilweise zurückbauen und sanieren

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„Die oberste Etage ist nicht mehr so gefragt. Da hatten wir schon Probleme beim Vermieten und Leerstand“, begründet Rüdiger Bull den Entschluss der Genossenschaft zum Rückbau. Der sieht vor, dass der 1976 in typischer DDR- Plattenbauweise errichtete Fünfgeschosser komplett sein „Oberstübchen“ verliert. „Die oberste Etage wird auf dem gesamten Block verschwinden“, erläutert Genossenschaftsvorstand Bull. Die beiden Aufgänge 11 und 12 schrumpfen außerdem noch um das vierte Stockwerk.

Der Mehrgeschosser wird um 18 Ein- bis Vier-Raum-Wohnungen „abgespeckt“. Doch für 18 Mietparteien musste die Genossenschaft durch den schon vorhandenen Leerstand im Vorfeld der Ende Juli begonnenen Rückbaumaßnahme keine neuen Wohnungen suchen. „Es mussten nur noch sechs Mieter aus betroffenen Wohnungen in den oberen Etagen ausziehen“, sagt Rüdiger Bull. Denen habe die Genossenschaft andere Wohnungen angeboten und auch die Umzugskosten übernommen.

Es staubt, es lärmt. „Der Rückbau erfolgt im bewohnten Zustand“, sagt Rüdiger Bull und weiß, dass dies für die Genossenschaftsmitglieder, die in den verbleibenden Wohnungen des Mehrgeschossers zu Hause sind, eine ganz schöne Belastung ist, zumal die Handwerker sie auch direkt „besuchen“. „Denn neben dem Rückbau gehören auch Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in den Wohnungen zur Gesamtmaßnahme“, weiß Vorstand Bull außerdem, dass Rückbau und Sanieren im bewohnten Zustand jede Menge Organisation bedürfen. „In den Aufgängen, an denen der Kran beim Rückbau im Einsatz ist, dürfen die Mieter für den Tag zum Beispiel nicht in ihren Wohnungen sein. Sie müssen raus.“ Die genauen Termine wurden zwar vorab bekanntgegeben, um eine Aktualisierung per Aushänge kam die Genossenschaft aber nicht herum. Denn Regenschauer und sogar Platzregen sorgten für Zwangspausen bei den Arbeiten. „Die Witterung in der vergangenen Woche hat uns ganz schön zu schaffen gemacht“, erinnert Bull.

„Bei Starkregen musste unterbrochen werden, weil sonst ja die Gefahr bestanden hätte, dass es auf den Etagen darunter durchgeregnet hätte.“ An den Stellen, wo das „Oberstübchen“ gerade abgenommen wurde, musste oben auf der Decke zum darunterliegenden Geschoss gleich mit Bitumenbahnen abgedichtet werden.

Das Ergebnis des Rückbaus haben die Sassnitzer am eingerüsteten Block im Rügener Ring bereits vor Augen. Parallel dazu wurden im Block auch schon die Hauptstränge sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert. Zudem sollen Wohnungen mit neuen Sanitäranlagen sowie in Bad und Küche mit neuen Fliesen ausstaffiert werden. „Nicht alle“, denn in einigen sei dies bereits zu einem früheren Zeitpunkt geschehen.

„Ende Oktober soll alles fertig sein“, gibt Rüdiger Bull das Ziel für die Handwerker vor. Die haben bis dahin noch gut zu tun. Denn der Mehrgeschosser soll auch noch eine moderne Fassadendämmung erhalten. „Das soll diese Woche los gehen“, kündigt er an. Nicht zuletzt muss nach dem Rückbau auch das Dach einen kompletten Neuaufbau erhalten.

Millionen-Investition

1,5 Millionen Euro investiert die Wohnungsbaugenossenschaft Sassnitz in den Rückbau und die Modernisierung des Fünfgeschossers Rügener Ring 11 bis 14. Es ist nicht die erste „Schrumpfkur“ im genossenschaftlichen Wohnungsbestand, 2008 wurden zwei Etagen an zwei Aufgängen des Mehrgeschossers Rügener Ring 46 bis 48 in Sassnitz zurückgebaut.

Im Jahr 2010 verschwand der Block Schulstraße 58 bis 62 komplett und 2013 erfolgte der Rückbau von zwei Etagen am Mehrgeschosser Schulstraße 98 bis 106 in Sagard.

943 Wohnungen gehören nach der Rückbaumaßnahme zum Bestand der Wohnungsbaugenossenschaft in Sassnitz, die zudem in Sagard noch 109 Wohnungen bewirtschaftet. Hervorgegangen ist die Genossenschaft aus der am 10. Dezember 1954 gegründeten Arbeiter-Wohnungsbau- Genossenschaft (AWG) des Fischkombinats Sassnitz. Wer Mitglied und Mieter werden will, erwirbt Anteile für jeweils 155 Euro abhängig von der Wohnungsgröße (Ein-Raum-Wohnung zwei Anteile, Zwei-Raum vier und Drei- Raum sechs).

Udo Burwitz

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