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Sassnitz Hotel an der Kaikante im Stadthafen?

Sassnitz überarbeitet Bebauungsplan für maritimen Anleger / Änderungsentwürfe fallen im Bauausschuss durch

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Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir über die Änderungsent– würfe abstimmen können.“Stadtvertreter Thomas Kursikowski

Sassnitz. Die lange und breite Partymeile, in die sich die Kaikante im Sassnitzer Stadthafen ab kommenden Freitag zu den Rügener Hafentagen verwandeln wird, könnte demnächst kürzer und schmaler werden – durch ein Hotel an der Pier, Neubauten vor dem alten Güterbahnhof. Dafür soll der Bebauungsplans für den östlichen Teil des Stadthafens geändert werden. Im Bauausschuss stoßen diese Vorschläge auf Kritik. Stadtvertreter Gerd Löffler: „Damit würden wir den Hafen ohne Ende verschandeln.“

Dass für den östlichen Teil des Stadthafens erneut Pläne geschmiedet werden, geht allerdings auf einen Beschluss der Stadtvertretung zurück. Die habe sich im vergangenen Dezember dafür ausgesprochen, eine 3. Änderung des Bebauungsplans für diesen Bereich des maritimen Anlegers auf den Weg zu bringen, erinnerte Marita Klohs. Sie arbeitet in einem Neubrandenburger Planungsbüro, dass im Auftrag der Stadt den B-Plan überarbeitet und stellte dem Bauausschuss in jüngster Sitzung erste Arbeitsergebnisse vor. „Die Änderungsvorschläge beziehen sich auf vier Teilbereiche“, sagte sie und erinnerte, dass der geltende B-Plan aus dem Jahre 2006 stammt. „Nach zehn Jahren ist es an der Zeit zu überprüfen, ob diese Pläne noch zeitgemäß sind“, so Klohs.

Inzwischen sind im Sanierungsgebiet Stadthafen mehrere Großprojekte umgesetzt worden. Jüngstes Beispiel ist das neue Parkhaus. Seit Ostern 2015 in Betrieb, ist es für Stadthafen-Besucher die Abstellmöglichkeit für ihren fahrbaren Untersatz. Im Zuge dessen wurden der alte Parkplatz zwischen Strand- und Windpromenade zurückgebaut und Stellflächen auf der Freifläche zwischen der Kaikante und der so genannten langen Reihe geschliffen. Das Areal vor dem langestreckten Gebäude, in dem sich Schiffsausrüster, Galerien, Lokale und das Fischer- und Hafenmuseum befinden, soll wieder als Flaniermeile genutzt werden. Und die lange Reihe soll attraktiver werden. „Durch Anbauten im Pavillionstil“, so Marita Klohs. Der alte B-Plan sehe vor den Gewerbeeinheiten schon ein Baufeld vor.

Bislang seien allerdings nur Terrassen zulässig. So werden die Flächen auch genutzt, doch Gäste sind Wind und Wetter ausgesetzt. Das soll sich ändern. Marita Klohs bezeichnete die Anbauten als „saisonverlängernde Maßnahme“. Dabei werde vorgeschrieben, dass diese Anbauten als Flachbauten aus durchsichtigem Material und in offener Bauweise zu errichten sind. „Zwischen den Anbauten muss immer ein Abstand vorhanden sein.“

Während sich die Bauauschuss-Mitglieder mit diesem Änderungsvorschlag für den B-Plan anfreunden konnten, „zauberte“ der nächste und per Beamer als Skizze an die Leinwand geworfene, Entsetzen auf die meisten Gesichter – ein dreigeschossiger Neubau, an dessen Giebel „Hotel“ steht, platziert auf der Fläche zwischen dem Hafenkontor und dem Fischerei- und Hafenmuseum. Zur Zeit parken Busse auf dem Areal. Es sei laut gültigem B-Plan aber ein Baufeld, so Klohs. „Das Baugrundstück könnte dazu beitragen, den Hafenkontor-Platz zu formen.“ Das Baufeld sei klein, ermögliche aber eine nach vorne zur Kaikante versetzte Bauweise aus der Flucht der langen Reihe. Dessen Firsthöhe dürfe der Neubau nicht übersteigen.

Für Stadtvertreter Dieter Neels ist dieser Vorschlag unakzeptabel: „Ich habe mich immer gewehrt, dass ein Klotz von dieser Höhe gebaut werden kann. Und ich bin nach wie vor dagegen, dass dieses Gebiet bebaut werden kann.“

Ins Visier genommen haben die Planer auch die Stadthafen-Mauer an der Hafenstraße hinter der langen Reihe. Die Freifläche an der Mauer wird gegenwärtig nicht genutzt. „Sie bietet Platz, um die Abfallbehälter hinter der langen Reihe verschwinden zu lassen“, argumentierte Marita Klohs für den Entwurfsvorschlag, dafür besagte Fläche entlang der Hangmauer als Sondergebiet für Wertstoffbehälter und so genannte Nebenanlagen im B-Plan festzusetzen. Allerdings sollen aufgestellte Container nicht als solche erkennbar sein, sondern „mit geschlossenen Fassadenplatten ausgestattet, begrünt und farblich gestaltet werden“, so die Planerin. „Wir setzen smarties-farbene Hütten vor eine Stützmauer, die unter Denkmalschutz steht. Das passt für mich überhaupt nicht“, entgegnete Gerd Löffer. „Das ist für mich ein Stilbruch.“

Zum nächsten Änderungsvorschlag räumte Löffer sogar ein: „Mir dreht sich der Magen um.“ Für eine Magenverstimmung sorgte die Entwurfsskizze für mehrere Neubauten direkt auf der Freifläche zur Hafenkante vor dem ehemaligen Güterbahnhof. „Auf der Fläche besteht Baurecht. Wir unterbreiten einen möglichen Gestaltungsvorschlag“, erwiderte Marita Klohs. Dieser Vorschlag reiche von einem Gebäude bis zu mehreren, die in Lückenbebauung errichtet werden könnten. Gerd Löffler hielt dagegen: „Dahinter befindet sich im Güterbahnhof das Hafencafé Peters. Wir können den Gästen doch nicht den Blick auf Hafen und Ostsee verbauen.“ Intension des Eigentümers vom besagten Baufeld sei es auch nicht, dort Gebäude, sondern einen Spielplatz zu errichten. Er wollte aber trotzdem das Baufeld belassen, versuchte Bauamtsleiterin Claudia Klemens zu beschwichtigen und warnte mit Blick auf das vorhandene Baurecht: „Wir müssen bedenken, dass wir uns bei einer Ablehnung schadensersatzpflichtig gegenüber dem Eigentümer machen.“ Das würde Gerd Löffler eher in Kauf nehmen, als den Hafen zu verschandeln. „Haben wir Zeitnot?“, fragte Stadtvertreter Thomas Kursikowski und fasste das Ergebnis der Debatte zusammen: „Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir über die Änderungsvorschläge abstimmen können.“Abgestimmt wurde dennoch: Mit fünf Nein-Stimmen bei nur einer Ja-Stimme und einer Enthaltung lehnte der Ausschuss den vorgestellten Entwurf ab.

Udo Burwitz

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