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Hühnergott für Botschafts-Gesandten

Sassnitz Hühnergott für Botschafts-Gesandten

Abordnung von US-Diplomaten wanderte durch den Nationalpark Jasmund

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Kent Logsdon und seine Frau Michelle, die ihren Mann als Kulturattaché begleitet, waren von der Natur auf Jasmund überwältigt. Ein Selfie an der Viktoriasicht mit dem Königsstuhl im Hintergrund soll die Amerikaner noch lange an ihren Besuch im Nationalpark erinnern.

Quelle: Fotos: Maik Trettin

Sassnitz. Wer hat’s erfunden? Die Amerikaner. Sie wiesen 1872 den ersten Nationalpark der Welt aus (Yellowstone) und gründeten zur Verwaltung der Schutzgebiete vor 101 Jahren eine Bundesbehörde, den Nationalparkdienst. Seitdem wurde die Idee in die Welt getragen und erreichte 1990 auch die Halbinsel Jasmund. Gestern machte sich mit Kent Logsdon ein offizieller Vertreter aus dem „Mutterland der Nationalparke“ ein Bild davon, wie der Gedanke im Nordosten Rügens umgesetzt wird.

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Abordnung von US-Diplomaten wanderte durch den Nationalpark Jasmund

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Logsdon ist der so genannte „Chargé d’Affairs“, der Geschäftsträger und Ständige Vertreter des US-Botschafters in Berlin. Wie Umweltschutz und Tourismus auf Deutschlands größter Insel zusammengehen, darüber möchte er mehr erfahren. Auf Jasmund muss man sich mit dem Thema seit Jahren auseinandersetzen. Zum einen gilt es, die hiesige Naturlandschaft zu bewahren, die mittlerweile als Welterbe Bedeutung erlangt hat. Zum anderen ist Rügen eines der wichtigsten deutschen Tourismusgebiete. „Allein hier in dem Gebiet rund um den Königsstuhl sind pro Jahr rund eine Million Besucher unterwegs“, macht Mark Ehlers, Geschäftsführer des Nationalparkzentrums, deutlich. „Gleichzeitig ist es flächenmäßig ein kleiner Nationalpark“, ergänzt Gernot Haffner, Leiter des Nationalparkamtes Vorpommersche Boddenlandschaft. Kent Logsdon hört aufmerksam zu und nickt: „Die Balance ist wichtig“, sagt er und erklärt, dass vieles in den Schutzgebieten seiner Heimat ganz anders läuft als hier. Den Wildbestand müsse man nicht durch die Jagd unter Kontrolle halten. „Das machen dort in den meisten Fällen die Wölfe“, weiß auch Dr. Ingolf Stodian, Dezernatsleiter der Nationalparkverwaltung auf Jasmund. Auch ein anderes deutsches Problem ist den Amerikanern unbekannt: Trittschäden. Wenn Ingolf Stodian darüber klagt, dass wieder und wieder neue Trampelpfade am Hochufer entstehen, staunt Kent Logsdon. Abseits der vorgegeben Pisten bewegt sich in amerikanischen Parks kaum jemand. Das hat vor allem mit der Größe zu tun. In der endlos scheinenden Weite der dortigen Schutzgebiete ist der Mensch wirklich den Naturgewalten ausgeliefert und auf sich allein gestellt. Und noch etwas ist anders: Als der Delegation jemand mit einem unangeleinten Hund entgegenkommt, machen die deutschen Nationalpark-Mitarbeiter freundlich darauf aufmerksam, dass das verboten sei. „In den USA läuft das anders. Da haben die Ranger auch Polizeigewalt“, erklärt Stodian. Unterschiede gibt es auch bei der Finanzierung. In den Vereinigten Staaten laufe vieles über Spenden, sagt Kent Logsdon. Zudem werden Besucher vielerorts gleich am Eingang eines Nationalparks zur Kasse gebeten und brausen dann mit dem Auto unmittelbar bis zur Sehenswürdigkeit. Ein Zubringerbus wie auf Jasmund – für viele Amerikaner wäre das unvorstellbar.

Kent Logsdon und seine Frau Michelle, die als Kulturattaché ebenfalls mit nach Rügen gekommen ist, sind begeistert: „Ich bin so eifersüchtig, dass Sie hier wohnen!“, sagt der Gesandte der amerikanischen Botschaft, während er mit dem Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht von der Viktoriasicht auf den Königsstuhl blickt. „Es ist so wunderschön hier!“ Als Andenken an den Tag auf Jasmund schenkt ihm Ingolf Stodian einen Rügener Hühnergott.

Für Kent Logsdon steht fest: Er ist nicht das letzte Mal auf Rügen gewesen. Im Herbst möchte er wiederkommen und die Kraniche beobachten. Zu einem Gegenbesuch hat er die Jasmunder schon eingeladen:

„Wenn Sie in Berlin sind, kommen Sie vorbei!“, fordert er Frank Kracht auf. „Sie finden uns gleich neben dem Brandenburger Tor.“

Maik Trettin

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Bergen
Der Gesandte der US-Botschaft Kent Logsdon (Mitte) besuchte gemeinsam mit seiner Frau Michelle und Richard Yoneoka vom US-Genralkonsulat Hamburg die Inselhauptstadt Bergen.

Kent Logsdon, Gesandter der amerikanischen Botschaft in Berlin, ist auf Stippvisite auf der Insel Rügen. Im Mittelpunkt seiner zweitägigen Reise stehen die Themen Umweltschutz und Tourismus.

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