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Hunderte Bäume in der Stubnitz gefällt

Sassnitz/Hagen Hunderte Bäume in der Stubnitz gefällt

Nationalparkamt will gesunden und sicheren Waldsaum an der Landesstraße / Gäste und Anwohner verärgert

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An der Landesstraße durch die Stubnitz sind in den vergangenen Tagen weit über 150 Bäume gefällt worden.

Quelle: Maik Trettin

Sassnitz/Hagen. „Opa, was passiert da?“ Burkhard Perleberg kann es seinem Enkel auch nicht erklären. Mitten im Nationalpark Jasmund, der als Beispiel für intakte Natur stehen soll, sieht es aus wie nach einer kleineren Naturkatastrophe. Links und rechts der Landesstraße, die von Sassnitz zum Abzweig am Königsstuhl führt, liegen hunderte Bäume verschiedenen Alters.

Perleberg ist seit Jahrzehnten auf Jasmund zu Hause. Einen Holzeinschlag in dieser Größenordnung, sagt er, habe er an der Straße noch nicht erlebt. „Und viele andere Jasmunder auch nicht“, erzählt er. Wo immer man in diesen Tagen mit Einheimischen aus der Gegend zusammenkomme, seien die Baumfällungen in der Stubnitz ein Thema. Dass aus Gründen der so genannten Verkehrssicherung Bäume fallen müssten, war durch das zuständige Nationalparkamt zwar angekündigt worden. „Aber das sind jede Menge starke, gesunde Buchen“, so Perleberg. Das verstünden nicht nur viele Jasmunder nicht, auch zahlreiche Urlauber, mit denen der Hagener gesprochen hat, seien verwundert: Nach intakter Natur sähe der Wald an dieser Stelle nicht mehr aus.

Das weiß auch Dr. Ingolf Stodian. „Wir schaffen zurzeit Bilder, die auch uns nicht gefallen“, sagt der für Jasmund zuständige Dezernent der Nationalparkverwaltung. „Das sieht einfach nicht schön aus“, findet auch er. Doch das Amt sei in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass von den Bäumen links und rechts der Straße keine Gefahr für die Passanten ausgehe. Das sei schwierig. Die Schneise, die die Straße durch den Wald zieht, bietet den Pflanzen mehr Licht als das Innere des Waldes. Die Bäume wachsen in die entsprechende Richtung und dadurch oft schräg oder bilden eine zweite, instabile Krone aus. In solchen Fällen sei die Baumpflege beziehungsweise -fällung nicht unproblematisch: Die schrägen Bäume würden beim Abholzen in Richtung Fahrbahn fallen und diese beschädigen. Deshalb habe man in der Vergangenheit lange darauf verzichtet, sagt Stodian. „In den vergangenen 25 Jahren wurde da kaum etwas gemacht.“ Es gäbe einen Stau bei den Verkehrssicherungsmaßnahmen.

Was in den vergangenen Jahren unerledigt blieb, wird nun auf einen Schlag nachgeholt. Dass es jetzt passiert, hat mit der bevorstehenden Straßensanierung zu tun. „Wir dürfen derzeit bei den Fällungen die Fahrbahn beschädigen, weil sie ab Montag ohnehin erneuert wird“, so Stodian.

So richtig glücklich mit diesen Maßnahmen ist man auch im Nationalparkamt nicht. „Wir machen dort eigentlich genau das, was wir im Nationalpark nie wollten“, sagt Stodian. „Aber wir sind als Waldbesitzer gehalten, alles zu tun, damit die öffentliche Straße sicher benutzt werden kann — ob uns das gefällt oder nicht.“ Den Verdacht, dass gerade das Nationalparkamt dabei über das Ziel hinaus schieße und mehr fälle als notwendig sei, weist Stodian zurück. Ja, es sei richtig, dass auch gesunde Bäume gefällt wurden. „Das mussten wir zum Teil tun, um an die anderen Bäume heranzukommen.“

Wegen der fehlenden Pflege sei der Bestand sehr dicht. Was im Innern des Nationalparks kein Problem und sogar gewollt ist, bringt bei der Pflege am Waldrand einige Schwierigkeiten mit sich. Deshalb soll letzterer umgestaltet werden. „In dem Streifen links und rechts der Straße verzichten wir ohnehin auf den so genannten Prozessschutz“, sagt Stodian. Soll heißen: Dort sind im Gegensatz zum Gros des Areals menschliche Eingriffe in die natürliche Entwicklung bedingt zulässig. Einen Einschlag wie in diesen Tagen wird es zukünftig aber wohl nicht mehr geben. Nach den Baumfällungen will man im Nationalpark darauf achten, dass sich beiderseits der Straße ein gesunder, etwa 25 Meter breiter Waldsaum entwickelt — beginnend mit Buschwerk und kleinen Bäumchen bis hin zu den Baumriesen. Die werden sich künftig nicht mehr so stark in Richtung Straße entwickeln, prophezeit Stodian. Durch die Auflockerung in dem Waldsaum sei der Konkurrenzdruck durch andere Bäume geringer.

Ab Montag keine Zufahrt von Hagen zum Königsstuhl

Ab Montag wird die Landesstraße zwischen dem Abzweig Königsstuhl und dem Parkplatz Hagen voll gesperrt. Dort wird der Asphalt erneuert. In dieser Zeit fährt auch der so genannte Pendelbus zwischen dem Parkplatz und dem Königsstuhl (Linie 19) nicht. Alternativ fahren die Busse auf der Linie 20 zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl öfter. Wer mit dem Auto anreist und auf den Bus umsteigen möchte, sollte sein Fahrzeug in Sassnitz oder auf dem Parkplatz an der Waldhalle abstellen.

Von Maik Trettin

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