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Rügen Kein Bus mehr auf Ringlinie unterwegs
Vorpommern Rügen Kein Bus mehr auf Ringlinie unterwegs
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10:36 11.04.2013

Im RPNV-Fahrplan dieses Sommers wird man ebenso vergebens nach ihm Ausschau halten wie auf den Straßen der nordöstlichen Halbinsel: Der Jasmund-Hopper rollt in diesem Jahr nicht. Zwei der fünf Partner, die diese Ringbuslinie im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hatten, sind aus der Finanzierung ausgestiegen. Einer von ihnen ist das Nationalparkzentrum am Königsstuhl. „Nach den Erfahrungen des ersten Jahres hätten wir einige Dinge gern anders gemacht“, sagt Sprecherin Susann Flade. Im Zentrum hätte man das zusätzliche Busangebot gern auf die Wandermonate wie September und Oktober beschränkt und den Benutzern dafür gratis unterbreitet. Dafür waren aber offenbar die anderen Partner nicht zu begeistern. Schon gar nicht der Lohmer Bürgermeister Matthias Ogilvie. „Zum Königsstuhl gibt es genügend Verkehr“, findet er. Was seiner Meinung nach fehle, sei eine Verbindung vom Parkplatz Hagen bis zum Glower Strand. Das Geld sollte man statt in den Jasmund-Hopper lieber in eine Verdichtung des Taktes im Linienverkehr stecken. „Wir müssen uns ein neues Konzept überlegen.“

Dass einige „Nachbarn“ so schnell die Flinte ins Korn geworfen haben, findet Nils Peters bedauerlich. „Das Projekt war zukunftsweisend“, sagt der Sassnitzer Stadtvertreter und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus in der Hafenstadt. Dort hätte man die Ringbuslinie gern weitergeführt. Die Mehrheit der Stadtvertreter habe sich klar hinter das Vorhaben gestellt, sagt Peters. An der Konzeption hätte man jederzeit etwas ändern können. Sassnitz und Neddesitz seien schon im vergangenen Jahr viele Kompromisse eingegangen, um den Jasmund-Hopper überhaupt auf den Weg zu bringen. „Wir wollen den ÖPNV und den Zusammenhalt in der Region verbessern.“ Eine gemeinsame Buslinie wäre ein wichtiger Beitrag dazu. „Wir müssen dem Gast ohnehin Alternativen zum Auto anbieten.“ Dabei, so Peters, hätten die Jasmunder jetzt wertvolle Zeit verschenkt — wenigstens ein Jahr.

Das sieht Erika Rinow vom Sassnitzer Tourist-Service ähnlich. Sie hatte sich monatelang für den Bus stark gemacht und für die Linie gekämpft. „Es ist doch klar, dass so ein Projekt anfangs viele Ecken und Kanten hat.“ Zum Beispiel müsse der Bus nicht so früh fahren, könnte aber dafür noch später unterwegs sein. Zum Teil sei der Ring- dem Linienbus im Abstand von wenigen Minuten hinterhergefahren. „Das ist natürlich Unsinn. Aber so etwas kann man immer optimieren.“ Auch ein Jasmund-Ticket, das nicht nur in einem bestimmten Bus, sondern im Linienverkehr auf der Halbinsel eingesetzt werden könnte, sei eine Möglichkeit, dem Gast mehr Beförderungsangebote zu unterbreiten. „Aber über so etwas muss man beizeiten reden.“ Gelegenheit dazu wäre bei der Auswertungsrunde der Teilnehmer am Ende der vergangenen ersten Saison des Jasmund-Hoppers gewesen. Damals waren sich die Partner noch einig, dass es 2013 eine Neuauflage geben sollte und kündigten die Neuauflage der Buslinie schon mal im Jasmund-Katalog dieses Jahres an.

Auch das Jasmar-Resort in Neddesitz hatte die Linie beworben. „Schade, schade, schade“, kommentiert Heike Seelenbinder, Marketing- und Verkaufsleiterin der Anlage nahe Sagard, das Aus in diesem Jahr.

„Der Bus ist ein wichtiges Marketing-Instrument für uns gewesen.“ Es habe fünfmal so viele Busverbindungen wie sonst zu dem abgelegenen Resort gegeben. Das sei bei den Gästen gut angekommen. Das „Jasmar“ verkaufte von allen am Hopper-Projekt Beteiligten die meisten Billetts für den Bus. Dass der Bus in diesem Jahr nicht mehr fährt, ist eine böse Überraschung. „Wir hatten das Geld dafür fest in unseren Etat eingeplant.“ Und dort sei es auch gut angelegt. Man könne nicht bei jeder Investition ins Marketing erwarten, dass man sie 1:1 wieder heraushole und abrechnen könne. Beim nächsten, ähnlichen ÖPNV-Projekt wolle ihr Haus wieder mit dabei sein.

Gedanken über einen besseren Nahverkehr wird man sich auf Jasmund ohnehin machen müssen, meint auch Erika Rinow. „Allein schon wegen der Umwelt und der sich verschärfenden Parkplatzprobleme.“ Im nächsten Jahr sollten die Jasmunder versuchen, ein gemeinsames Verkehrsprojekt auf die Beine zu stellen.

Maik Trettin

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