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Rügen Kiloweise Plastemüll am Ostseestrand
Vorpommern Rügen Kiloweise Plastemüll am Ostseestrand
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00:00 16.04.2013
Mukran

Säckeweise haben Freiwillige am Sonntag Müll am Strand nördlich des Fährhafens Mukran gesammelt. Zu dem „Küstenputz“ hatte der Kreisverband des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) aufgerufen. Trotz des nebligen Wetters fanden die fünf Helfer jede Menge Unrat im Spülsaum.

Den untersucht der Nabu seit einem Jahr wissenschaftlich. Nach den Richtlinien des Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks (OSPAR) wird auf ein- und demselben Abschnitt, einem 100 Meter langen und etwa 50 Meter tiefen Küstenstreifen, mehrmals im Jahr der so genannte Strandanwurf analysiert. Der von der Ostsee und von Wanderern dort abgeladene Müll wird eingesammelt und in einer Tabelle erfasst. Insgesamt kamen 225 Stück Müll mit einem Gesamtgewicht von 13,6 Kilogramm zusammen. Zahlen- und gewichtsmäßig dominiert dabei die Plaste: Sie machte rund sieben Kilogramm des Unrats in dem eingemessenen Areal aus. Die Holzteile brachten vier Kilogramm auf die Waage. Plaste dominiert auch die Tabelle, wenn es um die Stückzahl des eingesammelten Mülls geht: 186 Einzelteile waren aus diesem Kunststoff, davon 89 undefinierbare Kleinteile, 17 Flaschendeckel und neun Getränkeflaschen. Gefunden wurden auch neun schwere Netz- und Tauknäuel sowie ein großes Stück Paraffin.

Ein offizielles Zwischenergebnis des bisherigen Monitorings gibt es noch nicht, sagt Birger Buhl, der beim Nabu Rügen für dieses Projekt zuständig ist. Aber dieser Abschnitt gehöre mit Sicherheit zu den am stärksten belasteten Stellen auf der Insel. Große Mengen an Müll finden sich auch auf Wittow bei Nobbin, auf Jasmund bei Glowe und unterhalb der Granitz bei Sellin. Dass Mukran negativer Spitzenreiter auf diesem Gebiet ist, liegt unter anderem an den Strömungsverhältnissen, aber auch an der Nähe zum Hafen und dem Status als „Naturstrand“, der nicht regelmäßig gereinigt wird. Der Müll bleibt also liegen und kann so besonders gut erfasst werden. Zumindest so lange, bis die Küstenputzhelfer ihm nicht zu Leibe rücken. Nachdem der für die wissenschaftlichen Erhebungen festgelegte Bereich untersucht worden war, dehnten die Freiwilligen ihre Aktivitäten auf den übrigen Strandbereich aus. Die „Ausbeute“ war dort ebenso riesig: 24 Säcke stopften die Aktiven voll mit Unrat. In der Zwischenzeit kümmerten sich Birger Buhl und seine Lebensgefährtin Katrin Warnke um die Erfassung des Plasteabfalls. Auch wenn das Projekt jetzt offiziell beendet ist, wollen er und seine Mitstreiter weiter wissenschaftlich verwertbare Daten zur Vermüllung der Ostsee erheben.

Dieter Lindemann

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