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Rügen Kinder dürfen in der Schule träumen
Vorpommern Rügen Kinder dürfen in der Schule träumen
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00:00 13.04.2013
Wenn hauchd�nne T�cher �ber ihre R�cken streichen, k�nnen die M�dchen und Jungen der Nationalparkgrundschule entspannen. Fotos (2): mt
Sassnitz

Vogelgezwitscher und Musik tönen leise durch den schummrigen Raum, der nur von ein paar Lichtschlangen auf dem Boden und einer Wassersäule beleuchtet wird, deren warme Farben wechseln. Auf den Matten am Boden liegen Kinder; ihre Klassenkameraden lassen hauchdünne Tücher über ihre Rücken wehen — zur Entspannung. Denn genau darum geht es im „Raum der Träume“, der gestern im Beisein des Stadtpräsidenten Norbert Thomas an der Nationalparkgrundschule „Ostseeblick“ eingeweiht wurde.

„Schon bei Maria Montessori ist von den beiden Grundbedürfnissen der Kinder die Rede“, sagte Schulleiterin Heike Graeber: „Bewegung und Entspannung.“ Letzteres werde auch für die Knirpse immer wichtiger. Bereits im Grundschulalter hätten die Mädchen und Jungen heutzutage einen prall gefüllten Terminkalender, der mit der ersten Schulstunde beginne und über Musikschule bis zum Sportverein und anderen Aktivitäten reiche. „Einige Kinder können diesen Stress gar nicht mehr richtig verarbeiten.“ Das bemerken Heike Graeber und ihre Kollegen jeden Tag, wenn vor ihnen zappelige, erschöpfte oder aggressive Kinder sitzen.

Ganz anders geht es den Schülern, die gerade mit ihrer Lehrerin Kristina Kauertz ein Entspannungsprogramm absolviert haben. Völlig ruhig, zufrieden und unaufgeregt gehen sie zurück in ihren Klassenraum. „Das Massieren mit den Igelbällen war richtig schön“, schwärmt zum Beispiel Matthes. „Ich habe gar nicht daran gedacht, dass das Unterricht ist.“ Seine Mitschülerin Le Ann konnte besonders gut relaxen, während sie den Gummifischen in der beleuchteten Wassersäule zusah. Die hätte sie gern auch zu Hause sagt sie und schiebt gleich noch einen Wunsch hinterher: „So eine Schule möchte ich den ganzen Tag haben.“

Das, sagt Heike Graeber schmunzelnd, sei natürlich nicht angedacht. Maximal eine Stunde pro Woche — mehr soll nicht von der Unterrichtszeit für den Besuch im Raum der Träume abgezwackt werden. „Das wird sich immer nach dem Bedarf des einzelnen Kindes richten.“ Dass das die Mädchen und Jungen vom Lernen abhält, befürchtet Heike Graeber nicht. Ganz im Gegenteil: Die Kinder würden wieder aufnahmefähig, könnten sich konzentrieren und dem Unterricht folgen. „So gesehen verlieren wir dadurch keine Unterrichtszeit, sondern gewinnen eher welche.“

Trotz der Platzprobleme hatte man sich an der Schule deshalb entschlossen, einen der von den früheren Spezialklassen genutzten Räume für Entspannungszwecke umzubauen. Die Sassnitzer Malerfirma Hagenow und Partner übernahm kostenlos die Gestaltung der Wände, die Stadt als Schulträger steuerte den Teppichboden und 600 Euro für die Erstausstattung des Raumes bei. Damit, sagt Jens Müller, Vorsitzender der Schulkonferenz, soll es noch nicht getan sein. Die Eltern wollen weiter Geld einwerben, um die Schüler besser fördern zu können. Für den Raum der Träume ist zum Beispiel noch die Anschaffung eines Sternenprojektors vorgesehen — für eine noch entspannendere Atmosphäre.

Jubiläumsjahr

243 Schüler werden gegenwärtig in der Nationalparkgrundschule „Ostseeblick“ in Sassnitz unterrichtet. Die Schule ist fast durchgängig dreizügig, das heißt, in beinahe jeder Jahrgangsstufe gibt es drei Klassen.

60 Jahre ist die Schule alt. Der Grundstein für den Bau wurde 1951 gelegt. Der Entwurf stammt vom Büro der renommierten Architekten Grundmann und Henselmann. Aus der früheren Lenin-Oberschule wurde 1991 das Gymnasium. 2008 zog die Grundschule ein.

Maik Trettin

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